Unser Star für Oslo Sendung – Ich stimme für….

10 Mrz

Ich muss hier mal eine Lanze  für Stefan Raab und seiner Mission  Unser Star für Oslo Sendung brechen. Eigentlich nervt mich diese omipräsente Schreckse mit seinen Albernheiten,  aber in diesem Fall Ehre wem Ehre gebührt. Da ich nicht besonders viel an der Glotze sitze, dass  Harz IV-kompatible Unterschichtenprogramm (nichts gegen unsere in römicher Dekanz erstarrten Arbeitssuchenden) fast gar nicht einschalte, hatte ich auch Raabs Rettungsversuch für gute Musik aus Deutschland mehr oder weniger verpasst.

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Ich stimme dann mal für Lena

Zwar  hin und wieder reingezappt, muss ich der Raab`schen  Suche nach einem Star für den Eurovisions-Entscheid in Oslo doch Niveau bescheinigen. Insbesondere im Vergleich zu dem widerlichen Seelenstriptease von DSDS. Dort werden, es ist bekannt,  auf ekelerregender Weise alle verfügbaren Monster, Mumien und Mutationen von einem  verachtenswerten Dieter Bohlen aufs übelste beleidigt, gedemütigt und dem johlenden Mob zum Frass vorgeworfen. Der traurige Witz, mindestens die Hälfte der grenzdebilen Kandidaten, denen jegliche Musikalität abgeht, haben es auch verdient, durchs Fegefeuer zu gehen.

Wie dem auch sei, der Unterschied zwischen DSDS und Unser Star für Oslo kann grösser nicht sein. Dort ein menschenverachtender Inquisitionsprozess von Kandidaten zweifelhafter Befähigung, hier eine respektvolle Jury  mit teilweise “richtigen” Musikern und mehr oder minder intelligente Mitjuoren, einer guten Band und sehr guten Kandidaten. Und der Qualitätsunterschied scheint enorm. Nachdem ich mir die vorherigen Auftritte der Kandiaten für Oslo angesehen hatte, war ich doch sehr angetan. Nicht von schlechten Eltern.

Zwei flogen raus, zwei sind weiter. Das sympatische Hippiemädchen Kerstin Freking hat`s erwischt, sie flog nach “Hands Clean” von Alanis Morissette trotz guter Performance raus. Okay, der Song ist doof.  Danach war Christian Durstewitz fällig. Das einzig verbliebende Männlein, ein Bursche mit dem wohlondulierten Kopf eines  Klosterkaters, war der Vertreter der Rockfraktion. Er rockte dementsprechend auch ganz ordentlich, der ganze Spass war aber wohl zu  beliebig.  Indie-Rock Marke  Mando Diao. Der Mann ist raus, obwohl nicht schlecht. Hätte auch  Jennifer Braun  treffen können, da ich diese “Gute-Stimme-mit-Soul-die-alles-singen-kann” Damen eigentlich nicht mag. Da stelle ich zu Hause immer das Radio leiser. Der sowieso schon geile Song “Heavy Cross” von Gossip war natürlich für sie ein echter Abräumer. Wer dann  aber Christina Aguilera covert und als Vorbilder Pink und Anastacia nennt, darf nicht weiter kommen. Da wäre mir dieser komische Wuschelkopf mit seiner Mundharmonica lieber gewesen. Wir brauchen Ecken und Kanten und die hat….

….Lena Meyer-Landrut. Sie kam weiter und das zu Recht. Ich mag diese freche, schräge Art in der sie unbekannte, kleine Indieperlen vorgetragen hat. Dieses  in sehr eigenwilligen, eigen Stil mit einer Stimme, die an die gute alte Björk erinnert.

