
PostScriptum und Greener | Konzert in Hildesheim | Kufa
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Dunkel, düster und schön war es. Nicht nur die Musik, sondern auch das Ambiente im “Buffo” passte wunderbar zu dem Gig der Norweger Postscriptum, die meine Einladung nach Hildesheim gefolgt waren. Und so sind auch die Bilder (ich habe da ein wenig nachgeholfen) düster geworden. Zwar hatte ich mir Anfang des Jahres geschworen, kein Konzert zu veranstalten, da mein Nervenkostüm doch arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, im Nachhinein bin ich froh, das ich mein Versprechen gegenüber Petter eingehalten habe. Was für eine geile Performance! Aber eins nach dem anderen.
Erst einmal habe ich Blut und Wasser geschwitzt. Die Norweger kamen nicht. Während Greener es aus Hannover nicht weit hatten und zeitig eintrafen, war von den Skandinaviern weit und breit nichts zu sehen. Dann ein Handyanruf. Stau. Irgendwo in der Wallachei. Vor 20 Uhr könnte man nicht mit ihnen rechnen. Greener zogen ihren Soundcheck vor ( Stig nutze später das Drum-Set der Hannoveraner) und ich rannte zwar herum wie Falschgeld, mir wurde von allen Seiten aber eine stoische Ruhe nachgesagt. Nach einer achtstündigen Irrfahrt kamen Postscriptum sehr viel später als erwartet an, waren aber quietschfidel an. Stürmische Umarmungen, dann der Soundcheck. Vor der Kufa tummelte sich bereits die ersten Besucher, es war ein schöner, lauer Abend und ich entspannte mich jetzt vollkommen.

Die Norweger waren natürlich hungrig wie Wölfe, und so machten sie sich über einen herzhaftes Lunch (es gab überbackene Katze) her. Die überbackene Katze wurde dann im Laufe des Abends noch zum Running Gag. Petter schrieb mir im Vorfeld, das Stig kein Schweinefleich mochte, und so schlug ich ihm damals vor, unseren fetten Kater in die Pfanne zu hauen.
Greener begann um kurz vor halb elf. Tolles Konzert einer tollen Band, der ich allen Erfolg gönne und wünsche. Ihre Mischung aus Noise, Indie-Rock und progressiven Parts erinnert mich immer wieder an die grossartigen britische Band Aereogramme. Druckvoll, vertrackte Beats und Gitarren, die zwischen zarten Melodien und harten, messerscharfen Rythmen wechseln, Spannung erzeugen, sich reiben, um dann gemeinsam Soundwände zu erklimmen. Nach einer wohlverdienten Zugabe wurden Greener freundlich verabschiedet.

Ich schnell vor die Tür, um kurz eine zu schmöcken, schon ging es weiter. Postscriptum legten los. Und das fulminant, druckvoll und voll Elan. Ich hatte die Band zwar letztes Jahr in Osnabrück gesehen (und dort Petter in die Hand versproche, sie nach Hildesheim zu holen) aber das war kein Vergleich gegen diesen Auftritt. Im Vorfeld hatte ich die Crew der Kufa gebeten: “Macht’s schön”, aber jetzt war’s schöner als schön. Matze und Lupo (Kufa) sorgten für fetten Sound und eine richtig geile Lightshow. Es war zwar laut, aber der Sound sauber und druckvoll, das Licht war wirklich optimal. Es gab schöne Akzente und die Farben war sparsam gesetzt, nicht zu hell und passten wunderbar zur Musik.
Setlist
Your Eyes
East Of Egypt
When You Leave Me
Paradise Lost
In Between
Sound Of Home
Sailor
Garbage Man
This Is Dynamite
The Colour Of Grey
Into The Light
Where Did MyLove Go
PostScriptum sind eine Liveband. Wer nur das Album “Prophet:Deny” kennt, hat was verpasst. Live wird gerockt. Und die Band legte von den ersten Tönen von “Yor Eyes” mit jeden weiteren Song noch etwas mehr auf die Schippe. Sänger (und Gitarrist) Petter war in Höchstform. Die Bühne war gross genug, um der Band (und vor allem dem Sänger) den nötigen Platz für die Performance zu schaffen. Im Mittelpunkt der Show stand ein freundlicher Petter Kjus Skippervold, der mit großen (und kleinen )Gesten und ab und an einem verschmitzten Lächeln den dunkeln, manchmal düstern Gothicrock präsentierte. Nach zwei Songs hatte er das Publikum auf seiner Seite. Links stand Knut, bediente die Leadgitarre, sah leicht diabolisch aus und rockte sich die Seele aus dem Leib. Am Bass verzog ArnFinn wie immer kaum eine Miene, enterte aber ab und an zusammen mit seinem Gegenpart auf der anderen Seite ein Podest, und sorgte ansonsten für ein beständige, treibendes Bassspiel. Schlagzeuger Stig Vaernes, von überbackener Katze gestärkt, sorgte für ein mitreissendes Fundament. Präzise und harten Punch trieb er die Songs nach vorne und war mit dafür verantwortlich, das Postscriptum Live allererste Sahne sind.

