Schall und Rauch: Wie legal sind Musikblogs?

30 Apr

Wisst ihr was Pharisäer sind? Na dann ist ja gut. Über den Link-Aggregator Testspiel.de ist mir leider wieder Tonspion untergekommen. Die Überschrift “Wie legal sind Musikblogs?” lässt Böses ahnen. Wieder einmal werden dort allgemein gültige Weisheiten wiedergekaut und mit gewagten Schlussfolgerungen versehen. Wir wiederholen: Liebe Leser, das illegale Anbieten von urheberechtlich geschützer Musik ist unter Strafe verboten. Das wusstet ihr nicht?

Tonspion macht das, was ein Musikblog auch macht. Nur im grösseren Stil und um damit richtiges gutes Geld zu verdienen. Das Portal durchpflügt das Internet nach kostenlosen (natürlich legalen) MP3`s. Verlinkt aber, so wie wir es machen, nicht auf  MP3`s,  sondern schickt uns via Frame-Technik  zur Musik. Vollkommen okay. Waren sie mir früher nicht unsympathisch, so ist das seit den aus meiner Sicht undifferenzierten Beissattacken gegen Musikkblogger Vergangenheit. Riecht für mich ziemlich berechnend.

In  regelmässigen Abständen macht sich das Portal Sorgen um uns Musikblogger. Da wurde bereit scheinheilig  gefragt, was ein Musikblog darf und besorgt auf die rechtlich Gefahren für Blogger  hingewiesen.  Jetzt wird noch einer draufgesetzt. Unter der reisserischen Überschrift “Wie legal sind Musikblogs?“  zieht Tonspion genüsslich alle Register. Im unschuldigen  Ton werden zunächst  abgemahnte / von Google gelöschte Blogger bedauert, auf Kostenbescheide (Stichwort: Zugänglichmachung ) des irischen GEMA-Pendant hingewiesen und danach mahnend der Zeigefinger erhoben.

Es beginnt nicht unlustig. Zitat: “Musikblogger sind in der Regel echte Musikfans, die viel Musik hören, kaufen und in ihrem Gebiet meistens auch viel über Musik wissen.” Dann wird`s  strange. Zitat:”Das Problem: es ist nicht mehr der private Rahmen, in dem man Musik tauscht und weitergibt, sondern ein öffentlicher Raum, zu dem jeder Zugang hat.”  Dann wird`s  pauschal. Zitat: “Es gibt zig-tausende von Musikblogs weltweit. Jeder postet seine Lieblingsmusik.” Nanu, leider ich unter Realitätsverlust? Ich kenne zumindest kein deutsches Blog, das Musik ohne vorhandenes Urheberecht  oder vorhandener Einwillung bzw. Erlaubnis von Label oder Musiker “postet”. Und ich kenne zig auswärtige Blogs, die das auch nicht tun. Oder heisst “postet”  über Musik schreiben?

Dann wird es abenteuerlich. Den Musiblogs wird die  Urheberschaft für den kommenden Untergang der Musikindustrie attestiert. Die absolute Krönung der irrwitzigen Argumentationskette: Viele bekannte und geschätzte Indielabels haben Musikblogger bereits auf dem Gewissen. Da hätte ich doch mal gerne handfeste Zahlen.  Und noch schlimmer, wenn dieser Sündenpfuhl nicht trockengelegt wird, könnte das womöglich  den Untergang der gesamten Musikbranchen bedeuten. Ich sehe schon Millionen von Musiker ohne Lohn und Brot. Und das nur, weil ich als Musikblogger meiner Passion nachgehe. Wäre es nicht so traurig, wär`s zum lachen. Da frage ich mich ernsthaft, warum jeden Tag Promo-CD von den Plattenlabels in meinem Briefkasten stecken und mein Mailkonto unter den täglichen Anfragen von Musikern und Labels stöhnt.

