
Die besten Alben des Jahres. Quasi die Königsklasse der musikalischen Listen am Ende des Jahres. Einen tollen Song ist schon ein beachtliche Leistung, ein ganzes Album mit guter und nachhaltiger Musik, ,das ist ein ganz anderes Kaliber. Alben, auf denen es noch nach Monaten etwas zu entdecken gibt, das ist wahrhaftig die Königsklasse. 2009 war musikalisch, so scheint es mir, nicht besser, aber auch nicht schlechter als die Jahre zuvor. Immerhin 50 Alben, die ich nicht missen möchte stehen auf der Habenseite. Vielleicht nicht für die Ewigkeit, aber dennoch….
Die besten Alben 2009

01. Blacklist – Midnight Of The Century
Ein ziemlich scheussliches Cover, das den feingeistigen Kunstliebhaber abschrecken mag. Die Jungs von Blacklist schauen wohl zuviel schlechte Filme. Was die Amerikaner mit ihrem Debüt allerdings bieten, ist dunkel eingefärbter Rock der Extraklasse, der den schrecklichen Golem auf dem Cover vergessen lässt.Viele Reminizenzen an die 80ern sind zu hören. Die besten Momente von Bands wie The Comsat Angels ( ab den 3. Album), The Chameleons, The Mission und natürlich Sister Of Mercy werden mal druckvoll mit viel Energie, mal mit angezogener Handbremse neu und spannend interpretiert. Zwar wird das Rad nicht neu erfunden, aber Blacklist machen eine Menge Spass.
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02. Her Name Is Calla – The Heritage
Die Briten Her Name Is Calla machen schöne Musik. Schönheit im Sinne von vertonten Weltschmerz. Elegische Sinfonien mit melancholisch, depressiven Grundtönen. Vorgetragen im genreübergreifenden Gewand der sich Post-Rock nennt. Dazu klassiche Instrumente wie Bläser und Streicher. Rocksymphonien für die schönen Momente im Leben. Macht traurige Musik glücklich? Ich für mein Teil kann das bejahen.
Free MP3 Download: Zwei Songs des Albums “The Heritage”
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03. Blueneck – The Fallen Host
Entschleunigung heisst das Zauberwort. Bisher habe ich, um wieder runter zu kommen, Talk Talk oder Mark Hollis aufgelegt. Mit The Fallen Host verlasse ich dieses nervende Raum / Zeitkontinium und schwebe in einem unendlich grossen Raum. Diffuses, helles Licht und kein Horizont. Ich schwebe, ich lebe.
04. The Twilight Sad – Forget The Night Ahead
Das möglicherweise eingängigste, aber auch beste Album der Schotten. Einige fulminate Gassenhauer und ansonsten düsterer Shoegaze/Noiserock der besseren Art. Ich spiele Luftgitarre und versuche mitzusingen.
05. Gazpacho – Tick Tock
Das für mich beste Album aus dem Bereich Progressive-Rock. Und, da bin ich mir ziemlich sicher, Tick Tock werde ich auch noch in ein paar Jahren mögen. Für mich das gelungenste, was die Norweger bisher abgeliefert haben. Ein Konzeptalbum, Vertonung einer Wanderung von Antoine de Saint-Exupéry durch die Wüste. Mutterseelen allein, eine Aussen – und Innenansicht.
06. Placebo – Battle For The Sun
Entweder man mag Placebo oder man mag sie nicht. Ich mag sie. Und ich mag ihr neues Album. Schmissiger britischer Pop und Rock mit einigen seeligen Momenten. Allerdings ist dem Trio die früheren Feinheiten abhanden gekommen. Liegt wohl mit am neuen Schlagzeuger. Der Kerl ist ein verdammter Metzger.
07. Grizzly Bear – Veckatimest
Wieder mal ein herrliches, fummeliges Meisterwerk aus Brooklyn, NYC. Progressive Melange aus Indie, Folk und Rock. Was es auf Veckatimest zu entdecken gibt, ist einfach unglaublich. Sie sind so etwas wie die besseren Animal Collective, ein fragiles Sammelsurium. Amerikanisch, zerbrechlich zwischen Tradition und Fortschritt und sehr unberechenbar.
08. Antony And The Johnsons – The Crying Light
Ein merkwürdiges, albtraumhaftes und schönes Album, das mich an Scott Walkers The Drift erinnert. Aha, mag der Leser denken, Klappsmühlenmusik für die Gummizelle. Da ist was dran. Eine musikalische verstörend, androgyne Geisterfahrt durch dunkle Seelenlandschaften.
