Ora Cogan – Erst das Bild, dann der Song, dann fast gelöscht
26 Mai
Darf ich bei meinen täglichen Musikförderungsmaßnahmen, natürlich Unbekanntes, aber auch mich besonders Berührendes vorstellen? Mich zunächst in ein Bild verlieben, von der Musik nur zu ahnen, um dann beim Hören bestätigt zu werden? Ich kenne Ora Cogan nicht, ich weiss nicht viel über ihre Lebendsumstände. Das heisst, rein gar nichts, ein wenig. Aber mir gefällt diese ruhige, schöne, traurige und einfache Musik, die nach Heimatlosigkeit klingt. In diesen schrecklichen, lauten und ruhelosen Zeit ist nicht viel Platz dafür.
Trotzdem. Auf ihrem aktuelles Album “Habouring” (es gibt einige Songs auf der MySpace-Seite zu hören) sind wehmütige, sparsam Instrumentierte Songs zu hören. Traurig und tapfer. Ora Cogan ist ganz schön herumgekommen. Aufgewachsen auf einer kleinen Insel an der Westküste Kanadas, mit 12 das erste Mal die Saiten gezupft und Gesangsversuche, waren ihre weiteren Stationen Israel, Griechenland und danach als Musikerin die Straßen und kleinen Clubs Europas. Ich stelle mir das gerade vor. Ein Leben für die Musik, mal hier mal dort, von der Hand in den Mund. Da sitze ich hier, lahmarschig aus dem Fenster schauend, und überlege, wieviel Kraft ihr die Musik geben mag. Eine Menge, schätze ich mal.
Hier zwei ältere Schönheiten von der Ep “Sparrow”. Ihr aktuelles Album heisst “Harbouring” und erschien 2008 auf dem spanischen! Label Borne Recording. Ihre Alben kann man hier oder hier erstehen.
Ora Cogan – All God’s Children | mp3
[audio:http://oracogan.com/music/all_gods_children.mp3]
Ora Cogan – Manufactured Freedom | mp3
[audio:http://oracogan.com/music/Manufactured%20Freedom.mp3]
weitere Infos: Ora Cogan Homepage
photo by Melissa Estable
Eigenlich wollte ich diesen Artikel gar nicht veröffentlichen. Er lag schon seit Wochen still und unbeachtet im Ordner “Entwürfe”. Gefühlsdusslei, die nicht meinem Wesen entspricht. Gefühlt und geschrieben in und für einen Augenblick, der nun schon Tage zurückliegt. Ein kurzer Klick auf den Button ” Artikel löschen” und aus dem Sinn. Dann ging mir auf, das alles, was in diesem Blog geschrieben ist, wie so vieles, was jemals von Jemanden geschrieben wurde, nur für eine kurze Spanne, einen Augenblick, vielleicht für einen Tag von Bestand ist.
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Peter, du irrst. Diese “Gefühlsduselei” entspricht durchaus deinem Wesen…
… und lohnt sich durchaus für den Leser. Drück nie zu schnell auf den Button!
Auch uns ist die Dame schon aufgefallen. Besser gesagt mir, da die werte DifferentStars mich heute verwundert gefragt hat, ob ich Ora wirklich ebenfalls schon ein paar Zeilen gewidmet habe. Tja, Mitbloggerin mit zweifelhaftem Geschmack sind schon eine Plage.
http://lieinthesound.wordpress.com/2009/04/25/boulevard-of-the-nameless-ii/