Vatertag 2008 – Fast eine schreckliche Tragödie
2 Mai

Noch ahnen wir nichts von der kommenden Katastrophe und Jörn ist nicht auf dem Bild
Es hat so harmonisch begonnen und endete (fast) in eine Tragödie. Der gestrige Vatertag stand wie immer unter einem guten Stern. Hatten wir uns Tags vorher auf dem Weinfest noch im strömenden Regen die Kante gegeben, so strahlte gestern die Sonne wohlwollend auf uns hernieder. Trotz brummenden Schädel (ich vertrage kein Wein, und erst recht nicht flaschenweise Rotweinplürre und zum Abschluss lecker-süffgen Weisswein) ging es frohgemut wie jedes Jahr los. Treffen um 11 Uhr beim Burgerking zu Hildesheim und Marsch via Hafen immer am Kanal lang bis nach Harsum, wo das abschließende, gemeinsame Grillen stattfinden sollte. Die Strecke von ca. 5 Km haben wir in achtbaren fünfeinhalb Stunden bewältigt. Eine reife Leistung. Der Genuß des Reiseproviants in Form von Bier, Genever und Appelkorn verlangte natürlich nach ausreichenden Pausen, um Körper und Geist Labsal zu verschaffen. Wie es die letzten Jahre Tradition war, hielt Harald, der treue Rüde seine krakelnde, bar jeglicher Manieren dahinmarschierende Herde halbwegs zusammen.
Am letzten Rastplatz passierte dann die Tragödie. Wir hatten uns auf einem Stapel zersägter Baumstämme niedergelassen, ließen die Flaschen kreisen, waren in Vorfreude auf das von den Frauen vorbereitete Barbecue, als ein Schrei erscholl und ein erbärmliches Geheul und Gefiepe erklang. Harald, der gierige Rüde hatte sich auf der Suche nach Leckerlis mit seinem Schädel zwischen zwei fetten Baumstämmen verklemmt und kam nicht mehr frei. Tumult. Stimmengewirr und Aufruhr. Zunächst wurde versucht, Harald durch Ziehen und Zerren aus seiner misslichen Lage zu befreien. “Der Baum muss hoch” kamen die ersten, ernst gemeinten Vorschläge. Der Hund fiepte und jaulte zum Steinerweichen. Zu viert, fünft wurde versucht, den Baumstamm hochzuwuppen, während ich das panische Tier zu beruhigen versuchte. Der Baumstamm rührte sich nicht einen Millimeter. Eine riesige, zehnterschwere deutsche Eiche drohte dem armen Geschöpf zum Verhängnis zu werden. Per Handy wurde ein Wagenheber geordert. Panik stieg nicht nur in mir auf. Der Tumult war unbeschreiblich.

Doch dann erinnerte sich mein alkoholisierter Kopf ( ich glaube, auch einige meiner benebelten Mitstreiter ging ein Licht auf) an die großartigen deutschen Erfinder, an die Wissenschaft und den Fortschritt der zivilisierten Welt. „Kraft (FK) mal Kraftarm (lK) ist gleich Last (FL) mal Lastarm (lL)“. Der Gedanke durchfuhr uns wie ein eisiger Blitz: Wir brauchen einen Hebel! Einen Baumstamm als Hebel! Mit 7-8 Mann wurde ein riesiger Okolyt von Stamm herangewuchtet. Aufmunterne Rufe, plötzlich klare geordnete Kommandos. Ein Mörder-Hebel wurde angesetzt. Kurz die Richtung korrigiert, das Hebelgesetz wurde erfolgreich angewandt, der Hund war frei und wir hatten noch einen schönen Tag. Das ich penetrant behauptete, das der Hebel eine deutsche Erfindung von einem gewissen Dr. Hebel sei, tut nichts zur Sache. Gezeigt hat sich nur, das unsere verschworende Männergemeinschaft nicht besoffen genug sein kann, nicht noch einen geliebten haarigen Freund aus einer misslichen Lage zu befreien.
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armer hund! aber glückwunsch zur gelungenen aktion – insofern auch noch die obligatorische gute tag am vatertag – respekt…