
Soapbox
“Das klingt ja wie eine Mischung aus Tool und Porcupine Tree…”
Es war eine gute Entscheidung, das ich mich gestern auf den Weg ins Mepisto gemacht habe. Immerhin haben Soapbox aus Odenwald den weiten Weg nach Hannover ebenfalls gewagt, obwohl der Schlagzeuger Aua am Zeh hatte und der Sänger an einer Bronchties laborierte. Um 21 Uhr sollte es mit Soapbox losgehen, tatsächlich worde irgendwann um kurz vor Elf losgerockt. Ich hatte so ausgiebig Zeit, mich mit Drummer Sven über Musik im allgemeinen und Progressiv-Rock im besonderen zu unterhalten. Durch unsere gemeinsamen Vorlieben für Bands wie Porcupine Tree, Genesis und Marillion, aber auch neueren Bands wie der fantastschen Schweizer Band Monkey 3, entwickelte sich ein so angeregtes Gespräch, das der Gute fast seinen Auftritt verpasste. Als ich dann noch erfuhr, das er nebenher bei meinem Leib-und Magenblatt Eclipsed arbeitet und in sich einer Marillion-Coverband die Zeit vertreibt, schien er mir wie ein Bruder im Geiste.
Nach dem Soapbox die kleine Bühne gestürmt hatten (es war dort oben wirklich sehr eng) ging es mit “Raindrops On Baghington” von ihrer EP Lost Gravity los. Ein bemerkenswert guter Sound, Sänger Jens merkte man die Unpässlichkeit überhaupt nicht an, und es wurde mit viel “Druck und Eintopf” aufgespielt. Zwischen erstklassigen Alternative – und Progressive-Rock mit feinen Noiseattacken wurde alles geboten, was gute Rockmusik ausmacht. Mit einen Song wie “The Hill Where I Lay” kann man eh nichts falsch machen. Der ist schlicht grossartig. Ein freundlicher Mensch raunte mir zu:” Die klingen ja wie eine Mischung aus Porcupine Tree und Tool”. Vielleicht stimmt das, vielleicht auch nicht. Eher würde ich behaupten, die Vier mögen die beste britsche Band. Und das ist Amplifier. Jedenfalls mussten Soapbox noch eine Zugabe geben. Gerade die letzteren beiden Songs waren sehr überzeugend und werden hoffentlich auf dem Ende des Jahres erscheinenden Debütalbum ihre Heimat finden (hoffe ich jedenfalls). Nachdem mir Timo, der Bassist im Anschluss des Konzerts auch noch Hoffnung machte, ich könnte so eine Art Miniaturausgabe von John Peel in Hildesheim werden, habe ich die Vier eng in mein Herz geschlossen.
Link: www.youtube.com]
Fazit: Falls Soapbox alles richtig macht, könnten sie, soweit das in Deutschland überhaupt möglich ist, ganz weit oben landen. Einen hoffnungsvollen Eindruck kann man sich mit der ganz hervorragend produzierten EP Lost Gravity machen. Hier kann man sich das gute Stück bestellen, sie ist jeden Cent wert. Schönes Konzert, Jungs.
Greener
“Der Sänger sieht aus wie Craig B. und die Musik erinnert an Aereogramme”

Die zweite Band kannte ich bisher nicht. Greener aus Hannover waren für mich die positive Überraschung des Abend. Noiserock irgendwo zwischen Mogwai und Oceansize und wie gesagt Aereogramme. Ozeansize deswegen, weil das Gitarrenspiel bei Greener ähnlich wie bei der britschen Band nie zum Geschrammel verkommt, sondern klar und präzise schöne Spannungsbögen erschafft. Ärgerlich, das ich die Band bisher nicht wahrgenommen habe. Mein Nachbar (der Soapbox so toll fand) meinte zwar, die Band müsste mehr rocken, aber gerade die ruhigen noisigen Momente der Musik von Greener empfand ich als sehr angenehm. Kompositorisch sehr anspruchsvoll, handwerklich 1A mit schönen Melodien und ambientmässigen Gitarrenparts. Die Band hat hiermit einen neuen Fan.
Die Band macht zwar, analog zu ihrer Musik einen sehr introvertierten Eindruck, aber ich werde ihr beizeiten auf den Zahn fühlen. In einer der nächsten Sendungen werde ich Greener ausführlich vorstellen. Wer sich einen Eindruck von dem schon ansehnlichen Repertoire der Band machen möchte, kann hier einige sehr hörenswerte Tonträger erwerben. Danke für die schöne Musik an alle von Greener.
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