Nihiling

21 Aug

Die Hamburger Band Nihiling ist weniger mit dem Indie der Hamburger Schule und ihren nachfolgenden Erscheinungen verwandt, sondern sind eher für die stürmischen Töne an der Waterkant zuständig. Gitarren und ein Schlagzeug können schon einen ordentlichen musikalischen Sturm entfachen, und das passiert mit mindestens Windstärke 10. Musikalisch im Umfeld von Bands wie Oceansize, Pelican und die ewige Referenz Mogwai angesiedelt, haben Nihiling auf ihrer EP “Pandora” fünf kleine Meisterwerke abgeliefert.

Das war eine schwierige Geburt. Seid Monaten, genauer gesagt, seid mir die Band ihre EP zugeschickt hat, bin ich in den brachialen, noisigen aber auch melodiösen Progressiverock der Hamburger verliebt und wollte etwas über sie schreiben. Der Song “Moth Gate” zum Beispiel hat es bei mir bis in die Sendung gebracht und ist auch auf einen meiner “Ich-Muss-Zur-Maloche-Fahren-Sampler” vertreten und ist für mich einer der besten Gitarrenbretter aus dem weiten Feld zwischen Progressive, Noise und Postrock. Sie mögen Howard Phillips Lovecraft, das alte mausetote Schreckgespenst, und irgend passt das zu ihrer Musik, zu den dunklen, nicht unbedingt fröhlichen Themen, die die Songs durchziehen.

Interview

Was bedeutet der Name Nihiling?

Ich tue nichts, anstatt abzuwarten das nichts passiert.

Bitte stellt euch den Lesern kurz vor!

Wir sind eine Post-Prog-Rock Band aus Hamburg. Die Band besteht aus Gorka (gesang/gitarre), Felix (gitarre) Sina (bass) und Donnie (drums).

Seit wann macht ihr Musik?

Nihiling besteht seit 2004, es gab jedoch seitdem einige Umbesetzungen.

Kennengelernt habe ich Euch über MySpace. MySpace scheint ja für Musiker, trotz aller Kritik am Design etc. immer noch ganz gut zu funktionieren? Welche Möglichkeiten nutzt ihr noch, um Euch bekannt zu machen?

Myspace funktioniert. Durch Myspace haben wir beispeilsweise Kontakte zu gleichgesinnten Bands, möglichen Produzenten und eben auch zu ,,Schallgrenzen” geschlossen. Gerade bei etwas speziellerer Musik, wie wir sie machen, ist es da um so erstaunlicher wieviel Zuspruch man im grossen Myspace-User-Kreis bekommt. Es ist eine erweiterte Art der Mund zu Mund Propaganda, die uns neben den klassischen Live-Gigs hilft, bekannter zu werden.

Wie sieht es in der Hamburger Musikszene aus? Interaktion oder wurschelt jeder vor sich hin?

Die Konditionen bei Live-Gigs werden für Hamburger Bands aufgrund der hohen Banddichte immer schlechter. Es gibt einige sehr gute Bands die wir zum Teil auch persönlich kennen, allerdings beschränkt sich die Interaktion auf wenige gemeinsame Gigs.

Wie Du mir geschrieben hast, ist Aereogramme eine Eurer musikalischen Musen. Erzählt bitte etwas über Eure Vorbilder und Euern musikalischen Background.

Jeder von uns kommt aus einer ganz anderen sparte. einige sind mit metal aufgewachsen, die anderen mit Punk. Als man sich kennenlernte, fing man an, sich auch musikalisch gemeinsam weiter zu entwickeln. Mittlerweile treffen sich unsere Geschmäcker, so wissen wir, was wir von unserer musik erwarten. Einiger dieser Bands sind neben Aereogramme auch Mogwai oder 65DoS. Wenn man Nihiling hört kommt man leicht auf die bands die uns inspirieren.

Wer ist bei euch für das Song Writing verantwortlich und wie ist die Vorgehensweise?

Wir schreiben alle gemeinsam die songs. Die gute alte Methode: einer hat den Masterplan und die anderen tun doch was sie wollen. Am Ende passt es …meistens.

Darf man nach der EP Pandora noch weitere Werke von Euch erwarten?

Wir arbeiten zur Zeit an unserem nächsten Release. Wahrscheinlich wird man Nihiling in Albumlänge genießen können, wir hoffen das jedenfalls.

Nihiling - Pandora

Um die sehr empfehlenswerte EP “Pandora” zu erstehen, wendet Euch bitte an die Band via MySpace.

Homepage: Nihiling | MySpace

Update: Das Debütalbum M[e]iosis ist erschienen. Hier geht`s zur Rezension.

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4 Antworten zu “Nihiling”

  1. Heiner the einer 22. Aug, 2007 at 13:38 #

    Hi, wir basteln grad an ner alternative zu Radiostationen und musikplattformen, ohne lästiges gequatsche, unbrauchbare filter oder andere unkomfortabilitäten. die hörer bestimmen was gespielt wird und speichern alle songs die ihnen gefallen: http://www.mcracy.com; Passwort: delmonico, weitergeben gerne, grüße vom Mond

  2. Peter 22. Aug, 2007 at 16:23 #

    Was heisst hier “lästiges Gequatsche”? Merkst Du noch die Einschläge? Radio macht glücklich!

  3. DefCon 04. Apr, 2008 at 20:37 #

    Hey Heiner!
    Nobles Vorhaben mit eurer Radiostation – ich würde mich aber echt noch mal nen bißchen mit der Materie Radio befassen. Denn aus wissenschaftlicher Sicht ist das, was ihr vorhabt, eher der Zeit hinterher als innovativ oder gar eine Alternative. Radiosender, die pausenlos nur Musik spielen, gibt es noch mehr als Sand am Meer. Sicher schalten über 80 % der Radiokonsumenten ein, um Musik zu hören. Trotzdem wird die Zahl derer, die Radio als Informationsmedium nutzen und schätzen, gerade wegen der vielen Internet-Dudelfunker wieder größer. Also überlegt euch lieber, ob das lästige Gequatsche nicht einach nur spannend gehalten sein sollte. Denn das Gesicht einer Radiostation prägt tatsächlich der Moderator. Und ist da keiner? Tja, dann spielt man halt Mucke vom Saturn. Die kennt keiner und könnte noch interessant sein.

    Gruß von
    Def

  4. E.T.pro 23. Apr, 2009 at 18:19 #

    Das MTC in Köln besuchte ich gestern Abend voller Vorfreude auf die Gruppe GLOWING ELEPHANT. Mit einer Vorgruppe hatte ich nicht gerechnet und ganz bestimmt nicht, daß diese den Hauptact dermaßen toppen würde. NIHILING – feine Band auf der Bühne und die CD ist auf jeden Fall empfehlenswert. Hoffendlich können sie sich bald ein besseres Equipment für ihre Auftritte leisten damit der Sound der Studioproduktion annähernd erreicht wird. Ich wünsche dieser Gruppe auf alle Fälle alles Gute und hoffendlich hat ihnen der Gig am nächsten Tag in München mehr Spaß gemacht als dem miesepetrigen Sänger des Hauptacts der die Isarmetropole laut eigenem Bekunden ja haßt. Liebe Grüße – E.T.pro

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