Oasis – Dig Out Your Soul
5 Okt
Da meine bevorzugte Musik nicht gerade von der Insel stammt, ich den gehypten Scheiss von dort eher als überbewertet ansehen, ich viele britische Musiker, die das Festland mit ihrer angeberischen Protzmusik belästigen, für plemplem halte und mir ihr asoziales Auftreten eher unsympatisch ist, sind die besten Vorraussetzungen gegeben, das neue Album Dig Out Your Soul von Oasis unparteiisch einen Schalltest zu unterziehen. Teufel ist das ein Satz. Hoffentlich habe ich die Kommata richtig gesetzt. Die größten Flegel vor dem Herrn sind für mich die Gallagher-Brüder. Interviews mit den Beiden sind zwar immer höchster Genuss und oft amüsant, aber auch hier gilt, wer eine große Fresse hat, sollte auch was dahinter haben.
Prolomässig werden große Töne geschwungen, und gleiches gilt leider auch für die Musik von Oasis. Zwar sind die Rundumschläge der Brüder meistens nicht untreffend, zugegebenermassen heftige Tönen, die häufig voll ins Schwarze treffen, aber spätestens beim Erscheinen eines neuen Albums kommt der Bumerang zurück und trifft am Kopf und macht heftig Aua. Ich habe es mir angehört. Zwar war ich nie ein glühender Fan ihrer Musik, aber sie haben einige wirklich grossartige Songs geschrieben. “Don’t Look Back in Anger” oder “Supersonic”sind solche Songs, die ewig Bestand haben. Und als Gesamtheit war und ist “Definitley Maybe“ ein wahres Meisterwerk von Album. Danach war aber auch Schluß mit Lustig, aber trotzdem ist immerhin diese Leistung der Vergangenheit mit Respekt zu begegnen.
Und darf auch die Relationen nicht aus den Augen verlieren. Sogar die “mittelmässigen” Songs von Oasis sind immer noch um Welten besser als das, was aus Deutschland in diesem Bereich zu hören ist. Das traurige, einfallslose Geschrammel von Bands wie Beatsteaks, Die Ärzte oder den Toten Hosen käme noch nicht mal auf `ne B-seite einer Oasis Single, wenn da nicht die deutschen Texte wären, die man auf Konzerten vollbreit mitsingen kann. Da darf der Herr Gallagher schon mal eine große Klappe haben und sich für größer als die Beatles halten. Und somit höre ich das neue Album der Beatles alias Oasis namens “Dig Out Your Soul”. Das Cover ist schön bunt, die Musik allerdings trauriges Mittelmaß. Aufgeblasene Popsongs die Rocksongs sein wollen, oder umgekehrt. Alles bleibt im Sumpf der Beliebigkeit kleben, und wenn ein Song wie “Falling Down” aufblitzt und gefällt, dann kommt er einen so bekannt und tausendmal gehört vor, das er von vorne bis hinten geklaut sein muss. Eben bei den Beatles, bei den Doors oder bei sich selbst.
Auf “Dig Out Your Soul” habe ich zwar nicht unbedingt gewartet, aber neugierig war ich schon. Und ich höre Songs wie “Waiting for the Rapture”, “Bag It Up” und “Ain’t Got Nothing”. Zwischen Pop und Schrammelrock, der Fan wird es wahrscheinlich toll finden, die Drums krachen ordentlich, psychedelische Geniedel ist zu hören und alles klingt weder nach Fisch noch Fleisch. Naja, Oasis sind und bleiben Traditionalisten reinsten Wassers. So baut das Album zum Ende hin rapide ab und wird schlapper und schlapper. Summa Summarum ist das Album weder besser noch schlechter als der Vorgänger und eigentlich habe ich`s auch nicht erwartet. Und ehrlich gesagt sind mir die Herrschaften auch schnurzegal. Ich höre jetzt von Exxasens das Album Polaris. Das ist geil, geht ab wie Schmidts Katze und es wird nicht soviel gesungen.
[rating:4/6]
Anspieltipps: Das Album “Definitley Maybe” und so ziemlich jeder Song
weitere Infos: Oasis
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Das neue Oasis Album ist wirklich sehr gut gelungen. Es hört sich zwar etwas anders als die alten Alben an aber ich finde diese Weiterentwicklung sehr gut