Oder ist alles nur ein Missvertändnis? Wollte der  Tonspion-Artikel einfach nur darauf hinweisen, das man urheberechtlich geschützte  Musik nicht zum Downloaden anbieten darf? Ttja, dann ist die Überschrift schon ein bisschen seltsam. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. PS: Wie ich gerade feststellen muss, wurde die beim Relaunch vor einiger Zeit durchgeführte Aggregation von Musikblogs eingestellt. Macht Sinn.

Das könnte Dich interessieren:

  1. Schall und Rauch – Musikblogs, Mp3, die GEMA und die Zugänglichmachung
  2. Musikverwertung – Sind wir so blöd wie die Holländer?
  3. Schall und Rauch | Spiel mir den Blues
  4. Schall und Rauch – MP3 Blogs sterben
  5. Schall und Rauch | Freizeit ohne Ende

33 Antworten zu “Schall und Rauch: Wie legal sind Musikblogs?”

  1. Udo 30. Apr, 2010 at 12:14 #

    Außer jede Menge Verachtung erkenne ich jetzt kein einziges Argument in deinem Text.

    Zu den Gefahren des Bloggens: ich habe hier Prakitkanten gehabt, die für legale Promo-Aktionen von Plattenfirmen eine Abmahnung erhalten haben! Nur weil sie das in ihrem Blog verlinkt haben. Warum sollten wir nicht darüber berichten? So etwas passiert andauernd.

    Warum glaubst du, dass wir was gegen Blogs haben? Wir waren 1998 wohl selbst der erste MP3 Blog in Deutschland, nur dass es eben damals noch nicht so hieß.

    Zu den MP3-Posts auf Blogs: Ich empfehle einen Besuch auf http://www.hypem.com oder http://www.captaincrawl.com

    Zu den Labels: Sprich einfach mal mit ein paar deiner Lieblingslabels, lass dir die Verkaufskurve der letzten paar Jahre zeigen, frag deine Freunde, wer Musik eigentlich noch kauft und sich nicht zieht oder kopieren lässt. Nur soviel: in meinem erweiterten Bekanntenkreis gibt’s da nicht mehr viele.

    Und: Warum muss diese Diskussion eigentlich immer in so einem unnötig aggressiven Ton geführt werden?

  2. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 12:19 #

    Aaaaaa. Den Tonspion bigott zunennen, ist weit untertrieben. Da gab’s schon einige Links auf höchst zweifelhalfte Mp3s. Legendär ist auch mein E-Mail-Kontakt mit Udo Raaf, da hatte er mir noch erklärt, dass ich ohne Probleme auf Seiten mit Mp3s verlinken dürfte, die nicht von den Labels oder Promofirmen oder Künstlern autorisiert sind. Illegal würden ja nur die handeln, die die Mp3s hochladen, nicht diejenigen, die auf diese Seiten verlinken. (Die E-Mail-Konversation hab ich natürlich gesichert, falls hier jemand meine Darstellung der Konversation anzweifelt).

    Die deutschen Musikblog sind in der Regel wesentlich schneller über legale Downloads informiert, als der Tonspion, daher sind wir eben unliebsame Konkurrenz. Das Angebot an legalen Mp3s rar zu nennen ist auch lachhaft. Die gibt’s nun milionenfach, auch wenn man filtert und nur die Guten bespricht, bleiben noch Zehntausende übrig.

  3. Udo 30. Apr, 2010 at 12:49 #

    @DifferentStars:

    Was deine völlig unsinnige Attacke für eine Mentalität durchscheinen lässt, ist ja wirklich bedenklich. Blogstasi, oder wie? Archivierst du Mails von Leuten, die dir freundlicherweise auf deine Anfragen antworten?

    Zu deinem “Vorwurf” oder was das sein soll: Generell sind Links ins Netz auf Webseiten nicht verboten, dabei bleibe ich. Das ist nicht Bigotterie, sondern – meines Wissens – der aktuelle Stand der Rechtssprechung.

