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Summa Summarum nicht übel: Retrospektive 2014

2014

Seit fast drei Monaten rauche ich nicht, das Nikotinmonster rüttelt wütend an der Tür und ruft mir triumphierend zu: „Schon drei Kilo zugenommen, Arschloch“. Ich versuche mit mäßigen Erfolg durch Kraftmeierei im Fitnessstudio und unendlichen Runden in der Landschaft gegenzusteuern. Sei es drum. Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, die Monate und Wochen wende und drehe wie Steine am Strand, war es bis auf ein paar dunkle Stellen ein gutes Jahr. Passiert ist nicht viel, aber ich hab’s ganz gerne kuschelig.

Im Januar machte ich die übliche 7-tägige Fastenkur, allerdings, soweit ich mich erinnere, ohne nennenswertes Resultat. Im Februar verbrachten wir ein paar schöne und beschauliche Tage im kalten Sellin. Im Februar wurde auch Maximilian geboren. Im Februar verließ uns unsere Tochter, zog nicht weit entfernt nach Hannover und ich hatte ein neues Zimmer im Haus. Im März wanderten wir zu den Zeternklippen. Nicht nur im März, das ganze Jahr über, mindestens einmal, manchmal öfter ging es mit Freunden auf Tour. Der April war eher ereignisarm, Zeiten der Konsolidierung, der Frühling nahte. Im April nahmen wir endgültig einen verwahrlosten Garten in Besitz. Im Mai hatte ich Rücken, die Schmerzen wurde mir aber während einer manuellen Therapie von kräftigen Händen ausgetrieben. Seitdem bin ich übrigens leidensfrei. Im April und Juni war ich öfter beim Arzt als je zuvor. Allgemein Medizin, Ortopädie, Gastroenterologie, Urologie, das ganze angsteinflössende Programm. Die gute Nachricht, ich bin bisher in allen Belangen mit einem blauen Auge davongekommen, bin gesund. Im Mai stand unsere ersten Bienenvolk im Garten, meine liebe Frau wird Imkerin. Ich werde ihr willfähriger Gehilfe. In diesem Monat verbrachte wir viel Zeit im Garten und schufen aus einer Einöde einen blühenden Gemüsegarten. Zum Vatertag habe ich mir drei Rippen gebrochen. Anfang Juni starb Heinz, unter Schmerzen, vollgepumpt mit Morpium. Ende Juni verbrachten wir ein paar fast schon zu geruhsame Tage auf Römö. Ein zweites Bienenvolk steht im Garten, der erste köstliche Salat wurde geerntet. Das einschneidenste Erlebnis im Juli war ein 2-tägigen Teamseminar im Hochseilgarten, gemeinsam mit meiner Höhenangst. Und wir wurden Weltmeister. Der August war nach meiner Erinnerung angenehm. Viele Stunden im Gemüsegarten bei den Bienen. Im September verbrachte ich ein astreines Wochenende mit den ziemlich besten Freunden auf Langeoog. Danach eine fantastische Woche Wandern auf Mallorca. Im Oktober wurde eines unserer Bienenvölker kalt gemacht und ich bekam von Apple ein iPhone 6. Der November war wie immer Scheisse und nicht der Rede wert. Der Dezember trudelte auf die Weihnachtstage zu, für ein paar Tage war die Familie wieder vereint. Und zum Ende des Jahres überkommt mich wie so oft die Dankbarkeit über das kleine Wunder, dass meine Frau mich alten Missanthropen, nach all den Jahren, immer noch zu lieben scheint, mich mit ihrer Ruhe und Zuversicht beruhigt.

Das Jahr über gab es noch viele tolle Tage und Stunden, sicher mehr Lachen als Weinen, eine Menge wunderbarer Momente und das vielleicht fleischärmste Jahr überhaupt. Mehr Gemüse geht nicht und alles war super lecker. Kochen kann ich allerdings immer noch nicht.

Der Blick voran ist verhalten optimistisch. Vorsätze habe ich keine. Ich mache mir immer häufiger Sorgen um meine klapprige Mama, die Einschläge kommen näher und näher. Manchmal meinte ich im vergangenen Jahr, ich wäre ausgebrannt, ohne Kraft und ohne Ziel, Dämonen mussten niedergerungen werden. Bei mir ist das Glas immer halbleer, bei meiner gelassenen lieben Frau immer halbvoll. Aber, und so war es bisher immer, nach dunklen Wolken und Regen, klart es wieder auf und die Sonne scheint. So wohl auch im nächstes Jahr.

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