
Entdeckung des Wesentlichen
Vielleicht ist “Discovering The Substantial”, das kommende Debütalbum der Österreicher Mle[e] ein Fingerzeig dafür, wohin die musikalische Reise dieses Jahr mal wieder gehen könnte. Weg von unendlichen Soundlandschaften, hin zu dunkel-melancholisch eingefärben Indie-Rock. Zu Songs, die endlich sind und die man gerade deswegen nicht so schnell vergisst. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Ein Novum ist die heutige Rezension allemal. Das Album, deren Musik ich hier im Schalltest unter wilder Pinselquälerei zu beschreiben suche (unten gibt es eine Hörprobe die mein Geschreibsel obsolvet macht), gibt es noch gar nicht zu erwerben. Unsigned und ohne Label. Willkommen im Club.
Erstmalig hat das Quartet 2006 noch mehlbestäubt mit der EP “Take Apart Your Senses” auf sich aufmerksam gemacht. Melancholischer Indie-Pop aus Wien. Nun ist die Band im Hier und Jetzt bei der Vermessung der Welt zu beobachten. Auf “Discovering The Substantial” werden Antworten gesucht, Fragen gestellt. Düsterer und härter sind die Songs geworden. Auch der Gesang hat an würziger Schärfe gewonnen. Ihr Debütalbum “Discovering The Substantial”, das sind Songs mit fein verwobene Arrangements, zerbrechliche Melodien, noisigen Gitarrenpassagen und weiten Spannungsbögen. Und so darf den Wienern zu ihrer rockigen Melange (sic!) gratuliert werden. Gratuliert zur erfolgreichen Suche nach dem Wesentlichen, ihrem Bekenntnis zu melancholisch-düsteren Indie und standfesten Alternative-Rock. Abseits vom allgemeinen Mode-Blabla und irrlichternen Indie-Albernheiten.
Musik begleitet uns, gibt Kraft und führt uns durch so manches dunkle Tal, vielleicht ins Licht. So führe ich Dank guter Musik und trotz globaler und privaten Katastrophen ein geruhsames Leben in Moll. Anstatt lustig, stimmt düster froh. “Discovering The Substantial” kann dabei behilflich sein.
Und um das noch einmal klar zu stellen. Hätte ich bei einem anständigen Indie-Label die Hosen an, sässen Mle[e] bereits bei mir auf dem Schoss und würden einen Vertrag unterschreiben. So aber kann ich ihnen nur dieses kargen Worte mit auf den Weg geben und dem Vierer aus Wien die Daumen drücken.
Mle[e] – A World Maschine | mp3
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Label: gibt es noch nicht | MySpace
Wertung: 8/10
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