Zunächst dachte ich, die liebe Dame wäre ein wenig verwirrt, danach attestierte sie mir Alzheimer und zu alledem feuerte Differentstars, Bloggerin auf Lie In The Sound eine regelrechte Charmeoffensive ab. So bat mich die Gute, über Mr. Jackson zu berichten. Mir standen vor blankem Entsetzen die Haare zu Berge. Ich schreibe hier doch nicht über einen toten Päderasten mit Pappnase, der vor unendlicher Zeit einiger Diskoböller abgeliefert hat und danach nur noch bunte Pillen schluckte und mit kleinen Jungs kuscheln wollte.
Dann aber Erleichterung. Die Rede war von Wayne Jackson. Ja, ich würde (was ich hiermit mache) der charmanten Bitte selbstverständlich Folge leisten. Natürlich bei Gelegenheit dem Herrn mein Ohr leihen, er sei mir bis dato aber vollkommen unbekannt. Worauf mich Differentstars dezent darauf hinwies, ich hätte sehr wohl über Herrn Jackson berichtet.
Nicht ganz. Es ging um die eher unbekannte britische Band Folk-Rock The Dostoyevskys, von denen ich sogar eine EP besitze. Wayne Jackson war jedenfalls Frontmann der Band. Der darauf enthaltene Song “Am Fenster”, wurde in bestimmten Kreisen bekannt, da es sich um eine flotte Coverversion der ostdeutschen Band City handelt, die in der Zone (SBZ) sehr verehrt wurde und wird. Wahrscheinlich ob der aufkommenden Retrowelle (wir wollen die Mauer wieder, bei Honni war`s geiler) heute mehr den je.
Wayne Jackson – Glorious
Wayne Jackson, geboren in Manchester, lebt und arbeitet in Berlin. War Gitarrist in der Live-Band von Bela B., 2008 erschien sein in Berlin produziertes Album “The Long Goodbye” welsches ungerechterweise floppte. Nun ist zu berichten, das demnächst das Nachfolgewerk des Wahlberlines erscheinen soll. Musikalisch kann der Mann von seinen britischen Vorbildern nicht lassen. Ähnlichkeiten zu Richard Ashcroft, Snowpatrol und Starsailor drängen sich auf und hinterlassen bei mir ein leichte Runzelung der Stirnpartie.
So darf man dem Mann nur wünschen, das er die Kurve kriegt und eine eigenständige Note hinterlässt. Sich nicht nur auf “Frauenmusik” konzentrieren und seine ganze Kraft nicht darauf verwenden, mit Rehaugen in die Kamera zu blicken. Auf seiner MySpace-Seite gibt`s nämlich bezeichnenderweise sage und schreibe ein Bild mit Gitarre und drei Millionen Albernheiten , die mich als nicht-weibliche Person unbeeindruckt lassen. Und so habe ich mich für das Bild mit dem roten Streifen entschieden.
Foto: © lula


Haha… sehr schön geschrieben. Du hast an dieser Stelle zu Recht unterschlagen, dass er auch Co-Produzent des neuen Bela B (ohne Punkt) Albums ist. Nicht unterschlagen sollte man jedoch, dass er auch “Bingo” von Bela B. (mit Punkt) co-produziert hat, da waren ein paar sehr nette Lieder drauf.
Vor’m Komma ist aber ein Punkt. Und damit hinter’m B. Und wo ist der feine Unterschied?
Da hat wer den Punkt aus seinem Künstlernamen gestrichen… Das ist eine so spektakulär kreative Entscheidung, dass es die ganze Welt nur fürn Tippfehler hält.
Ohne Tippfehler hieße es ja auch “des Bela-B-Albums”. Aber so recht zugesagt hat mir das nicht, also “Bingo!” jetzt. Trotz ausgewiesener Sammelwut bezgl. Die-Ärzte-Tonträgern.
Ach man – mit diesen Bindestrichen quält mich mein Co-Blogger auch immer…ich finde ja das sieht ohne besser aus.
Es sieht ekelhaft englisch aus, aber sicher nicht besser.