The Review: Customs – Enter The Characters
5 Aug

Ich wollte gerade anfangen und eine Platte über den grünen Klee loben und mich gleichzeitig dafür entschuldigen, dass dieses Album aus dem vergangenen Jahr sei. Lustigerweise stelle ich bei der Quellensuche fest, dass das Erstlingswerk des belgischen Quartets Customs mit dem Titel Enter The Characters just erst in Deutschland veröffentlicht wurde. Also doch ganz aktuell. Derzeit rollt die ganze Postpunk und NewNewWave Welle unaufhaltsam durch die Landen und jede Formation wird in einen Atemzug mit Bands wie Joy Division und neuerdings auch gerne mit Interpol und Editors verglichen. Vergleiche hinken und treffen doch immer wieder in gewisser Weise zu.
Bei Customs verhält es sich ähnlich. Junge Band, erst 2008 gegründet, verschreibt sich der Musik die eher die Freunde der dunklen Klänge frönen. Ein tiefer Bass, treibendes Schlagzeug, schneidende Gitarren und ein markanter Gesang. Alles Zutaten die zünden. Und wie sie zünden! Schon beim Opener “The Matador” wird nach wenigen Augenblicken klar wohin die Reise geht. Postpunk mit melodiösen Grundtönen. Wenn man “Enter The Characters” so anhört, fragt man sich willkürlich, ob sich diese Band wirklich erst vor kurzen gegründet hat, denn alles wirkt äußerst homogen. Klasse Songs gepaart mit treffenden Arrangements. Die Single “Justine”bringt es wohl am treffensten auf Punkt. Und über allen liegt diese markante Stimme.
Customs – Justine
Das ein gewisser Joy Division Einschlag nicht zu verleugnen ist, beweisst die Tatsache, dass Customs für einen belgischen Radiosender zwei Songs der Band zum Todestag von Ian Curtis live einspielten. Dem Radio haben Customs auch so viel zu verdanken. Ihre Songs wurden und werden auf belgischen und niederländischen Sendern rauf und runter gespielt. Zudem wurden sie oftmals eingeladen auch ihre Songs live und unplugged zu präsentieren. Selbst nur mit Akkustikgitarren funktionieren “Rex” oder auch die schon genannten “Justine” und “The Matador” ganz grossartig, was wiederum für die Klasse der Lieder spricht.
Einen Grossteil dieser Auftritte kann man über die Homepage der Band sich anschauen. Dort gibt es auch die gelungene Version von Lilly Allens “22″ zu finden. Wem guter, melodiöser Postpunk gefällt, sollte hier mal reinhören. Demnächst geben die Jungs auch ihr Deutschland Debüt. Termine hier.

1. Enter
2. The Matador
3. Justine
4. Tonight We All Stand Out
5. Rex
6. Where The Moon Spends His Days
7. Violence
8. Talk More Nonsense
9. There’s Always Room For One More Poledance
10. We Are Ghosts
11. Shut Up, Narcissus
12. Acrobats
Label: Customs besuchen: Homepage | MySpace
Bewertung: 8,5/10
Album via Amazon: Enter the Characters (CD) | Enter The Characters (MP3 Album)
Foto: Madelien Waegemans
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Ein grandioses Album! Erinnert mich aber eher an The Mission als an Joy Division. Dies liegt vor allem am Sound der Gitarre und den tollen Melodien. Die werde ich mir auf jedenfall im Gebäude 9 anschauen.
Frecheit. Warum kennst Du und Eike aka Ceremony (übrigends herzlich wilkommen als neuer Gastautor auf den Schallgrenzen) diese geile Scheibe und ich war bisher vollkommen ahnungslos? Das ist ja unverzeihlich.
geile Scheibe, gelle?
Auch wenn mich das jetzt als alter Mission-Hase überhaupt nicht an die erinnert. Dann schon eher Anteile der guten alten Smiths die sich mit dem Postpunk der Neuzeit verschmelzen … zumindest hier und dort. Im großen und ganzen aber ne recht eigenständige Scheibe, wie ich find.
Und du auch noch. Dreifache Frechheit.
nachdem ich die ähnlichkeiten zu den editors und interpol überwunden habe muss auch ich uneingeschränkt festestellen: echte überraschung, coole scheibe! kann mir nicht helfen, deutsche bands bekommen das irgendwie nicht so gut hin, kingt immer etwas angestrengt… das hier ist locker!
Danke Peter für die Möglichkeit hier zu schreiben!
Weitere interessante Aufnahmen (u.a. sehr schöne Version von Justine) von Customs gibt es auf der Seite ihrer Plattenfirma.
Und wer einen 30 Minuten Gig sehen möchte kann dies bei 3voor12 tun.
Also ich bin auch erst durch den Coast is Clear Blog drauf aufmerksam geworden.
Ich bin im Januar auf die Band aufmerksam geworden. Hat sofort gezündet und ich hab mir gleich die Platte geordert.
Und die Kommentare bei Coast-Is-Clear sind von mir
“deutsche bands bekommen das irgendwie nicht so gut hin, ”
Stimmt. Dafür ist das Video in Berlin gedreht
Ist doch auch was. In der Aufzählung habt ihr noch The Nationals vergessen…