An Placebo haben sich immer schon die Geister geschieden. Die meisten Leute, mit denen ich musikalisch einigermassen im Konsens lebe, schreien bei Placebo sofort auf. Das Harmloseste, was man sich dann anhören muss, geht in Richtung “schwuchtelige Katzenmusik”. Mir ist Placebo, rein menschlich betrachtet, zwar auch nicht gerade sympathisch, aber die teilweise fast schon feindselige Haltung gegenüber den Briten empfinde ich schon ziemlich seltsam.
Übrigends gibt`s dieses alberne Gemaule nur bei der männlichen Belegschaft. Ich habe mal ein paar Frauenbilder nach ihrer Meinung zu Placebo befragt. Und der bessere, der gütige Mensch, das Weib, fand sie immer (im Grunde Brian Molko) Klasse. Also, an der Band scheiden sich die Geister. Entweder Sekt oder Selter, entweder gut oder scheisse. Ich schlage mich auf die Seite der Frau. Nun habe ich mich zwar anfänglich mit Placebo ebenfalls ein wenig schwer getan, aber wir haben im Laufe der Zeit ( besonders im Auto und bei der Küchenarbeit) unseren Frieden gemacht.
Ich bin gerade dabei, meinen Wagen mit dem neuesten technischen Plug-In Connector SD / USB Interface iPod Schnickschnack aufzupimpen. Und als Standardprogramm wird als erstes eine schöne Placebo Compilation integriert. Im Auto für mich (und meine geliebte Frau) ein Muß. Dabei sind immer Songs wie English Summer Rain, Follow the Cops Back Home, Song to say Goodbye oder Without You I’m Nothing.
Und, meinen Frieden werde ich auch mit dem neuen Album “Battle For The Sun” machen. Dafür sorgen unter anderem Battle For The Sun, Devil In The Details (typisch Placebo und gut), For What It’s Worth (wirklich toll), The Never-Ending Why (bester Song auf dem Album, sozusagen einen musikalische Stampede, Klasse!) die zwar nicht unbedingt neue Klänge bringen, dafür aber ein ganz klein wenig “fröhlicher” und positiver erscheinen als gewohnt. Placebo klingt wie Placebo (ob mit oder ohne neuem Drummer) und damit Basta. Wäre ja noch schöner, wenn die blödsinnige Experimente machen würden. Fazit: Wirklich gute Popmusik die auch meiner Frau und der widerspenstigen Tochter gefällt. Was will ich mehr?
Album via Amazon: Battle for the Sun
Wertung: 8.5/10


Schwuchtelige Katzenmusik!
Androgyne metrobisbisexuelle daherkommende MÄNNER besitzen halt das gewisse Etwas um im weiblichen Genom ein bisher nicht kartiertes Gen anzuschalten, dass für ein Steuerprotein kodiert, welches in einem bisher nicht definierbaren Weg wesentliche Großhirnzentren vom Hirnstamm UND dem limbischen System abzukoppeln. Der Prozess ähnelt durchaus in den Grundzügen dem des nicht willentlich beherrschbaren femininen Pickelausquetschdranges zur Abendzeit (beim XY Partner der Wahl, die autoaggressive Form tritt nur bei Fehlen des XY Partners der Wahl auf).
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Beim gemeinen XY Kandiaten ruft ein solcher Auslöser (hier: Brian Molko) zumeist erst ein Zustand der kompletten Verwirrung (Großhirn paroxysmal gar nicht vorhanden) hervor, dass ja nach durchlebter musikalischer Sozialisationsphase und pubertärer Geschlechts- und Partnerprägungsphase in a) Assimilations/Aquilibrationsverhalten ( durch: Lernen am Erfolg in Bezug auf Frauen. Beispiel: “Compilation CD im Auto”) oder auch in b) unkontrollierbaren und zurückführbaren Ablehnungs- und Vermeidungsverhalten (”schwuchtelige Katzenmusik”) mündet.
