Retrospektive 2010 – Die besten Alben
23 Dez
Die besten Alben des Jahres. Es ist die Königsklasse, die Mutter aller Listen. Ein guter Song, der einen das Jahr über begleitet, das ist schon eine Hausmarke. Ein ganzes Album allerdings, auf dem es noch nach Wochen und Monaten Hörenswertes zu entdecken gibt, das ist fürwahr die Königsklasse. Hier das für mich Beste vom Besten zu nominieren war kein leichtes Unterfangen. Es ist vollbracht.

Die besten 25 Alben des Jahres 2010. Das sind auch immer Alben, die nicht nur gegenwärtig sondern auch zukünftig einen Menge Spass bereiten werden. Das war zumindest bei den vergangenen Jahres-Charts der Fall. Und das ich mich beim ersten Platz ziemlich weit aus den Fenster gelehnt habe, ist dieser Gewissheit geschuldet. Immerhin ist “The Octopus” von Amplifier erst vor ein paar Wochen erschienen. Wie dem auch sei, meine Entscheidung ist getroffen und ich präsentiere reinen Herzens die besten Alben des Jahres.

1. Amplifier – The Octopus
Eine Doppel CD wäre gar nicht nötig gewesen. Schon der erste Teil von “The Octopus” reicht für die Ewigkeit. Die temporär beste britischen Band hat wahrhaft Meisterliches zwischen Gitarren-Ambient und Space – und Psychedelic-Rock geschaffen.
Genre: Psychedelic-Rock, Progressive, Space-Rock

2. Her Name Is Calla – The Quit Lamb
Eine adäquate Beschreibung dessen, was Her Name Of Calla auf ihrem zweiten Album unter dem Begriff Post-Rock abgeliefert haben, kann nur scheitern. Hören, hören und nochmals hören.
Genre: Post-Rock, Experimental, Klassik

3. The Unwinding Hours – The Unwinding Hours
Ein würdiges Folgeprojekt der unvergessliche Aereogramme. Wunderschöne, todtraurige Verschmelzung aus Folk, Indie- und Post-Rock zum Niederknien.
Genre: Folk, Indie-Rock, Post-Rock

4. Brendan Perry – Ark
Das Album ist ein den Hörer langsam aber sicher überrollendes Monument aus Elektro-Wave Ambient und Gothic. Über allem schwebt die Stimme von Perry und sorgt für Gänsehaut.
Genre: Ambient, Gothic, Dark-Wave

5. Marie-Louise Munck – The Birds Fly Up
Ein wunderbares Album mit schönsten Singer-Songwriter Momenten. Zart und zerbrechlich, melancholisch und wunderschön.
Genre: Folk, Singer-Songwriter

6. Salli Lunn – Heresy And Rite
Die Dänen Salli Lunn haben mich mit ihrem Debüt und ihrer vor Kraft strotzender Mischung aus Progressive und Shoegaze regelrecht weggefegt.
Genre: Shoegaze, Progressive

7. Menomena – Mines
Soviel zeitlose Schönheit mit skurillen, sperrig-schönen Momente hat man selten. Meisterlich.
Genre: Indie-Rock, Experinmental, Post-Rock

8. Dear John Letter – Part & Fragment
Was für ein Album. In diesem bayerischen Psychedelic-Universum sind euphorischen Rausch- oder Meditations-Zustände garantiert.
Genre: Psychedelic-Rock, Progressive

9. Liars – Sisterworld
Diese geniale, schräge und abgedrehte Mischung aus Böse und Gut, aus Noise-Rock und Post-Punk macht ihnen so schnell keiner nach.
Genre: Post-Punk, Noise-Rock, Indie-Rock

10. The Kays Lavelle – Be Still This Gentle Morning
Vielleicht das unterbewerteste Album der unterbewertesten Band des jhares. Traumhafte Melodien und Songs zum dahinschmelzen zwischen Indie-Rock, Folk und Dream-Pop.
Genre: Folk-Rock, Dream-Pop, Indie

11. The Happy End – Echoes Of Jericho
In manchen Momenten, an manchen Tagen die beste Band der Welt. An den anderen Tagen mit das Beste aus deutschen Landen. Noise-Rock der Extraklasse.
Genre: Noise-Rock

12. Khoma – A Final Storm
Hat ein bisschen gedauert. Das dritte Album der progressiven Post-Rocker aus Umeå in Schweden kommt langsam, dann aber mit aller Wucht.
Genre: Progressive, Noise-Rock, Metal