Höhepunkt war unter anderem der neue Song “In Between” mit einer von Petter deutsch gesungene Passage. Überhaupt der Sänger. Natürlich Mittelpunkt der Show, hielt er die Fäden in der Hand. Mal pathetisch, dann wieder mit kleine Geste unterstrich er die inbrünstig vorgetragenen Songs. Und das mit einer ganz einzigartigen Stimme. Der Mann sieht nicht nur sympatisch aus, er ist es auch. Ein Teil der weibliche Besucher waren nicht nur begeistert von der Show, sondern fanden den Sänger auch noch total süß (den Schlagzeuger übrigends auch). Potzblitz. Naja, jedenfalls gabe es zur Mitte des Sets mit einen wunderbaren (meinen Lieblingssong der Band) “Sound Of Home” und “Sailor” zwar eine kleine (aber angenehme Ruhepause), dann wurde aber dermassen losgerockt, das auch die reserviertesten Besucher in mehr oder weniger heftige Zuckungen gerieten. Zwar musste ich auch noch fotografieren, aber ich beobachtete mich dabei, wie ich anfing, Luftgitarre zu spielen.
Deswegen sind leider auch so viele Bilder unscharf geworden. Bei “This Is Dynamite” sprang Petter von der Bühne ins Publikum, beim letzten Song vor der Zugabe “The Color Of Grey” war der Funken restlos übergesprungen. Als Zugabe gab es mit “Into The Light” einen weiteren neuen Song zu hören sowie ein fulminates “Where Did My Love Go”, was ich langsam mitsingen kann. Ein grossartiger Abgang.

Ach ja, der 14 jährige Hagen war der Gewinner der Verlosung und bekam ein handsignierte Album überreicht. Der junge Mann wurde selbstverständlich von seinem volljährigem Vater zum Konzert begleitet. Beide trollten sich glücklich und zufrieden.

Im Backstage wurden die ersten Biere gekippt. Felix führte für Radio Tonkuhle noch ein Interview mit Petter. Und da mir mein norwegischer Freund eine wirklich sehr persönlich signierte CD übergab, musste ich mich revanchieren und drückte dem freudig verdutzten Petter den Livemitschnitt (komplett und in Stereo) in Form eines USB-Stick in die Hand. Wurde flugs von eiem kleinen Mac vereinnahmt. Bis kurz vor Drei wurde draußen noch geklönt, dann ging’s (ziemlich rustikal) in die Heia. Ich machte mich mit Summen im Ohr auf den Heimweg.
Nach kurzer Nacht klingelte bei mir viel zu früh der Wecker. Schnell zum Bäcker und 30 frische Brötchen eingetütet und dann ein schönes Frühstück gezaubert. Besonders interessant der Geschmack von Stig. Brötchen mit Butter, dick mit Nutella beschmiert und mit einer Schicht Bananenscheiben belegt. Lecker. Dann musste es ganz schnell gehen, den die Band sollte Abend irgendwo in der Einöde Belgiens aufspielen. Wie dann das gesamte Equipment plus Garderobe plus 4 Norweger plus zwei Fahrer in einen VW-Bus verstaut wurde, war schon ein Kunst für sich. Ein letztes Foto, ein letztes Umarmen, ein Versprechen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr auf dem M’era Luna sowie ein Prosit auf die Freundschaft fuhren sie ab. Und ich musste noch aufräumen. Den ganzen Scheiß.

Auf dem Bild sind zu sehen von links nach rechts: ArnFinn Stautland, Siggi Stern (Kufa), Petter Kjus Skippervold, Peter Rehbein (ich), Stig Vaernes und Knut Bjornar Asphol
Abschliessen darf ich zusammenfassen: Tolles Konzert, perfektes Ambiente, freundliches und begeistertes Publikum und ein wunderbarer Tag. Die Tatsache, das es schwierig ist, Konzerte mit Rockbands in Hildesheim zu veranstalten, bleibt zwar bestehen, aber der Hildesheimer Gig war recht gut besucht (der Kölner Auftritt der Band wurde beispielsweise getoppt), und das macht Hoffnung. Da die Helferschar diesmal überschaubar war, kann ich sie namentlich aufführen, ohne Angst zu haben, jemand zu vergessen. Vielen Dank an Siggi (Kufa), das er einen Narren an mir gefressen hat. Vielen Dank an Lupo und Matze (Kufa Technik) und das Mädchen, deren Name ich leider vergessen habe und die beim Bühnenaufbau geholfen hat. Vielen Dank an Jesssica und Felix (Radio Tonkuhle), die die Kasse gemacht haben und vielen Dank an meine Frau für die überbackene Katze.
PS: Da Greener es komplett verschwitzt hatten, einen Merchandise-stand aufzubauen, kann der Kauf ihrer CD’s auf der Homepage der Band nachgeholt werden. Oder zur Zeit bei mir, die haben nämlich einen Karton mit Cd’s hier liegen gelassen.
PostSriptum: Vocals&;Guitar: Petter Kjus Skippervold | Guitar:Knut Bjornar Asphol | Bass: ArnFinn Stautland | Drums:Stig Vaernes
weitere Infos: Postscriptum | PostSriptum Homepage | Postscriptum MySpace | Greener | Greener MySpace