    Über legale MP3s im Netz brauchst du mir übrigens nichts erzählen. Wir haben zehn Jahre lang daran gearbeitet, dass die Labels legale MP3s im Netz posten und mit fast allen relevanten Labels über dieses Thema immer wieder gesprochen. Damals gab’s da nämlich noch gar nix und es war ein durchaus nicht einfach, die Labels davon zu überzeugen, dem illegalen Angebot etwas legales entgegenzusetzen.

  4. Peter 30. Apr, 2010 at 13:12 #

    Lieber Udo, soltest du tatsächlich keine Argumente entdeckt haben, tut`s mir aufrichtig leid. Nicht nur dieses Blog, sondern auch viele 1000 weitere, die über (meist unbekannte) Musik schreiben und damit den Musikern und kleinen Labels helfen, per se für den Niedergang der Musikindustrie verantwortlich zu machen, ist nicht nur argumentativ gewagt, sondern eine Frechheit. Und ich kann nicht erkenne, warum via den von dir genannten Aggregatoren gefundene MP3`s diese Pauschalierung rechtfertigen. Wenn Argumente auf schwachen Beinen stehen, dann sind es die Euren.

    Zu den Labels: Übrigends eine nette Idee, die ich gerne aufgreifen werde. Ich werde eine kleine Umfrage bei Musikern, Promotern und Labels bezüglicher ihre Einschätzungen zu Musikblogs wie diesem hier einholen. Noch ein weiterer Punkt: Nicht nur aus dem Feedback meiner Leser weiss ich, das nicht wenige auf Grund meiner Empfehlung, im Laden, bei den Bands oder im Netz Musik tatsächlich KAUFEN!

    Das offensichtliche legale, in Blogs verlinkte MP3, von den Labels abgemahnt werden ist im übrigen eine richtige Schweinerei. Ist gerade einem Schweizer Blog mit einem Song von Shout Out Loud passiert. Den gab`s auf der Homepage der Band zum freien Download!

    Also, das nächste mal die Musikblogs, zumindestens die deutschen etwas differenzierter betrachten. Und letzlich, agressiv geht anders. Das hat der Löwenzahn in meinem Garten festgestellt.
    :D

  5. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 13:16 #

    Werter Herr Raaf, es ging damals darum, dass ich euch darauf aufmerksam gemacht habe, dass einige Links vom Tonspion auf Seiten mit Mp3s verweisen, die höchst zweifelhaft waren (und die ihr dann im Verlauf der Diskussion, nach dem ich einen entsprechenden Blogbeitrag geschrieben habe auch gelöscht habt).

    Mich Blog-Stasi zu nennen ist lachhaft. Es ist einfach journalistischer Alltag, dass man bei strittigen Themen, seine Quellen nicht löscht und wenn ich mich auf E-Mail-Diskussionen beziehe, muss ich auch beweisen können, dass entsprechende Konversationen stattgefunden haben. Insbesondere dann, wenn mein Gegenüber mir mit Anwalt gedroht hat! Untermauerbare Fakten haben noch nie geschadet.

    Zur Erinnerung:

    http://www.lieinthesound.de/2009/02/des-tonspions-seltsame-wege/

    Wie gesagt,die entsprechenden Links wurden dann sang und klanglos entfernt von euch.

  6. Udo 30. Apr, 2010 at 13:22 #

    Wenn du aus meinem Kommentar rausgelesen hast, dass ich Blogs für den Niedergang der Labels verantwortlich mache, dann überschätzt du erstens den Einfluss von Blogs (und da beziehe ich den Tonspion mit ein) und solltest zweitens nochmal in Ruhe lesen.

    Ganz so einfach ist das alles leider nicht, wie wir das alle gerne hätten.

  7. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 13:29 #

    @Peter: Hol mal meine Antwort aus deinem Spam-Ordner. Hab mir diesmal erlaubt, nen Link anzuhängen.