13. The National – Violet
Uramerikanischer, wolkenverhangenen Düster-Pop. Melancholie und Tristesse, gepimpt durch Chor, schmachtende Streichern und Piano in Moll.
Genre: Post-Punk, Alternative

14. Irata – Irata
Diese Band und ihr Album hat mir meinen Glauben an gute Musik aus dem Bereich Mathematik, Progressive und Metal wiedergegeben. Ein weiterer Vorteil: ich brauche jetzt nicht mehr die alten Scheiben von zu Tool hören.
Genre: Metal, Progressive, Instrumental

15. Maserati – Pyramid Of The Sun
Techno goes Post-Rock. Raketenschneller Instrumental-Rock der ungemein entspannend wirkt.
Genre: Post-Rock, Instrumental

16. Mesh – A Perfect Solution
Das einzige Album aus dem von mir früher so geliebten Umfeld aus Synthie und Pop, das mich wirklich überzeugt hat. Fast schon das beste Album der Band aus Bristol. Elektro-Pop ohne Schwächen.
Genre: Elektro-Pop

17. For A Minor Reflection – Höldum í átt að óreiðu
Lange nicht mehr so entspannenden instrumentalen Post-Rock gehört. Isländische Traumlandschaften im Schatten von Sigur Ros.
Genre: Instrumental, Post-Rock

18. Oceansize – Self Preserved While The Bodies Float Up
Und ich bleibe dabei. Die beste britische Band im Spannungsfeld zwischen Progressive und Metal. Und das Schöne, Oceansize haben die Melodie entdeckt.
Genre: Progressive-Metal, Post-Rock

19. Dakota Suite – Vallisa
Musik, so abgrundtief traurig, das Melancholie wie Himmelhochjauchzend erscheint. Wunderbare Musik, auf den Gleisen liegend und auf den Zug wartend.
Genre: Ambient, zeitgenössische Klassik

20. Kitty Wu – Someone Was Here
Auf die Dänen Kitty Wu ist Verlass. Zwar nicht mehr so melancholisch wie die Vorgänger, aber der flotte Indie-Rock hat seine grossen Momente.
Genre: Indie-Rock

21. Kashmir – Trespassers
Auch die Dänen Kashmir können kein schlechtes Album veröffentlichen. Wie immer Indie-Rock mit Pathos und Melancholie, diesmal mit einer hörbaren Verschiebung in Richtung Experimentalkunst.
Genre: Indie-Rock

22. Instrument – Instrument
Die bayerische Variante: Auf hohen Niveau schwankend zwischen Post-Rock und Pop. Kopfkino.
Genre: Post-Rock, Progressive

23. Deftones – Diamond Eyes
Nicht nur darf man sich wieder einmal über den besten Schlagzeug-Sound aller Zeiten erfreuen, sondern auch über adrelaningetränkten Alternative und Metal-Noise-Rock vom Feinsten.
Genre: Alternative, Noise-Rock, Metal

24. Interpol – Interpol
Meine anfängliche Euphorie ist zugebenermassen etwas abgekühlt, aber dennoch steht den Düster-Rockern ein Platz in den Top 25 zu.
Genre: Indie-Rock, Post-Punk

