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Smile Upon Your Face – Im Durchschnitt nicht mehr als zwanzig Mal

Irgendwann Anfang des 19. Jahrhunderts erfand Hugo Gernsback, Mitglied der pysikalischen Gesellschaft der USA und Science Fiction Autor den Isolator. Im Grunde nicht mehr als eine schalldichte Konstruktion um alle störenden Umwelteinflüsse fernzuhalten und ungestört seinem Hobby nachzugehen. Kommunikation undenkbar, ein Lächeln für den Mitmenschen ist ausgeschlossen. Das Ding hat sich nicht durchgesetzt. Wie ich darauf komme?

Es wird schon so ziemlich alles erforscht und mit Zahlen unterfüttern worden. Vor ein paar Tagen hörte ich zwischen Tür und Angel in einem Radiobeitrag Erstaunliches. Noch vor 40 Jahren, so fanden Forscher heraus, haben die Menschen noch drei Mal mehr gelacht als heute. Heute scheint die Welt freudloser. Während Kinder immerhin täglich noch ca. 200-mal lachen,  ist der Erwachsene im Schnitt deutlich unfröhlicher. Statistich gesehen wird in der Erwachsenenwelt keine 20-mal am Tag der Gegenüber angelächelt.

Dabei ist das Lächeln, so der Beitrag, gewiss auch  ein Akt der Barmherzigkeit. Im Umkehrschluss ist die Welt wohl kälter, verschlossener und unbarmherziger geworden. Ich, ich, nur ich. Warum fällt es uns so schwer, dem Fremden ein Lächeln zu schenken? Ohne Gegenleistung,  die dennoch kommt. Überall nur sauertöpfige Gesichter und Griesgram soweit das Auge reicht.

Ich bin der Sache auf den Grund gegangen. Mein Vorsatz: Freundlichkeit und ein Lächeln für Jeden ohne wenn und aber. Gestern mitgezählt: beim Gassigehen gab es von mir 2-mal Lächeln, im NP-Markt 3-mal Lächeln an der Kasse. Im Fitness-Studio 7-mal Lächeln. Am Schalter des  Recylinghofs 1-mal Lächeln. Pausenloses Dauergrinsen am Arbeitsplatz, Frau und Kinder zählen nicht. Die ältere Frau die mir unsicher entgegen kam. Sogar für den Stinkstiefel von Nachbar gab es ein „Guten Tag“ sowie ein zähneknirschendes Lächeln. Und tatsächlich wurde in allen Fällen das Lächeln erwidert.

Was mir aufgefallen ist: ich hatte den Blickkontakt regelrecht gesucht und mir wurde erstmal bewußt, wieviele Menschen doch den Augenkontakt scheuen, ausweichen, aus dem Weg gehen. Ob Unsicherheit, Interessenlosigkeit oder  Gedankenlosigkeit;  ist ein Lächeln erst einmal angekommen, ist es ansteckend. Es ist wunderbar.

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Kategorie: Tagesberichte

von

Ohne Musik? Das geht gar nicht. Leidenschaft. Schon immer für immer. Ich höre, also bin ich. Und schreibe darüber. Auch....

6 Kommentare

    • Peter sagt

      Verständlich. Wobei es noch einen Unterschied zwischen Angrinsen, Anlachen und Auslachen gibt.
      :mrgreen:

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