  8. Peter 30. Apr, 2010 at 13:33 #

    Haha, verdreh mal schön, was Du geschrieben hast. Nach dem Motto, was war zuerst da, das Huhn oder das Ei ist wahrscheinlich Hypemachine oder der (nicht besonders gute) CaptainsCrawl schuld an der vermuteten Misere. Dann ist Google auch für den Niedergang der Medien zuständig und im Himmel ist Jahrmarkt. Ich bleibe dabei, ein komplett schlecht recherierte und pauschalierende Artikel gegen ALLE Musikblogs.

  9. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 13:49 #

    Allein der Satz: “Jeder postet seine Lieblingsmusik” (stammt aus oben erwähntem Artikel des Tonspions) dürfte schon abmahnfähig sein. Dies ist Rufschädigung und ein Pauschalurteil über alle Blogger, dass eben nicht auf Fakten beruht. Böse Hetze gegen Konkurrenten und nichts anderes. Blogger,die widersprechen, werden dann als Stasi diffamiert. Aber selber bei Gegenwind mit Anwalt drohen….

    Was Udo Raaf auch nicht wahrhaben will. Zwar sind die meisten Blogs nicht kommerziell, ich kenn aber viele Blogs (auch so einige Musikblogs), deren Betreiber eine fundierte journalistische und/oder medienspezifische Ausbildung/ Studium haben. Wann immer der Tonspion über Blogs schreibt, klingt dass immer so, als ob hier kleine Kinder am Werk wären.

  10. Udo 30. Apr, 2010 at 13:53 #

    @Peter: Bullshit! Kein Mensch schreibt hier irgendwas gegen ALLE Musikblogs. Ich muss das wissen, weil ich das geschrieben habe. Und es ist ein Kommentar, kein wissenschaftlicher Aufsatz. Du musst nicht mit meiner Meinung konform gehen, ich lasse mir aber auch meine Sätze nicht im Mund rumdrehen, schon gar nicht, wenn das Ziel sein soll, Tonspion gegen Blogs auszuspielen. Das ist völliger Quatsch. Wir machen nichts anderes und wir sind alle auch Blogger. Wir machen’s halt nur schon ein bisschen länger.

    @DifferentStars bzw. Brigitte Anglika Kloiber:
    Ich wiederhole es für dich gerne nochmal:
    “Generell sind Links ins Netz auf Webseiten nicht verboten, dabei bleibe ich. Das ist nicht Bigotterie, sondern – meines Wissens – der aktuelle Stand der Rechtssprechung.”

    Wir arbeiten seit Jahren mit allen Labels gut zusammen, davon kannst du ausgehen. Insofern kannst du dir deine hysterischen Schuldzuweisungen und Verdächtigungen bitte einfach sparen? Danke!

  11. Peter 30. Apr, 2010 at 13:56 #

    Oh. Das erste richtige Schimpfwort.
    :sagnix:

  12. Peter 30. Apr, 2010 at 13:58 #

    Ähmm. Ich meine aber nicht “bullshit” sondern “hysterisch”
    :mrgreen:

  13. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 13:58 #

    Wenn jemand damit Werbung macht, dass er nur auf legale Mp3s verweist, dann aber die Leser auf illegale Seiten schickt, dann ist dass scheinheilig. Bigott bedeutet übrigens nichts anderes – aber Fremdwörter sind halt Glückssache ;-)

  14. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 14:01 #

    … in der HItze der Diskussion ein “s” zuviel. Wer findet’s? ;-)

  15. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 14:06 #

    Drollig auch hier als “Enthüllung” meinen Klarnamen zu posten, der doch für alle ganz offen ersichtlich in unserem Impressum sichtbar ist…..

    Hysterisch… nein… meine Vorwürfe beruhen auf Fakten. Konkurrenten pauschal als illegal Handelnde zu bezeichnen, dürfte übrigens nicht nur Rufmord sein (der ist strafbar), sondern auch gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen…

  16. Udo 30. Apr, 2010 at 14:12 #

    @Barbara: jetzt wird’s aber echt mal albern, sorry.

