The Review: Elbow – Build A Rocket Boys!
26 Apr

Okay, ich hätte mir für “Build A Rocket Boys!”, das fünfte Album von Guy Garvey und Elbow, den unterbewertesten Melancholikern auf diesem armseligen, großartigen Planeten zwar ein paar Regentage gewünscht, aber zur Not frisst der Teufel Fliegen. “Build A Rocket Boys!” kann man auch bei strahlenden Sonnenschein lieben. Zwar gibt es Songs (Neat Little Rows”, “High Ideals”) die mitunter flott, aber auch träge und mit folklorischen Bläsereinsatz für trügerische Beschwingtheit sorgen, aber über kurz oder lang zieht es einen auf “Build A Rocket Boys!” wieder hinunter ins wunderschöne Elbow’sche Jammertal. Wer gefestigt und nach dem ersten Hördurchgang nicht zum Strick gegriffen hat, wird dieses Album lieben. Kann traurige Musik glücklich machen? Aber ja doch. Einige Songs, bis auf die Knochen heruntergenagt, fast schon schmerzlich reduziert (” The Night Will Always Win”, Lippy Kids), oft nur ein einzelner, repitativer Pianoklänge und die herzzerreißende Stimme von Herrn Garvey lassen das Herz aufgehen.
Und ganz besonders „Lippy Kids“. Es gibt im Moment für mich keinen schöneren Song. “Lippy Kids”, hier zu sehen und hören als Live-Performance und im Studio abgefilmt, verströmt soviel Wärme und gelassene Größe, ist ein wehmütiger Blick auf jugendliche, längst vergangene Tage (“… Do they know those days are golden?”) und ist zum Niederknien, zum Bewundern. Was soll ich lange um den heißen Brei herumreden? Möglicherweise ist “Rocket”, der wiederholte Versuch einer gesundheitsförderlichen Katharsis, das beste Album des Jahres. Wehmütig, traurig und trotz alledem voller Hoffnung. Ein Album mit knapp einen Dutzend ziemlich gelassener und abgeklärter Songs. Womöglich das beste Album dieser großen Band.
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Summa Summarum: In der Ruhe liegt die Kraft
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