Monotekktoni – Love your neighbour? No, thanks
20 Mrz

Mein lieber Herr Gesangsverein. Mit dieser Dame ist bestimmt nicht gut Kirschen essen. Jedenfalls nicht, wenn Du ihr Nachbar bist. Obwohl, ich gebe gern und mit stolz zu, einiger meine “Peoples next Door” wünsche ich auch die Pest an den Hals.
Die Rede ist von Monotekktoni dem Projekt der Künstlerin Tonia Reeh aus Berlin und ihrer neuen CD “Love Your Neighbour? No, thanks”. Das Album landete vor ein paar Tagen in meinem Briefkasten und der erste Hördurchgang war zweispältig bis ablehnend. Aber man sollte allem und jedem eine zweite Chance einräumen. Vielleicht war ich beim ersten hören auch genervt, ich weiss es nicht. Damit will ich sagen, “Love Your Neighbour? No, thanks” sollte man nur im ausgeglichenem Seelenzustand hören. Sonst könnte ein Unglück passieren.
Und wie ist die Musik? Die Musik ist gut. Nach mehrmaligen hören sogar sehr gut. Stellt Euch eine wütende Mischung aus Kirsten Hersh, Björk und Nine Inch Nails vor. Abgesehen davon, das in einigen Songs fast schon konventioller Indie-Rock durchschimmert, gibt es im Großen und Ganzen musikalisch auf die Schnauze. Monotekktoni macht keine Gefangenen. Sie ist wütend. Sie schreit, sie droht, sie lässt nicht kalt. Verzerrte peitschende Industrialsound, zorniger Gesang und eine rythmisch – hypnotische Stimmung, die dich einfängt und nicht mehr loslässt. Die Musik ist tanzbar und wirft sogar den einen oder anderen Ohrwurm ab, der sich aber durchs Trommelfell in die Limbische Systeme nagen und dort bleibenden Eindruck hinterlassen wird.
Nach der von mir erstellten Nerv-Skala (Zur Erinnerung: Xavier Naidoo erreicht in der Skala 10 Punkte) liegt Monotekktoni bei 5 von 10 möglichen Punkten. Das heisst, das Album in mehreren Durchläufen gehört, bedeutet: Des Wahnsinns fette Beute.
Homepage: Monotekktoni | MySpace | Sinnbus Records
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