Bin mal gespannt auf den Soundcheck…
Bin 1. ein Mann und 2. mit ausgesucht gutem Musikgeschmack behaftet und unterstelle mal jedem Placebo-Gegner mangelnde Bereitschaft die Kombination aus druckvoller Musik, feinen Texten und Molkos einzigartiger Stimme auch nur ansatzweise begreifen zu wollen. Anders ausgedrückt: Wer “Pure Morning” nicht mag, sollte mit CDs gesteinigt werden. Da würden sich ad hoc Exemplare von völlig überschätzten Acts wie St. Vincent oder auch Grizzly Bear anbieten. Mein Urteil zur neuen Placebo wage ich freilich noch nicht abzugeben.
Benedikt hat Recht, auch wenn ich nur 50% von dem, was er schreibt, so auf die Schnelle verarbeiten kann.
Heute nun rauscht die Schlacht um das Sonnenlicht erstmals in guter Audioqualität aus meinen Lautsprechern. Der typische Placebo-Sound ist in jedem Song vertreten, wie könnte es auch anders sein!?
Meds war ja für mich eher eine Compilation von Singles, eher Konzeptlos,aber jeder Titel für sich eine Schönheit. Das empfinde ich beim neusten Ableger absolut anders, aber durchaus im positiven Sinn.
Etwas schlechtes konnte ich noch nicht raushören, das ist ja schonmal ein guter Anfang!
Ich habe gerade (MTV ist doch für was gut) die Live-Übertagung vom PLacebo Konzert gesehen und gehört (Surround-Anlage voll aufgedreht) und muss sagen: Ganz grosses Kino. Eine fanatastische, grandiose und und unglaublich tolle Show. Die ersten Songs waren vom neuen Album, und nachdem ich “Battle For The Sun” jetzt des öfteren gehört habe, kommen sie mir jetzt schon wunderbar vertraut vor. Tolles Konzert und tolles Album. Man sollte eigentlich ein Album erst rezensieren, wenn man’s ein paar Tage gehört hat. Ich finde das Album von Tag zu Tag besser. Und Du hast Recht Carsten, “Battle For The Sun” ist auf jeden Fall homogener und (für mich) werthaltiger als Meds.Und eigentlich ist mir Brian doch sympathisch. Nach der Show auf jeden Fall.
PS: Mach Dir nichts draus. Das meiste von dem, was Bendikt schreibt, versteh ich auch nicht. Ich glaube der hat was ganz komisches, Auswärtiges studiert. Und das färbt ab.
Ha, glaube ich nicht und wieso überhaupt studiert? Bin Fleischfachverkäufer(in)! Die Botschaft ist ganz einfach: Männer sind immer klasse und hauen gerne auf die Kacke (hier: finden Molko schwuchtelig), Frauen sind klüger und quetschen gerne Pickel aus (finden Molko süß). Das Problem ist nur, es gibt auch Frauen, die auf die Kacke hauen und Männer, die nachts heimlich unter Decke Pickel quetschen und/oder Molko süß bis klasse finden. Ergo: Alles gequirlte Kacke mit Pickelsosse.
PS: Das Album ist gut geworden.
Ah, jetzt habe ich es auch verstanden. Diese Pickel-Nummer ist etwas verwirrend. Wer Placebo “An für sich” nicht mag, ist Bettnässer mit Ödipus-Komplex und unterbewussten Ängsten sowie mangelndem Selbstwertgefühl. Macht Sinn.
Ich nässe nicht ins Bett und mein Selbstwertgefühl ist übersteigert. Warum mag ich eigentlich denn Placebo?
Na, sage ich doch. Du hast keine Vorurteile und dir gefällt nun mal ihre Musik. Das passt doch.
Ich fand den gestrigen Konzertmitschnitt auf MTV auch grandios. Dagegen sahen The Killers ganz schön alt aus. Bislang habe ich immer den Standpunkt vertreten, Placebo hätten sich nach The Bitter End auflösen sollen. Denn ein derartiges Meisterwerk werden sie nie wieder schreiben. Aber mittlerweile denke ich, sie haben dennoch irgendwie eine Daseinsberichtigung ;)
Mir gefiel der Mitschnitt nicht so. Auch wenn die neuen Sachen bißchen gefallen, dass wirkliche Placebo-Gefühl aber können sie bei mir nicht wirklich wecken.
Placebo rulez!!