Nicht nur das mir die Hannoveranerin Lena Meyer-Landrut mit ihrer leicht schrägen (bisherigen) Songauswahl und der unangepassten, markanten Stimme ziemlich gut gefiel, auch der gestrige Tag war der ihre. Frech und nervös vor dem Auftritt, auf der Bühne souverän. Nach dem schönen und unbekannten Song “Mr. Curiosity”des amerikanischer Singer-Songwriter Jason Mraz hat sie mit einer schrillen und ungewöhnlichen Version des Cure-Klassikers “The Lovecats” mein schwaches Herz erobert. Nicht nur bin ich quasi mit diesem Song aufgewachsen, sie hat Herrn Schmidts Version auch  etwas Neues hinzugefügt . Und das ist die einzige Rechtfertigung, sich überhaupt an heilige Orginale zu wagen.

Summa Sumarum gebe ich Lena Meyer-Landrut meine Stimme, weil wir nicht wieder einen glattgebügelten Song nach Oslo schicken wollen. Sie ist die unkonvetionellste aller Kandidaten. Die Gefahr, das der Herr Raab da noch unheilvoll eingreift, ist allerdings nicht ausgeräumt.

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8 Antworten zu “Unser Star für Oslo Sendung – Ich stimme für….”

  1. E.T. 10. Mrz, 2010 at 14:33 #

    Baaahhh … fang Du nicht auch noch damit an die mit Björk zu vergleichen, nur weil sie die leisen Passagen nicht perfekt rausquiekt. Ich hab mir mal im Netz nen Überblick verschafft und war der Meinung: Brauch ich nicht. Ob sie’s nun können oder nicht. :sagnix:

  2. Peter 10. Mrz, 2010 at 14:55 #

    Also mich erinnert der Gesang schon ein wenig an die Isländerin. Ob das andere auch so sehn, interessiert mich einen Quark. Und solange nicht eine Horde Post-Rocker mit `nem 20-Minüter nach Oslo geschickt wird, finde ich die junge Dame ganz passabel. Und ich finde es gut, das sie nicht perfekt “quiekt”. Perfekte Roboter haben wir genug. Und ob wir das brachen? Warte mal ab, ich hab`s im Urin. Die Lena wird uns alle noch überraschen.

  3. Marc 10. Mrz, 2010 at 17:28 #

    Lena nervt.

  4. Peter 10. Mrz, 2010 at 17:31 #

    Haha. Dann halt sie also Deine Helden durch den Kakao gezogen?

  5. bärbel 13. Mrz, 2010 at 21:09 #

    Wir haben gestern in einer größeren Gruppe gespannt den Endausscheid gesehen, aber uns kam das große grauen als wir die titel hörten die wir in oslo präsentieren wollen mit diesem siegertitel und mit sprech.sing interpreten werden wir wieder 0-punkte erreichen beides ist so langweilig, damit reißen wir keinen zuschauer aus dem sessel. schade!°

  6. Rene 14. Mrz, 2010 at 20:25 #

    Wenn das Fräulein Landrut aus Uk käme, würden alle von der neuen Kate Nash sprechen – daran erinnert sie mich nämlich, weniger an Björk (obwohl ich den Vergleich nachvollziehen kann). Dadurch, dass sie aus einem Casting kommt, hat sie unter den Musik-Freunden, die sich allzu sachverständig fühlen, natürlich schlechte Karten. Aber hey, sie ist speziell, doch echt ganz süß, und hat irgendwie eine charmante Art, zu singen. Und der Song ist auch ganz nice. Der Grand Prix interessiert mich dabei ohnehin nicht, der Song dafür durchaus. Das reicht.

  7. frl_u 03. Aug, 2010 at 18:33 #

    Respekt für dein Weitsicht. Auf den „großen“ Sieg, der folgte, hättest aber auch du nicht gewettet, oder?

    Ich selbst mochte Kerstin am meisten, aber als Typ haben sie 100% die Richtige geschickt. Die einzige der letzten Jahre, die mit Überzeugung und Selbstbewußtsein (nicht Größenwahn) durchgezogen hat.

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  1. Soundtrack meines Lebens - 11. Mrz, 2010

    Unser Star für Oslo Finale oder Casting mal anders…

    Das Unser Star für Oslo ein ganz beknackter Name für eine Fernsehsendung ist, möchte ich mal für den Rest des Beitrags ausser Acht lassen. Ich bin ja kein Fan von Casting Shows und ich nehme an ich muss nicht erklären warum. Au…

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