    So ich muss jetzt wieder was arbeiten. Jede weitere Beschimpfung und Unterstellung bitte gerne an meine Mailbox. ;-)

  17. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 14:48 #

    A) Wer ist Barbara?
    B) Puma dürfte auch nicht schreiben, dass Adidas + Nike nur Turnschuhe aus Kinderarbeit verkaufen – auch nicht in einem Meinungs-Kommentar der Vorstandchefs von Adidas… gäb ne millionenschwere Prozesswelle….

    C) Das Hauptproblem ist doch, dass die Vielzahl an sehr guten Blogs den Online-Magazinen Leser abspenstig machen und somit auch die Werbeeinnahmen vom Tonspion schmälern. Generell lässt sich mit dem Schreiben über Musik nicht vielmehr Geld verdienen, als mit dem Produzieren (Musiker) oder Veröffentlichen von Musik (Labels). Das Problem betrifft zur Zeit alle, die mit geistigem Eigentum handeln – sprich: Musiker, Autoren, Fotografen…..

    Die Vielfalt an sehr guten Angeboten, hat eben den Geldwert inflationär in den Boden krachen lassen.

    D) Dass darf aber nicht dazu führen, dass sich selbsternannte Profis über andere Herausgeber/ Autoren von Onlinemagazinen und/oder Blogs stellen und satte Lügen verbreiten um die Leser vom Besuch von Musikblogs abzuschrecken und auf die vermeintlich gute Seite des Tonspions zu lotsen.

  18. Peter 30. Apr, 2010 at 14:54 #

    Barbara, ähem ich meine Brigitte. Trink mal ein Bachblütentee. Das beruhigt die Nerven.
    ;-)

  19. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 14:56 #

    … ok… kein Kaffee mehr. Dafür esse ich dazu noch ein Stück Rhabarberkuchen ;-)

  20. Falk 30. Apr, 2010 at 15:02 #

    Dank Blogs konnten wir als Label überhaupt erst Fuß fassen. Und nun? Bin ich jetzt ebenfalls Totengräber der Tonträgerindustrie, weil ich 80% nur digital veröffentliche? Man, man, man…sonst hamwer keine Probleme, oder?

  21. Falk 30. Apr, 2010 at 15:22 #

    Übrigens ist der Satz “Die teuren und teilweise in jahrelanger Arbeit entstandenen Aufnahmen werden so innerhalb weniger Sekunden nahezu wertlos.” ist natürlich eine steile These. Musik ist also nur dann wertvoll, wenn sie monetarisiert werden kann? Auweija…wenn ich das gewusst hätte, als ich LP auf Kassette überspielt oder mir die Hits aus dem Radio gesaugt habe. Dann wär die Welt jetzt bestimmt eine viel Bessere.

  22. Benedikt 30. Apr, 2010 at 15:35 #

    Ein Mädchen namens Barbara,
    eine richtig Wilde,
    aß so manche Stange Rhababera,
    ärgerte damit Brigitte,
    ihre Schwester, die so milde.
    Des Peters Gezänk noch in den Ohren,
    glich der schlimme Udo langsam einem Mohren
    und verhalf der Barbara, der Wilden,
    zu einem Sätzchen heisse Ohren.
    Doch, oh weh, es kommt, wie es nun kommen mag,
    das Versmass gleitet, der Sinn verrutscht,
    Das Unvermögen erblickt den Tag.
    Nun fehlt noch der Tux im Bunde,
    um erbost zu schelten diese Runde.

    Schönes Wochende, und Ingwertee, wenn ich mich recht erinnere, war auch ganz gut. Rhabarberrhabarber hatten wir gerade.