09. Piano Magic – Ovations
Romatische Kammermusik zwischen düsteren Pop, Post-Punk und quer durch die Walachei (Post-Rock). Dies alles überaus elegant und stllvoll umgesetzt. Ein, so sagt’s der Peter gaaaanz tolles Album.
10. British Sea Power – Man Of Aran [Soundtrack]
Ich mag das Meer. Scheiss auf die Berge. All die wunderbaren, aufregenden Geschichten, in dem das Meer das Zepter führt, liebe ich bis heute. Ob es die Geschichten von Jack London oder Herman Melville, von Ernest Hemingway oder Robert Louis Stevenson sind, wenn das Meer eine der Hauptrollen soielt, bin ich dabei. Ich kann an keinem Wrackmuseum vorbeigehen und lasse mir jeder Geschichte erzählen, die vom Kampf, vom Tod und vom Leben am und im Meer handelt. Geschichte wie die der Menschen von Aran, einer kleinen westirischen Inselgruppe in den 30er Jahren.
11. Heroes & Zeros – Strange Constellations
12. John Doe Tale – Minor Defect
13. Helgi Jonsson – For The Rest Of My Childhood
14. Sons Had Father – The Bearing, The Celebration
15. (((S))) – Ghost
16. Editors – In This Light And On This Evening
17. Doves – Kingdom Of Rust
18. Scumbucket – Heliophobia (Re-Release)
19. Paul Armfield – Blood, Fish & Bone
20. Porcupine Tree – The Incident
21. Firekites – The Bowery
22. Isis – Wavering Radiant
23. Collapse Under The Empire – Find A Place To Be Safe
24. The Butterfly Effect – Final Conversation of Kings
25. Solar Powered People – Living Through the Low
26. Moke – Shorland
27. Vic Chesnutt – At The Cut
28. Junius – The Martrydom of a Catastrophist
29. Scarlet Youth – Breaking The Patterns
30.Trespassers William – The Natural Order of Things
31.The Horrors – Primary Colours
32. A Place To Bury Strangers – Exploding Head
33. Dredg – The Pariah, The Parrot, The Delusion
34. The Decemberists – The Hazards Of Love
35. Caspian – Tertia
36. War Tapes – The Continental Divide
37. Marie Dahl – Adelaide And Hell’s Bridegroom
38. Callisto – Providence
39. We Were Promised Jetpacks – These Four Walls
40. Maybeshewill – Sing the Word Hope in Four-Part Harmony
41. Carpet – The Eye Is The Heart Mirror
42. Jeniferever – Spring Tides
43. Hemlock Smith – Keep The Devil Out Of Hillsboro
44. Mimes Of Wine – Apocalypse Sets In
45. Russian Circles – Geneva
46. Mein Mio – Irgendwo in dieser grossen Stadt
47. Danish Daycare – A Story Of Hurt
48. Riverside – Anno Domini High Definition
49. Samuraj Cities – Mixed Up Record Collection
50. Constants – The Foundation, The Machine, The Ascension

Du hast Muse vergessen!
Holy Shit, tatsächlich
Für mich war das Jahr musikalisch gesehen so überwältigend, dass ich meine Bestenliste immer noch nicht zusammen habe. Nur eines weiss ich: Die Doves gehören in jedem Fall rein, schön die auch bei dir zu sehen!
Scheußliches Cover? Du solltest das Bild mal in Originalgröße sehen
Placebo: “Allerdings ist dem Trio die früheren Feinheiten abhanden gekommen. Liegt wohl mit am neuen Schlagzeuger. Der Kerl ist ein verdammter Metzger.”
Stimmt. Genau das habe ich auch in meinem Artikel über das Placebo Konzert in Köln geschrieben. Eigentlich ist er das Tier aus der Muppet Show.
Wirklich gut und passend, aber deinen Geschmack haben wir schon längst erkannt: Sehr Gut! Was uns vielmehr interessiert: Wie ist die Frisur geworden???
Zeigen! Zeigen! Zeigen!
PS: Nett, die Tauben zu den Sternen am östlichen Firmament zu schicken…
da kenne ich nicht allzuviel davon, aber bei mir gibt es eben wieder nur die “proll-top 10″ zu lesen
frohe weihnachten, peter!
Wirklich eine gute Zusammenstellung. Schätze mal
Savoy Grand – Accident Book und pg.lost – In Never Out haben deine Liste nur ganz knapp verfehlt ….
Bin erst vor ein paar Tagen auf deine Webseite und Radiosendung gestoßen – beides gefällt mir ausgezeichnet! Artikel wie zuletzt über Arms And Sleepers oder Her Name Is Calla sind äußerst lesenswert. Und ja, ich kann bestätigen: traurige Musik macht glücklich…!