The Review: Spaceman Spiff – .​.​. und im Fenster immer noch Wetter

29 Mrz

Um ehrlich zu sein, gehen mir die Texte in der Musik am Arsch vorbei. Im Allgemeinen geht es rechts rein, links raus. Wen interessiert der belanglose Reim, die alberne Liebesgeschichte und die Pseudoromantischen, philosophischen Traktate. Zur Reflexion des Hier und Jetzt und meinethalben auch Gestern rede ich mit Menschen oder greife zum Buch. Das mit den rechts rein und links raus funktioniert beim englischen Gesang übrigens sehr gut. Wird in meiner Muttersprache gesungen, wird es schwierig. Bis auf wenige Ausnahmen wird abgeschaltet. Entweder, ich mag die Musik nicht oder der Text eignet sich hervorragend zum Fremdschämen. Das neue Album, das dritte von Spaceman Spiff alias Hannes Wittmer heisst “…. und im Fenster immer noch Wetter”. Das klingt eindeutig nach Poesie, den jedes Kind weiß, im Fenster kann gar kein Wetter sein. Aber Fremdschämen ist nicht. Das vorheriges Album “Bodenangst” gefiel mir außerordentlich, die Voraussetzung sind also bestens.

Lasse ich mal die wirklich hörens- und bedenkenswerten Lyrik (wie auf Bodenangst sind es wunderbare Alltagsgeschichten, Gedanken und Ängste, Melancholie, Mut und frohe, bittere und traurige Botschaften) außen vor, so gefiel mir der sparsamer instrumentierte Vorgängeralbum “Bodenangst” fast ein wenig besser. Ein ungeschliffener Rohdiamant. Vielleicht liegt es daran, das “…. und im Fenster immer noch Wetter” zwar mehr “Butter an die Fische” bekommen hat, die Akustische zwar immer noch im Mittelpunkt steht, aber weitere Instrumente wie Cello, Akkordeon, E-Gitarre, Schlagzeug etc. in den Vordergrund drängeln. Dann klingt ganz schön nach Pop, mitunter sogar nach Indie-Rock und viel Harmonie. Ich hätte es gerne etwas leiser und intimer gehabt, will mich aber nicht wirklich beschweren. Spaceman Spiffs Zweitling schwebt mit seinem schönen Gitarrenmelodien und den wunderbaren Texten auf Wolke Sieben, meilenweit der Konkurrenz aus deutschsprachigen Indie-Pop und Folk entfleucht.

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Summa Summarum: tolle, unpeinliche Texte und schöne, melancholische Melodien

Das Album kann über Bandcamp komplett gehört und via Mairisch Verlag als Vinyl oder CD erworben werden.

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2 Antworten zu “The Review: Spaceman Spiff – .​.​. und im Fenster immer noch Wetter”

  1. E.T. 29. Mrz, 2011 at 15:03 #

    Also ich bin ja schon ein Freund guter, vor allem deutschsprachiger Texte … aber mit diesen und auch der Darbietung selbiger tu ich mich ein wenig schwer.

  2. tux. 30. Mrz, 2011 at 03:55 #

    Die Texte sind oft das, was mich zwischen Gut und Murks entscheiden lässt. Erdmöbel: Prima Musik, Schrott-Texte, also ab ins Kröpfchen. Einmal ganz davon abgesehen, dass ich vermutlich einfach zu romantisch bin, um es einfach an mir vorüberplätschern zu lassen.

    Andererseits bin ich froh, die mitunter ins Mikro gemurmelten Texte von Mogwai nicht zu verstehen, denke ich.

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