Hallo Peter,
da hast Du mal wieder was ganz “edles” in die Kufu gebracht.
POSTCRIPTUM war wirklich der “Hammer”.
Unglaublich gut !!! Deine Beschreibung stimmt exakt – jedes Wort trifft zu.
Hat richtig Spaß gemacht.
Freue mich schon auf Deine nächsten Events.
Hi Peter,
ich hab die Jungs ja nun auch schon zweimal gesehen und kann daher sehr gut nachvollziehen, was Du da beschreibst. Schöner und besser hätte man es wohl nicht in Worte fassen können. In einigen Passagen habe Aussagen wiedergefunden, die ich mal getätigt habe, auch wenn ich bei Euch jetzt leider nicht dabei sein konnte. Die Jungs sind einfach immer und überall eine klasse Live-Band!
Gruss aus Hamburg
Hallo Detlef,
freut mich,das es Dir gefallen hat. Ich glaube, wir sollten uns mal auf ein Bier treffen
Hi Peter,
danke für den tollen Bericht,wäre gerne dabeigewesen,leider hat es nicht geklappt:(
aber Köln und Belgien waren klasse!
liebe grüsse
Sonja
P.S. vielleicht hätte es mit jungen Hunden besser geklappt als mit fetten Katzen;)
Ja das es ein toller Bericht ist schon klar…aber
Ich fass es nicht , überbackene Katze….kommt noch dazu das evtl junge Hunde gegessen werden..tztz..also das die Jungs Klasse waren bezweifelt ja keiner.. aber und das ohne Jägermeister…:-)
Nächstemal gibt es nur noch Gemüse…:-P
gglg Maria
Hi, super schöner Bericht. Ich hatte das Vergnügen die Jungs in Köln, Eernegem (Belgien) und Rüdesheim zu erleben. Das waren glaub ich meine schönsten 3 Tage in meinem Leben löl Super nette Jungs, eine einzigartige Show und es war einfach nur genial.
PS löl Wäre es möglich den USB Stick auch zu bekommen? löl Also net den Stick sondern das was drauf ist löl Oder soll ich besser Petter fragen? Ich kann auch mit Sachen von Köln, Eernegem und Rüdesheim tauschen. löl
Warum hab ich mir das schon gedacht das Stig Nutella gern mag? löl Hehe er liebt Schoki und ich hab ihm welche geschenkt zum Geburtstag. Und noch einige Sachen mehr. ;) Heut morgen hab ich Nutella gegessen aber Pur und dachte noch so. Ob Stig das auch gerne isst? lööl
Lg Britta
Maria, hat Petter net ne Allergie gegen Hunde oder Katzen? Und dann muss er sowas auch noch essen.
Und dann kam noch dazu das die Jungs kein richtiges Bett hatten ;) Erst dann wurde der Allohol ja geköpft. M)
Gruß Britta
Hi Britta,
also von einer Allgerie weiss ich nicht. Tatsächlich haben sie alles weggefuttert. Und tatsächlich haben sie eine ganzen Kühlschrank mit Bier niedergemacht, waren Morgens aber bemerkenswert fit. Abgesehen von ArnFinn, der es wohl vorher schon im Kreuz hatte, haben alle geschlafen wie Babys und ich musste sie noch mit zackigen miltärischen Gruß wecken. Das mit dem USB Stick wird so nicht möglich sein, da Petter mich gebeten hat ( aus urheberrechtlichen Gründen und wegen unveröffentlichten Songs) die Hand drauf zu halten. Sorry.
Hi Peter, habe selbst alle 3 Konzis gefilmt (Köln, Eernegem und Rüdesheim) und Petter hat es mir ausdrücklich erlaubt. Und ich hab ihn auch schon wegen den Songs gefragt. Ich denke das er nix dagegen hat wenn ich das Konzi auch noch als Tonaufnahme besitze. ;) Aber du hast schon Recht. Klar will er nicht das du das jedem einfach so weitergibst. Aber wenn er mir die Sachen gibt wird das wohl ok sein. Mal seine Antwort diesbezüglich abwarten. Ich geb ihm ja auch meine Aufnahmen löl
Vergiss das einfach mit den Allergien. Wollte das in meinem Beitrag noch jetzt löschen aber jetzt sind ja schon Antworten geschrieben worden und man kann auch seine Beiträge net löschen. ;)
Ja die haben geschlafen wie Babys weil sie vorher die Pulle Jägermeister geköpft hatten die ich denen in Köln geschenkt habe.
Sie schienen auch in Belgien sehr fit zu sein. Also angemerkt hat man denen nix. ;)
Hi Peter,
sehr schöner Bericht. Ich glaube man kann dieses Erlebnis kaum treffender beschreiben. Jeder der mal auf so einem Konzi war, weiß wovon du redest =)
LG