Soundcheck: Maximo Park – Quicken The Heart

26 Mai

Auf dem Prüfstand: Maximo Park – Quicken The Heart. Mitgeprüft und den Soundcheck durchgeführt haben Felix,  Redakteur bei Radio Tonkuhle und Macher von Popcrawl, Tux von Hirnfick 2.0 sowie meine Wenigkeit.

Felix: Ich mag ja die Band – auch, weil das Popcrawl-Urteam sie schon auf dem Kieker hatte, als sie noch ganz kleine Brötchen gebacken haben. Das erste Album war damals famos, das zweite gut und das dritte ist immer noch ok, aber die Luft ist langsam raus – Maximo Park klingen halt wieder so, wie sie eben klingen, und sie sind nicht so typisch oder eigen, dass das auf Dauer reicht. Um so spannender die zarten Abweichungen vom Format; A Cloud Of Mystery oder Roller Disco Dreams seien als Anspieltipps genannt. Ansonsten kann mans ruhig beiseite lassen.

Tux: Die Britpopgruppe (für mich ist das alles Britpop, da können Stilerfinder wie Peter noch so viel Indie, Alternative und ähnliche Begriffe durch die Gegend trompeten) mit dem wunderlichen Namen Maximo Park hat mal wieder von sich hören lassen, das aktuelle Werk nennt sich ungefähr ebenso wunderlich “Quicken the Heart”, zu Deutsch ungefähr “Erregt das Herz”. Diese drei Wörter sind bereits im ersten Titel “Wraithlike” zu hören. Die Rhythmuswechsel stören mächtig, sollen vielleicht Dynamik suggerieren, wirken aber deplatziert. Die folgenden Titel sind nur mäßig besser; man wartet in Stücken wie “The Penultimate Clinch” immer auf den Ausbruch. Der kommt nur selten, und auch dann fällt es dem Sänger Paul Smith hörbar schwer, mitzuhalten. Was übrigens nach spätestens dem dritten Titel auch dem letzten Hörer aufgefallen sein sollte: Maximo Park fehlt die Fähigkeit, ein Lied mit einem adäquaten Ende zu versehen. Es ist halt irgendwann vorbei. Gähn. Insgesamt stört auf dem Album diese 80s-Stimmung ein wenig. Am Versuch, mit Synthie-Klängen Spannung zu erzeugen (u.a. in Let’s Get Clinical), sind die einst grandiosen The Killers schon gescheitert. Zum Mitwippen reicht’s allemal, aber um wirklich gefallen zu können, fehlt dem Album schlicht die Energie, die zum Beispiel die vergleichsweise grandiosen Kaiser Chiefs vorzuweisen haben. Schade.

Peter: Ja, das ist wohl tatsächlich eine Art mit Achtziger-Wave verbrähmter Brit-Pop. Gewöhnlich gehen mir die ganzen Franz Ferdinands und Kaiser Chiefs gelinde gesagt am Arsch vorbei. Meine Ingnoranz gegenüber hochgejubelter Musik von der Insel ist hinlänglich bekannt. Das Debutalbum der Briten Maximo Park “A Certain Trigger” ist vollkommen an mir vorbeigerauscht. Während Felix und sein Popcrawl-Team in ihren Sendungen damals einen auf Wichtig machten und alles von der Insel abfeierten, habe ich in der Sendung danach dumpfen Nu-Metal und totrauriges Gejammer aus Dänemark gespielt. Nun dachte ich beim neuen Album von Maximo Park zunächst, der Krug ginge an mir vorbei, den so richtig wild auf`s Rezensieren der Brit-Popper war ich eigentlich nicht. Nun ist es aber komischerweise so, das mir “Quicken The Heart” ziemlich gut gefällt. Nicht in ganzer Länge, aber auf Strecken wahrhaftig. Zum Beispiel “Under a Cloud of Mistery”, ein wirklich großartiger Song, mit einem wirklich herzallerliebsten steinerweichenden Refrain. Eine weitere Perle die wavige Hymne “The Kids are Sick again”, mein Liebling auf dem Album. Zwar geht mir “Roller Disco Queens” auf den Keks und “Wraithlike” hört sich an wie eine Coverversion von einer Coverversion, aber im Gesamteindruck mehr Licht als Schatten.

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weitere Infos: Maximo Park | MySpace

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10 Antworten zu “Soundcheck: Maximo Park – Quicken The Heart”

  1. der tux mal wieder 26. Mai, 2009 at 12:22 #

    Huch… eine derart inflationäre Verwendung von “grandios” war nicht beabsichtigt. Ich sollte meine Texte zukünftig nochmals korrekturlesen.

  2. Peter 26. Mai, 2009 at 12:48 #

    “grandios” ist aber auch ein wirklich schönes Wort

  3. der tux mal wieder 26. Mai, 2009 at 14:17 #

    Ja, ist leider – ähnlich “formidabel” – vom Aussterben bedroht.

  4. Marc 26. Mai, 2009 at 16:50 #

    Grandios benutze ich auch oft. Aber nicht in Zusammenhang mit diesem Album. Konnte mich fünf Minuten nach dem Hören schon an kein Lied mehr erinnern. Deshalb hab ich auch nichts dazu geschrieben :)

  5. Peter 26. Mai, 2009 at 17:07 #

    Hoffentlich kein Alzheimer, lieber Marc :-)

  6. Marc 26. Mai, 2009 at 17:39 #

    Das wäre tatsächlich sehr tragisch ;)

  7. Indie Rock Pedant 26. Mai, 2009 at 19:49 #

    Auch ich möchte mich in dieser Runde der Sprachpuristen zu Wort melden – und entscheide mich einfach für “grandios”, da ich “formidabel” doch zu oft von intellektuell Bemühten gehört habe. Die Maximo Park macht es mir indes umso schwerer, gewinnt auf langer Strecke aber. “Wraithlike” ist formidabler Standard, auf Dauer sind es aber die Details, die sich zum Ende von “Quicken the heart” immer deutlicher zeigen. Dennoch – eine Perle wie “Books from boxes” fehlt mir auf diesem (fast)grandiosen Album.

  8. Iain 04. Jun, 2009 at 15:39 #

    die Kaiser Chiefs als grandiso zu bezeichnen, na ich weiß ja nicht :)

  9. der tux mal wieder 04. Jun, 2009 at 19:16 #

    Vergleichsweise. :)

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