Pflicht und Schuldigkeit werde ich im Schalltest mit einem weiteren Dreierpack gerecht. Heraus kommt wie immer subjektiver “Geschwurbel”, das vielleicht dem einen oder anderen Anlass ist, den drei erwähnten Tonträger ( am ehesten als virtuelle Köstlichkeit über z.B. emusic oder iTunes) ein Ohr zu leihen oder gar habhaft zu werden. Auf geht`s.
Metro – Metro
Luxemburg, ein klitzekleines Land, ist bisher ja eher als Hort von bösen Steuerflüchtigen bekannt geworden, den als Heimat moderner Rockmusik. Aus, wie es auf dem Waschzettel der Plattenfirma steht, dem Herzen Europas kommen Metro. Sie sind immerhin seit 2004 im Geschäft. Der Name, eine EP in leuchtendem Blau sowie ein schwarz-weiß Foto versprechen Modernität. Und tatsächlich schallt uns mit Songs wie “Less Than Zero” oder “You`re Never Sexy” zackiger Indie-Rock mit einer ordentlich Prise Brit-Pop entgegen. Das Ganze klingt ziemlich ausgeschlafen und auf Draht. Immerhin stand für das Quartet der Support für mehr als angenehme Kollegen wie Franz Ferdinand, Maximo Park, The (International) Noise Conspiracy, The Wedding Present oder This Will Destroy You auf dem Programm.
Genre: Indie, Indie-Rock
Anspieltipps:You`re Never Sexy | She Went Under
Wertung: 7/10
Facelift – Holon
Seit ich für diesen Sommer einen mehrwöchigen Besuch in der Alpenrepublik angekündigt habe, bekomme ich mehr Promos und Zuschriften aus Östereich als während der letzen paar Jahre. Das wird ein Zufall sein, macht aber nichts. Zumindest dann nicht, wenn die zugesendete Musik mundet. Facelift kommen aus Graz, ihr Album (immerhin das Vierte) heisst “Holon”. Vollgepackt bis Oberkante Unterlippe mit 14 Songs. Gesungen werden die flotten Reigen von einer Dame. Ich würde mal sagen Indie-Rock. Sängerin Andrea Orso haucht, jubiliert, säuselt, schreit und singt im fortwärenden Duell mit Gitarren und schmucken Rythmusfundament. Sagen wir es mal so, alle 14 Songs am Stück gehört kochen mich weich und sind zuviel des Guten. Aber einzeln, in wohldosierter Menge konsumiert, sind die vier Östereicher toll und gehen Live wahrscheinlich ab wie Schmitt´S Katze. Wirklich toll ist “Hello! Hello?”, ein echter Gassenhauer, wie er sein soll und das wirklich ganz bezaubernde (Huch, weiss ich überhaupt, was bezaubernd ist, ich grober Klotz?) “Be Afraid Of!”.
Genre: Indie, Indie-Rock
Anspieltipps:Hello! Hello? | Be Afraid Of!
Wertung: 7/10
Layabout – Suburban Legend
Als ich zum erstenmal in die EP “Suburban Legend” lauschte, war ich nicht sehr amüsiert. Mehr so Schlagermusik. Bandvorsteher Edward “Tex” Miller und seine zwei Mitstreiter nennen sich Layabout. Und vielleicht ist das, was die drei Herren auf sechs Songs abliefern, tatsächlich Schlagermusik. Dann aber verdammt Gute. Vielleicht doch eher Popmusik. Und zwar Gute. Oder eher Jazz, Barmusik und Soul. Mir fallen zwei Namen ein, die unbedingt passen. Elvis Costello und Joe Jackson. Und ungefähr in diese Richtung gehen die Songs, die, umso öfter gehört, besser und besser gefallen. Glänzende Popjuwelen wie “Arms Ground The City”, das mit Pianotumpfern und Bläsern swingende “Like Kin” oder das beschwingte, träumerische “Suburban Legend” klingen einfach herrlich und angenehm. Zwar eher nicht meine bevorzugte Musikrichtung, aber verblüffenderweise das Beste in diesem Dreierpack. Unbedingt auch das flotte “You Eclipsed The Sun”hören. Hier.
Layabout – Arms Ground The City | mp3
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
Genre: Indie-Pop, Swing, Jazz
Anspieltipps:Like Kin | Arms Ground The City
Wertung: 7.5/10




