Tagesbericht Nr.58
1 Apr

So, ich bin wieder zurück aus Istanbul. Noch ein wenig zerknautscht, ein wenig erkältet (weiss der Geier, wo ich mir da was weggeholt habe) aber um viele wunderbare Eindrücke reicher. Tatsächlich habe ich lange nicht mehr so viel und gut gegessen und trotz alledem kein Gramm zugenommen. Der Grund, laut meinen im Handy verbauten Schrittmesser sind meine liebe Frau und ich in den fünf Tagen 70 Km !!! durch Istanbul gelatscht. Das gab qualmende Schuhe und so war zu Hause erst einmal ein ausgiebiges Fussbad fällig. Die Tage werde ich hier einen ausführlichen Bericht über 5 Tage in der Mega-Metropole am Bosperus nachreichen. Das mache ich, weil das hier ein Blog ist und kein Musikmagazin.
Das Bild ist übrigends nicht vor einem Atommeiler entstanden. Ehemals Sophienkirsche, dann Moschee, jetzt Museum, im Inneren atemberaubend ist es die Rückseite der Hagia Sophia. Dort kam ich mit meinem Stadtplan gut zurecht, verlaufen haben wir uns dennoch. In einem anderen Stadtteil, in pechschwarze Nacht und fast mutterseelenallein. Aber das ist eine andere Geschichte. Sehr schön, die mehrmals am Tag über die ganze Stadt schallenden Gesänge der Muezzins. Zwar fremdartig und in verschiedene Tonlagen von den Minaretten übertragen, klangen sie denoch wunderschön. Auf jedenfall besser als `ne olle Glocke.
[audio:http://www.schallgrenzen.de/wp-content/uploads/2010/04/istanbul.MP3]
Meine Zähne fühlen sich immer noch ganz stumpf an. Ich glaube, soviel gezuckerten schwarzen Tee wie in den letzten fünf Tagen (mal freiwillig, meistens gezwungen) habe ich in 20 Jahren nicht getrunken.
Unerfreuliche Randerscheinung in Istanbul. Insgesamt viermal wurde ich für einen verdammten Niederländer gehalten. Das ging entschieden zu weit und ich habe das natürlich entrüstet klargestellt. Wie dem auch sei, mein Maileingänge werde ich diese Woche nicht mehr abarbeiten. Nächste Woche muss reichen. Ich lasse es langsam angehen und von Benedikt warten hier noch ein paar schöne Beiträge auf Veröffentlichung. Ich habe auch so einiges vor, muss ich doch 729 Fotos sichten und katalogisieren. Das macht Arbeit, aber bestimmt auch eine Menge Spass. Also, demnächst auf diesem Sender. Jetzt fahre ich erst einmal in die Stadt zum Türken meines Vertrauens und hole mir Kichererbsen.
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Auf den Reisebericht freue ich mich schon. Ich hoffe ich kann mit meiner Freundin bald auch ein paar Tage in Istanbul verbringen. Ein toller Film zum Thema ist übrigens “Crossing the Bridge”. Kann ich nur wärmstens empfehlen.
Bestimmt besser als Alan Parkers “Midnight Express”. Aber Istanbul ist einfach geil. Fahrt da hin.
Merhaba! Nach Frau Merkel haben wir unser zweites heisses Eisen für die orientalisch-okzidentalische Völkerverständigung, den verirrten Holländer, wieder heil zurück bekommen. Ob das bei einem Besuch in der Schweiz auch so wunderbar geklappt hätte? Ich bezweifle dies. Bezweifeln muss ich allerdings die Schönheit und Erhabenheit des Muezzingescheppers vom Band…
Und hier als kleines Willkommensosterei der beste Istanbul-Song für unseren Hollandpeter.
Also wirklich. Das kam auch über die an den Minaretten angeklebten Tröten dermassen geil rüber, das ich vor Erfurcht gleich nach einen Gebetsteppich Ausschau gehalten habe. Unserer Merkel-Mama habe ich zwar nicht gesehen, zumindest aber die Wagenkolone und die Scharfschützen auf den Minaretten. Zur Belohnung waren wir dann 15 Minuten länger in der Strassenbahn eingeklemmt.