    :wink:

    :wink:
    dass, übrigens

  23. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 15:50 #

    @Falk: Hier geht’s schon klar um den Geldwert von Musik. Darüber zu diskutieren ist auch vollkommen legitim. Finanziell gesehen sind allerdings nicht nur/ bzw. hauptsächlich die illegalen Downloads verantwortlich, sondern dass man um die Musik zu hören diese tatsächlich nicht mehr besitzen muss. Sprich du kannst fast alles streamen und ich kenne auch viele Leute, die sich Musik nur noch im Stream anhören. Hier fehlen entsprechende Vergütungsmodelle, die genug Einnahmen für die Musiker und Labels generieren. Laut einer neuen Studie müsste ein Solokünstler, der seine Sachen selbst aufnimmt, pro Monat 1.546.667 Plays pro Monat generieren um auf den US Mindestlohn von 1, 160 Dollar zu kommen. Zu finden ist die Studio mit anschaulicher Grafik hier:

    informationisbeautiful.net/2010/how-much-do-music-artists-earn-online/

    (damits weg. Link nicht wieder im Spam landet, hab ich das www weg gelassen)

    Als Urheber sitzen wir zur Zeit alle in einem Boot: In vielen Fällen lohnt sich das Schaffen nicht mehr finanziell. Statt Solidarität findet jedoch ein Kannibalisieren statt. Diese ganzen Debatten Blogs vs Qualitätsjournalismus sind nur ein Symptom. Letzlich tust du aber niemandem einen Gefallen, wenn du die Debatte in die Richtung: Echte Kunst braucht keine finanzielle Rentabilität um wertvoll zu sein, abgleiten lässt.

    Ein Lachen, ein Kuss… Liebe generell, alles sehr sehr wertvoll und nicht mit Gold aufzuwiegen. Nur darum geht’s hier nicht.

  24. DifferentStars 30. Apr, 2010 at 15:52 #

    @Benedikt: haha….

  25. Udo 30. Apr, 2010 at 16:44 #

    Ein Gedicht, wie schön! :-)

    @Falk: Ich habe ja nie behauptet, Blogs wären böse, schädlich oder so was. Wir machen im Tonspion grundsätzlich ja nichts anderes.

    Es geht mir vielmehr darum, manche Blogger (die meistens Amateure und Musikfreaks sind und keine Juristen) hin und wieder daran zu erinnern, dass sie sich mit dem Upload von Musik auf sehr dünnes Eis begeben, zahlreiche Abmahnungen zeigen das. Und das zieht ja jetzt auch weitere Kreise nach USA oder Irland. Die GEMA sieht leider nach wie vor auch keine echten/bezahlbaren “Promo”-Tarife für Downloads vor (ganz im Gegensatz etwa zu Tonträgern). Sie hat sogar ihren Vertrag für Pre-Listening-Streams abgeschafft, so dass man inzwischen de-facto eigentlich gar keine Musik mehr einbinden kann, mal abgesehen von YouTube- oder Amazon-Widgets.

    Aber: es wird eben auch immer mehr Musik einfach so ins Netz gestellt ohne Rücksicht auf Verluste und das ist schon zunehmend ein Problem, über das man auch offen und sachlich diskutieren muss. Über die Entwicklung der letzten paar Jahre hier ein Interview mit Valerie Trebeljahr von Lali Puna, einer international renommierten Band: http://www.tonspion.de/neues/neueste/839599

    Wir werden dieses Thema im Tonspion jedenfalls weiterhin regelmäßig aufgreifen, weil befriedigend ist die Situation derzeit für keinen, der mit Musik zu tun hat. Auch wenn wir keine Patentrezepte haben, ein Bewusstsein sollte man schon dafür schaffen, dass gute Musik nicht auf Bäumen wächst, sondern harte Arbeit ist, die – ja! – auch ganz einfach Geld kostet.

  26. Falk 30. Apr, 2010 at 17:45 #

    @DifferentStars

    Echte Kunst braucht keine finanzielle Rentabilität um wertvoll zu sein, abgleiten lässt.

    Darf ich nicht? Warum nicht? Denn mal im Ernst, war das jemals anders? Das ist doch die Crux an der Geschichte und nicht, ob ich wem absprechen möchte mit seiner Kunst oder Musik auch Geld zu verdienen. Es allerdings darauf zu reduzieren halte ich persönlich für falsch. Das ist mein Standpunkt und den hab ich eben.