25. Massive Attack – Heligoland
Hat sich das siebenjährige Warten auf Massive Attack gelohnt? Definitiv! Maschinenmusik, fette Beats und dramatischen Momente.
Genre: Electronica, Trip-Hop, Big Beats
Und da 2010 ein so verdammt gutes Jahr in Sachen Musik war, gibt es noch weitere herausragende Alben die ich nie und nimmer missen möchte. Deshalb hier weitere überragende Veröffentlichungen 2010 mit Ehrenplatz. Heiss geliebt, durchnummeriert aber ohne Gewichtung:
26. Gazpacho – Missa Atropos (Art-Rock, Progressive)
27. The Bewitched Hands – Birds & Drums ( Indie-Pop / Folk)
28. Lunatic Soul – Lunatic Soul II (Art-Rock, Progressive)
29. Autolux – Transit Transit (Indie-Rock / Alternative)
30. Mle[e] – Discovering The Substantial (Indie-Rock / Alternative)
31. O.Children – O.Children (Post-Punk)
32. Rachel Grimes – Book Of Leaves (contemporary Classic)
33. I Like Trains – He Who Saw The Deep (Indie-Rock/Post-Punk)
34. Heirs – Fowl (Post-Rock, Metal)
35. Omega Massif – Geisterstadt | Kalt (Doom/Progressive)
36. Kom – Berry White (Post-Rock)
37. A Forest – Leaves Leaves Fall Fall Rain Fall (Electronica)
38. Customs – Enter The Characters (Post-Punk)
39. Chapter – III (A Collection Of Monsters) (Indie-Rock)
40. Ventura – We Recruit (Indie-Rock)
41. The Sunshine Underground – Nobody`s Coming To Save You (Indie-Rock)
42. Collapse Under The Empire – The Sirens Sound (Post-Rock)
43. Kerretta – Vilayer (Metal, Post-Rock)
44. Thrushes – Night Falls (Shoegaze, Dream-Pop)
45. Across The Delta – Passports & Souvenirs (Indie-Rock, Progressive)
46. Pen Expers – Dirty Tender Love (Post-Punk)
47. Arcade Fire – The Suburbs (Indie-Rock, Folk)
48. Scumbucket – Sarsaparilla (Alternative)
49. You! – You! (Indie-Rock, Post-Punk)
50. Begbie – The Age of Golden Lies (Indie-Pop, Indie-Rock)
via Amazon: die besten Alben 2010
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Irata klingt interessant; andererseits dachte ich das von Instrument auch, bis ich mal reinhörte und vom Kauf absah. Musik zu beschreiben ist wie Bilder zu tanzen. Ach.
Lieber Herr Ebenezer Scruux,

Heute ist Weihnachten. Stell dir nur vor, wie der arme Herr Schreiberling in der kalten Kammer bei seinen hungrigen Kindern und kranken Hunde sitzt und seine herzallerliebste Frau ein dünnes Weihnachtssüppchen aus mageren Knochen kocht? Vater kam gerade erst aus der Schreibstube heim. Die Kinderaugen glänzen vor bescheidenem Glück und Freude auf das doch so bittere Weihnachtsfest. Siehst du die glücklichen Augen dieser Familie? Willst du dies an dem heutrigen Tage zerbrechen? Bedenke, es gibt noch den Geist der zukünftigen Weihnachten…
Allen verlorenen Seelen, allen glücklichen Seelen, allen Bloggern und allen Leser und Kritikern des armen Schreiberlings wünsche ich ein schönes und glückliches Weihnachstfest.
… zu den Platten komme ich später! Har!
Max Goldt hat mal geschrieben, wenn Kinderaugen mal NICHT glänzen, muss ein Unglück geschehen sein.
Peter, wenn ich dich nicht hätte, dann wäre doch glatt das ein oder andere Schmeckerle an mir vorbeigerauscht, ohne dass ich es wahrgenommen hätte.
Danke an dieser Stelle ganz herzlich für deinen absolut genialen Blog und die überaus grandiosen Alben, die unter deine kritischen Ohren genommen werden, um anschließend die meinigen zu verzücken.
Tja, Unglück gibt es halt leider mehr als es ein Weihnachtsfest polieren zu vermag.
Ist zwar nicht von 2010, sondern von 2008. Aber da kannte ich die noch nicht und auch deinen zauberhaften Blog nicht, lieber Peter!
Hier die Scheibe: Elbow: The Seldom Seen Kid.
Oder kennst Du die schon gar?
Wish You A Happy New Year, Mate!
Guckst Du hier: Retrospektive 2008 oder Die besten 500 Alben
Man! Dem Onkel Peter kann man aber auch nix Neues erzählen!
Hmm, wir haben ja nicht viel Übereinstimmungen auf unserer Liste für 2010. Aber deine Erwähnung von For A Minor Reflection und Dakota Suite erinnert mich sehr daran, dass ich die Alben dieser Acts schon länger für mich entdecken wollte. Ich lese deinen Blog ja voll Staunen, aber Teufel noch mal mindestens ein Drittel der erwähnten Musiker hat es dann doch nicht in meine Hirnrinde geschafft. Asche auf mein Haupt.
Und was heißt es, wenn ich auf die Elbows über ne Frau bekommen habe?
LOL!
Wünsch Dir was, Peter!
Spricht für die Frau
Tse… Na aber hallo! Als wenn wir Frauchen keinen guten Musikgeschmack unser eigen nennen dürfen