PostScriptum – Prophet : Deny
18 Sep

Wenn jemand Theologie studiert hat, sich mit philosophischen Problemen beschäftigt und sich dann entscheidet, doch Musiker zu werden, der macht die Musik, die wir von PostScriptum hören. Und ja, wir brauchen keine (falschen) Propheten, um in dieser Welt zurechtzukommen. Und bei allen Problemen, mit denen wir uns herumzuschlagen haben, mit Trauer, dem Tod, mit Wut und dem Verlust der Liebe, im Grunde müssen wir und selbst aus den Sumpf ziehen. So ist das wohl.
Zu der Handvoll Bands, an denen ich regelrecht einen Narren gefressen habe, gehören unter anderem die Norweger PostScriptum. Ihr neues Album Prophet : Deny ist eingetrudelt, und entspricht den Erwartungen. Das ich die Band nicht nach Hildesheim holen konnte (und Petter wäre wirklich gerne gekommen) war eher Terminschwierigkeiten und der Tatschache zu schulden, das die Norweger keine Dänen sind. Aber um der Wahrheit genüge zu tun, ich hab’s verpeilt. Den die Musik von Postscriptum kommt nicht nur auf Tonträger gepresst, sondern mit Sicherheit auf der Bühne bestens an. Straighter Rock mit einer Prise Wave und Gothic, hymnische Melodien, grossartige Gesang von Petter Kjus Skippervold und mit jedem Song ein wenig auf der dunklen Seite. Einige Songs wie das mich damals aus den Socken gehauene “Garbage Man” oder die dunkle Ballade “Your Eyes” kannte ich bereits von der vorab veröffentlichten EP, aber es gibt einige neue Songs, die gefallen. Zum Beispiel “This Is Dynamite”, das ist Pop und Rock in einer geballten Mischung, ein unwiderstehlicher Ohrwurm der sich mit dem Seelenleben eines Selbstmordattentäters beschäftigt.
Das Album ist voll mit wunderbaren, melancholischen und eher ruhigen Songs wie “Departure “, “Sailor” und “Your Eyes” und dem wunderbaren “Sound Of Home”, meinem momentanen Lieblingssong auf diesem Album. Zwei, dreimal wird nach vorne gerockt, aber im Grunde ist Prophet : Deny ein ruhiges, fast schon besinnliches Album. Und jetzt weiss ich ja endlich, warum der Sänger sich mich düsteren Gedanken und dunklen Klängen beschäftigt. Petter hat Theologie studiert, sich mit dem Alten Testament (einer ziemlich finsterern und blutrünstigen Angelegenheit) beschäftigt und somit eine Affinität zur Philosophie und den Problemen und Seelenzuständen in dieser Welt.
Und wer kein Herz aus Stein hat, wird bei den meisten Songs mitsummen. Den, obwohl die Songs eher in schlichter Schönheit angelegt sind, ist immer eine feine Melodie vorhanden. Hier und da eine wütenden Gitarrenattacke, doch immer ist es auch Pop. Dunkler Pop. Und dann klappt das auch mit dem mitsummen.
Anspieltipps: This Is Dynamit | Sound Of Home | One Day
Wertung: 8/10
Album kaufen: Prophet: Deny
Homepage: PostScriptum | MySpace | India Records
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Jetzt hab ich grad gegrübelt, ob du mich auf die Band gebracht hast oder gleichzeitig zur Entdeckung hier bei dir, letztes Jahr die Single bei mir aufschlug. Auf jeden Fall krieg ich die Jungs auch nicht mehr aus den Ohren – ganz großartig! Habs drüben bei mir und beim Radio auch schon gewürdigt
Gehen wir einfach davon aus, das wir die Norweger gleichzeitig für uns entdeckt haben…
Ich soll dich übrigens ganz herzlich von Petter grüßen, wenn ich dir schreibe. Was dann hiermit getan wäre ;)
Da kannst Du mal sehen, so klein ist die (Blog)Welt.
Hey
nice review! I’m looking forward to see the guys again in Cologne!