    Hier fehlen entsprechende Vergütungsmodelle, die genug Einnahmen für die Musiker und Labels generieren.

    Ist bekannt, nur bringt das in dem Zusammenhang, daß Musikblogs Teil des Problems sind, auch niemanden weiter, solcherlei Studien heranzuziehen. Ich hab ehrlich gesagt, als diese Studie die Runde machte, eher schmunzeln müssen, als mich damit ernsthaft beschäftigt. Äpfel und Birnen vergleichen sieht halt lustig aus.

    In vielen Fällen lohnt sich das Schaffen nicht mehr finanziell.

    Das ist nun allerdings auch ein Allgemeinplatz und den gibts nicht nur bei Musik. Der weitaus größte Teil von Arbeit wird nicht entlohnt. Da brauchst du nicht erst Musiker werden, um das festzustellen.

    Das für mich Blöde an solchen Diskussionen ist meist, daß einfach kaum bis gar nicht mehr differenziert oder mal genauer hingeschaut wird, welche Umstände denn vielleicht dazu führen, daß für den Einzelnen weniger vom Kuchen übrig bleibt. Blogs dürften in dem Zusammenhang des kleinste der Probleme, wenn nicht sogar Teil der Lösung sein.

    @Udo

    Ich habe ja nie behauptet, Blogs wären böse, schädlich oder so was.

    Nunja, wenn ich mir den hier kritisierten Artikel durchlese, komm ich allerdings durchaus zu der Aussage, daß du eben jenes recht pauschal behauptest.

    …es wird eben auch immer mehr Musik einfach so ins Netz gestellt ohne Rücksicht auf Verluste

    Nun, damit kann man sich abfinden, es versuchen zu bekämpfen oder es als Teil einer Zukunftsstrategie für eine Modernisierung unseres Urheberrechts nutzen. Ich wage nur zu behaupten, je restriktiver an der Stelle die Gesetzgebung wird, umso schwerer wird es zukünftig für Musiker, tatsächlich die Chance zu haben, von ihrer Kunst leben zu können. Und an der Stelle reden wir dann nunmal konkret nur von 5% aller Musikschaffenden, was für mich wieder den Kreis schliesst, daß der Wert von Musik sich nicht daran bemisst, wieviel damit Geld verdient werden kann. Ob ihr mir das nun glaubt oder nicht.

  27. Peter 30. Apr, 2010 at 18:34 #

    Ich glaub`s dir, Falk. Zum ersten stellen die meisten (zumindest mir bekannten Blogs) keine Musik ins Netz und zum anderen “einfach so” wohl erst Recht nicht. Die Diskussion hatten wir ja schon: Verkomplizierung eines Sachverhalts – Musik werden wir nie bezahlen
    Und du hast schon Recht. Musik wird nicht dadurch entwertet, das sie kopiert wird. Eine MP3 ist im Netz überall erfügbar und von vorn herein nichts wert. Erst durch Einmaligkeit von Wert, als x-fach verfügbare MP3? Null, nada, nothing. Und trotz alledem, ich weiss, jetzt wird`s philosophisch, bleibt dieser Song, dieses Album, diese Melodie obwohl x-mal kopiert, für mich, losgelöst von Bits und Bytes, für mich als Hörer unbedingt wertvoll. Kunst.

    Mir kann jedenfalls keiner weismache, das eine MP3 irgend etwas Wertiges haben sollte. Ist wie Luft, gibt`s unbegrenzt. Durch das verschleudern von MP3`s wird nicht entwertet, sondern teure Produktion erreichen nicht die idiotischen Rentabilitätsziele der Industrie. Über mögliche Auswege ( Selbstvermarktung, Independent, Wertigkeit) wurde ja hier diskutiert: Scheiss drauf und Verweis auf: Schall und Rauch – Zum Teufel mit der Musikindustrie

  28. Schnuffel 30. Apr, 2010 at 23:50 #

    “Generell sind Links ins Netz auf Webseiten nicht verboten, dabei bleibe ich. Das ist nicht Bigotterie, sondern – meines Wissens – der aktuelle Stand der Rechtssprechung.”

