
Mit viel Gefühl in die Achtziger
Endlich mal eine Band, die zeitig anfängt. Immerhin muss ich als Teil der arbeitenden Bevölkerung um Viertel nach Fünf aufstehen. So war ich sehr erfreut, als um Halb Zehn die Schweden The Mary Onettes im Spandau Club die Bühne im Kellerclub enterten. Die Bude war aber mit ca. 50 Mann an Bord auch bereits so gut wie ausverkauft. Unter dem Motto “Dunkel war’s, der Mond schien helle”, gab es ein Zeitreise in die Vergangenheit. Genauer gesagt in die seligen Achtziger.
Auf der Kleinkunstbühne ging es kuschelig zu, die Schweden trugen angemessenes Schwarz, und die Musik war dunkel wie ein Kohlenkeller. Das klang so verblüffend nach The Chameleons, Nach Adrian Borland & The Sound, nach Joy Division und Echo and The Bunnymen, das einem echt die Spucke weg bliieb. Ach ja, The Cure und Jesus & Mary Chain, die hätte ich fast vergessen. Natürlich wird der humorlose Verfechter der reinen Lehre sofort einwenden, das diese verdammten Schweden mit Sammelklagen wegen Plagiatsvorwurf und des Kopierens von Markenartikeln überzogen werden sollten. Aber, aber, meine Damen und Herren. Das macht doch nichts. Denn The Mary Onettes machen das alles so konsequent, mit soviel Herzblut und Freude an der Musik der Altvorderen, das es grossen Spass macht, den düsteren Wikingern zuzuhören.
The Mary Onettes – Void (mp3)
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Live war der Sound kompakt und düster. Die Stimmung war gut und Songs wie Lost, Void oder Explosions kamen live genauso gut rüber wie auf ihrem empfehlenswertem Debüt. Und da mein Name auf der Gästeliste stand, war der Abend kostenneutral und ich konnte ein Bier mehr trinken.
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