M’era Luna 2010 – Unter anderen mit Brendan Perry
29 Jul

Zu einen der musikalischen Juwelen, die auf dem M’era Luna 2010 in Hildesheim hoffentlich nicht untergehen werden, gehört natürlich Brendan Perry. Zwar mit seinem nachmittaglichen Auftritt im Hangar nur im zweiten Glied angesiedelt, gehört er für mich mit zu den herausragenden Künstlern auf dem M’era Luna 2010. Der Mann hat eine musikalische Vergangenheit, die auf ein aufregendes, wunderbares Konzert hoffen lässt. Perry, britischer Musiker, Sänger und Multi-Instrumentalist bildete zusammen mit der sagenumwobenen Lisa Gerrard das Duo Dead Can Dance. Deren unverwechselbaren, mitunter düsterer Stil aus Neo-Folk, Ethno- und Weltmusik und Klassik hat immerhin Geschichte geschrieben. Ob afrikanische, orientalische oder gregorianische Klänge, Dead Can Dance hatten alle musikalischen Schranken eingerissen und aus den Musikstilen und Epochen dieser Welt ihr ureigenes, geheimnisvolles Universum geschaffen. 1998 trennten sich Perry und Gerrard zunächst, es gab 2005 ein kurzes Lebenzeichen mit anschliessener Tournee und danach Rest in Peace.
Für Interessierte, die sich einen Überblick über Dead Can Dance verschaffen möchten, sei die Compilation “Wake” empfohlen. 26 Songs, die zwar nicht nicht die ganze Welt des Duos aufzeigen, aber die Tür doch ziemlich weit aufreissen.

Nach der endgültigen Trennung war es lange still um Brendan Perry. 1999 veröffentlichte er sein Solo-Album “Eye of the Hunter”, das neben eigenen Stücken auch eine Coverversion von Tim Buckley enthielt. Danach ging es für ihn eher besinnlich zu. Er liess sich in Irland (Cavan Eire) nieder, wurde Leiter einer Samba-Schule (Quivvy School of Samba) und gibt gelegentlich Perkussions-Workshops im alten Studio von Dead Can Dance (Quivvy Church). Er arbeitete mit der musikalischen verwandten Band Piano Magic zusammen und war an den Aufnahmen zu deren Album “Ovations” beteiligt. Im März diesen Jahren veröffentlichte Brendan Perry das Album “Ark”, ging (unter anderen mit Peter Murphy) auf Tournee und macht nun in Hildesheim auf dem M’era Luna einen Zwischstopp.
Musikalisch ist Perry auf “Ark ” dem Vermächnis von Dead Can Dance treu geblieben. Vielleicht ein wenig düsterer, fast schon apokalyptisch ist die musikalische Weltreise auf die uns Perry entführt. Mit Reminiszenzen an Musik aus Orient, Asien und seiner irischen Wahlheimat wird schwelgerisch und mit Dramatik das grosse Ganze beschworen. Dark-Wave, Ambient und dunkler Folk. Mit flächige, düsteren Streicher, Synthieklänge, elegischen Melodien und elektrischen Beats erzählt Brandan Perry mit über allem schwebenen, unnachamlichen Gesang Geschichten über Entfremdung, Krieg und Ängste. Keine wirklich leichte Kost, düster und unlustig, aber ziemlich beindruckend.
Der wunderbaren Song “Utopia” von dem Album “Ark” wird auf der Homepage von Brandan Perry unter Angabe Eurer Mailadresse verschenkt. Ein fairer Deal, den der Song ist unbedingt hörenswert.
Free MP3 Download: Brendan Perry – Utopia
Interview (Gästeliste) | Diskografie: Eye of the Hunter (1999) | Ark (2010)
Brendan Perry besuchen: Homepage | MySpace
Termin: Samstag, 7. August 2010 – Hangar: 16:30 – 17:10
Album via Amazon: Dead Can Dance – Wake (The Best of) | Brendan Perry – Ark






Hab ihn beim WGT gesehen. Musikalisch beeindruckend, klanglich eine Katastrophe. Wenn ich mich recht erinnere ist der Hangar beim M’era akustisch ähnlich mies wie die Agra beim WGT. Wünsche Dir, daß ich mich irre, dann erwartet Dich ein wahnsinnig tolles Konzert.
Ansonsten schau Dir Skinny Puppy und Faith and the Muse an. Deren diesjährige Bühnenshows sind echt super.