Schallsuche & Reviews
Kommentare 3

The Review: Reebosound – This Is Reebosound

cover

Als Rezensent hat man, zumindest bei Musik  die unter dem Label Alternative und Rock abgelegt wird,  Probleme am Hals. Ist es  schon ein täglicher Krampf und Kampf, den Wust an CD`s und MP3`s angemessen zu bewerten, so fällt  es bei Musik a`la  Reebosound besonders schwer. Rockmusik, gemeinhin Gitarrenmusik der reinen Lehre ohne Schnickschnack.  Konträr zur sogenannten Plastikmusik, allgemein auch Popmusik genannt. Rockmusik hat ja einen mitunter  zweifelhaften Ruf. Immer  noch behaftet mit dem Makel der Ehrlichkeit und Einfachheit, oft verwechselt mit Einfallslosigkeit. Statt fummelige Feinmechanik  werden Riffs  und Beats  durch die Verstärker gejagt,  alt wie die Welt. Es ist die Musik,  mit der die meisten Geschichten begonnen haben.

Reebosound, das ist unter Studiobedingungen Sven Missullis aus Hannover, auf der Bühne das gleichnamige Quartet. Das zweite Album „This Is Reebosound“ hört da auf, wo das Debüt angefangen hat. Sven Missullis hat das Album im Studio im Wesentlichen alleine eingespielt. Darauf wäre ich beim Hören nicht unbedingt gekommen.  Kompakt und wie aus einem Guss wird schnörkelloser Rock ohne Fisimatenten geboten. Hier und da lugt eine feine Melodie durch die  Gitarrenwand.  Natürlich sind abgehangene Eigenschaftswörter wie „ehrlich“, „schmutzig“ und „kraftvoll“ ziemlich albern, aber ich belasse es zunächst bei dieser Feststellung. Gegenüber dem Vorgänger ist ein spürbarer Qualitätszuwachs zu vermelden. Zwar geht dem Herrn bei über einem Dutzend Songs schon mal die Puste aus, aber unterm Strich haben wir eine Menge einfacher, ehrlicher, kraftvoller Songs auf der Habenseite. Macht Spass zuzuhören.

Reebosound besuchen: Homepage | MySpace
Bewertung: 7/10
ähnliche Musik: Scumbucket | Foo Fighters | Queens Of The Stone Age
Anspieltipps: Dark Water | Go To Bed World | Bonnie And Clyde Revisited | Ghost Lights
Album via Amazon: This Is Reebosound (MP3 Album)

make it so....Tweet about this on TwitterShare on Google+0Share on Facebook0Email this to someone

3 Kommentare

  1. Missu hats schon echt drauf! Habe ihn vor ein paar Jahren im Nebenraum vom Heinz gehört (zusammen mit Gisbert zu Knyphausen und den großartigen Tjian) mit vllt. 10 Zuschauern und vor nem Jahr nochmal in der Glocksee. Mir gefällt der Sound nach wie vor und auf das neue Album bin ich gespannt, werde auf jeden Fall reinhören. Ist zwar sonst eher nicht meine Spielwiese, aber ich mah die Kombination aus härterer Gitarrenmusik und Bowie.

  2. Vorsicht mit der Verwendung gewisser Wörter. Misstrauische Leser könnten schnörkellos als langweilig, das Ausgehen der Puste als zahlreiche Lückenfüller und einfache Songs als kompositorische Beschränktheit deuten. Nicht, dass ich zu solch negativen Zeitgenossen gehören würde. NIE! 😉

    Ich gebe zu, die Hörproben auf MySpace klingen schön kernig.

  3. Peter sagt

    Du hast, wie immer recht. Mit kleiner Ergänzung:
    1. Wenn Langeweile durch mangelnde musikalische Innovation ausgelöst wird, ist Reebosound tatsächlich struntzlangwelig. Wer es aber „schnörkellos mag, darf mit dem Fuss wippen.
    2. Ehrlich gefragt, welchem Album geht über die gesamte Spielzeit nicht die Puste aus? Mal mehr oder weniger?
    3. kompositorische Beschränktheit ist z.B. im Bereich Prog oder Post-Rock viel leichter zu kaschieren und fällt zumindest mir erst nach mehrmaligen Hördurchgängen auf. Das Urteil ist dann aber womöglich schon gefällt. Im Bereich Ambient / Electronica ist kompositorische Absicht mitunter nur ansatzweise zu erkennen. Rocksongs, die vom Ansatz her schon einfach strukturiert sind, haben es da schon schwieriger. Mir ist dann aber diese „Einfachheit“. die sich vieleicht nur an einem schönen Refrain oder Riff festmachen lässt, fast noch lieber als ein kompositorische eierlegende Wollmilchsau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.