    Was Herr Tonspion von sich gibt, ist nur sein Wissensstand. Und der zeugt nicht gerade von gründlicher Recherche. Das jüngste Twitter-Urteil zeigt klar, dass eine Linksetzung sorgfältig durchdacht sein sollte. Wenn man ziemlich sicher weiß, dass es sich um eine dubiose Quelle handelt, kann das selbstverständlich rechtliche Folgen haben.

    Mehr dazu hier:

    http://www.kriegs-recht.de/sie-ist-da-die-erste-einstweilige-verfugung-wegen-tweets/

  29. Rädelsführer der Quälgeister 01. Mai, 2010 at 23:54 #

    Ich habe den Artikel im “Tonspion” gerade gelesen und denke, da geht es um verschiedene Arten von Blogs, das sollte man nicht unbedingt vermischen. Kein Problem sind die, die nur auf legal gepostete Songs verlinken (oder zumindest sollte das kein Problem sein – ich habe einmal einen legalen Song verlinkt, dafür eine Abmahnungsmail bekommen und meine Seite daraufhin auf Eis gelegt, weil ich wenig Lust auf juristische Auseinandersetzungen habe). Nein, aber für problematisch halte ich tatsächlich die Blogs, die gleich ganze Alben posten. Denn Hand auf’s Herz, jeder von uns kennt doch Leute, die sich als Gralshüter der Indie-Szene aufspielen, sich aber seit Jahren keine Musik mehr gekauft und stattdessen fünf volle Festplatten bei sich stehen haben. Das kann’s nicht sein.

  30. Peter 02. Mai, 2010 at 15:11 #

    “….. es um verschiedene Arten von Blogs, das sollte man nicht unbedingt vermischen.” Stimmt, das sollte man nicht.
    Aber gerade die “Sportsfreunde & Spione” tun das. Da wird ein alter Hut herausgekramt, mit einer reisserischen Überschrift versehen und von Musikbloggern gesprochen. Ich kenne zum Beispiel keinen deutschen Blog, der ganze Alben hostet. Und Begrifflichkeiten wie “fast alle” sind ja wohl auch nicht gerade präzise. Das beste wäre Zahlenmaterial, zur Not von dem Rächer der Enterbten, Herrn Gorny.
    :mrgreen:
    Und man solte sich auch fragen, was diese merkwürdigen Belehrungen bezwecken sollen. Abgesehen davon sind die Schlussfolgerungen grenzwertig.

  31. Joaquin 15. Mai, 2010 at 02:29 #

    Den Streit unter den Bloggern hier mal ganz außen vor gelassen, ist es bei der mitlerweile doch enormen sozialen wie auch wirtschaftlichen Stellung des Internets einfach ein kroteskes Versäumniß der Politiker, hier eine klare und aktualisierte Rechtssicherheit für das Internet und deren Nutzer in die Hand zu geben, anstatt diese ewige Rechtsunsicherheit.

Trackbacks und Pingbacks

  1. Stippvisite - 30/04/10 | Lie In The Sound - 30. Apr, 2010

    [...] von Schallgrenzen wundert sich über einen Artikel, in dem der Tonspion wieder einmal kräftig schwadroniert – und dabei des Pudels Kern nicht [...]

  2. Links (5. Mai 2010 - 7. Mai 2010) | Testspiel.de - 07. Mai, 2010

    [...] An aleatory and combinatory remix by Phoenix"Sade – Babyfather (Video) | ITSRAP.deSchall und Rauch: Wie legal sind Musikblogs? Tonspion vs. Blogs?Marvin Gaye meets Bob Marley – Healing In Vain | aloha WEBLOGShockHound [...]

Kommentar verfassen

;-) :wink: :sagnix: :oops: :mrgreen: :idea: :D :-| :-o :-) :) :( :!:

Anmelden |       85 queries. 0,496 seconds.