Nach vier Tagen Freigang sitze ich wieder in meiner Zelle. Hinein ging es allerdings erst, nachdem ich am Körperscanner (vormals Nacktscanner) vorbeigetanzt war. Ausser den üblichen Implantaten, die der Mann von Welt sein eigen nennt, gab es nichts zu beanstanden. Mir haben sie dankenswerter Weise nur den linken Arm auf den Rücken gebunden, so das ich zumindest schreiben kann.
Zum Beispiel über Dänemark. Nicht über den Zeichner Kurt Westergaard, der seit der Veröffentlichung seiner Mohammed Karikatur um sein Leben fürchtet. Zum Glück hatte er einen Panikraum, in den er sich vor einen axtschwingenden Verrückten in Sicherheit bringen konnte. Henryk M. Broder zum Beispiel gibt in einem Kommentar unter dem Titel Im Mauseloch der Angst ein paar Denkanstösse für Angsthasen und Weicheier. Ich dagegen könnte ja mal wieder über Musik aus Dänemark schreiben.
Noch 2008 galt ich ja selbst als so eine Art verkappter Däne. Der Schwerpunkt der musikalischen Berichterstattung lag eindeutig in Skandinavien und ganz speziell bei unserem nördlichen Nachbarn. Das hat sich in letzter Zeit ein wenig verschoben und mag auch den geänderten Hörgewohnheiten geschuldet sein. Aus Dänemark kommt halt kein hörenswerter Post-Rock. Dafür aber Indie-Pop mit der gewissen nordisch, melancholischen Grundnote. Wie zum Beispiel Northern Portrait, deren Album “Criminal Art Lovers” gerade in Dänemark erschienen ist. Bei uns nicht. Schade eigentlich, weil tolle Musik, die mich in ihrer Eleganz ein wenig an die guten, alten The Smiths erinnert.

Northern Portrait – New Favourite Moment | mp3
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Dann schreibe ich, die Zwangsjacke nervt, auch noch ein paar Worte über The Silent Section, ebenfalls aus Dänemark. Nach ihren Debütalbum “Loss Of Consciousness”, das wie berichtet vor ein paar Monaten erschienen ist und welches ich ziemlich knorke finde, blieb noch einiges an feinen Songmaterial über. Also gibt es die auf 30 Exemplare wirklich sehr limitierte EP “The Curtains Come Down In Flames” mit vier Songs. Entweder physikalisch oder via Tryghed & Tristesse zum freien Download.
The Silent Section – The Open Wound | mp3
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Zu der Musik passt auch der dänische Thriller, den ich gerade gelesen habe. Hier mein Lesetipp: Erbarmen von Jussi Adler-Olsen. Da meine Frau weiss, wodurch es noch schlimmer wird, hat sie mir zu Weihnachten Erbarmen von dem dänischen Autor Adler-Olsen geschenkt. Ich hatte die Schwarte in zwei Tagen durch. Spannend und nicht unlustig. Da verschwindet eine Frau, wird jahrelang in einer versiegelten Druckkammer festgehalten. Warum halten wir dich fest? Rätsel über Rätsel und eine spannende Jagd durch eine mehr als düstere Vergangenheit.
Zu guter Letzt. Mit der Reihe aller Reihen, der Mutter aller Listen, der Auflistung und mit Liebesbekundungen verzierten Liste der Listen, nämlich den 500 besten Alben aller Zeiten geht es natürlich weiter. Bendikt hat schon rumgemault. Aber ich dachte mir, nach dem Listenterror zum Ende des Jahres wäre die Plätze 121 – 140 sonst womöglich untergegangen. Demnächst in diesem Kino. Apropo Kino. Der Film Avatar ist sowas von doof. Geht gar nicht.



maul doch gar nicht… Ruf nur mal Huhu, du Uhu. Werde schon von anderer Stelle ob meiner humanistischen Schulbildung geächtet. Geht gar nicht. Muß mal wieder ein Doves Album in die 500 unterbringen…
Bildung ist Kacke, braucht man für Avatar dank schmerzdrückender 3D Brille auch nicht. Da reicht ein Eimer Popcorn und eine Ahnung von dem, der mit dem Wolf solange tanzt bis er blau wird. Der Rest hat was vom Glitzerpony im Barbiewald. Wird trotzdem die nahe Zukunft sein, genau so wie dass mit der Scheissbildung. So long (nur Priapos würde hier einen Scherz vermuten), hau rein mit deinen Alben!
Apropos, ich habe mich mal ein wenig durch die Seite mit den tollen wuscheligen Hunden geklickt und bei der Hundetrainerin auf folgenden Text gestossen:
“In Hildesheim trainieren wir…
… im Mönkemüllerweg (Richtigung Galgenberg, Kinder- und Jugendpsychiatrie).”
Klingt klasse, was ihr da mit den Hunden und verstörten Kindern macht… Erst die Hunde auf die Zappelphillipe und Vomitenten hetzten (Kleiner, du darfst jetzt nicht weglaufen… nicht, sonst…. Scheisse, schon wieder! Bello, AUS! AUUUS!) und dann zum Ausklang des frühen Abends ab zum Galgenberg und einen unverbesserlichen Listenblogger beim gemütlichen Bierchen aufknüpfen. Prima.
Ganz so schlimm ist es nicht. Der Galgenberg war im Mittelalter Treffpunkt der Henker. Heute schönes Ausflugsziel mit viel Natur, Rodelbahn und Sternwarte. Aufgeknüpft wird dort niemand mehr.