Da ich am Wochenende eine Menge über Nahtod – Erfahrungen, dem Schweben im Licht und ähnlichen lustigen Grenzerfahrungen gelesen habe, passt es ganz gut, sich mal wieder mit musikalischen Extremsituationen zu befassen. Schon mal was von Slowcore, Doom-Metal, Sludgecore oder Drone Doom gehört? Schon einmal über die Frage gestolpert, wie man die Langsamkeit am besten vertonen könnte? Und zwar die sehr langsame Langsamkeit, quasi der Moment, kurz vorm Stillstand. Der letzte Schritt, der letzte Atemzug, der letzte Wimpernschlag? Kodiak machen den Versuch.
Dieser Moment soll, so wird von Menschen, die schon mal im Drüben (im Licht) gewesen und berichteten, ewig dauern. Zumindest könnte er 18 Minuten und 13 Sekunden dauern. So lange dauert Beginning, der erste von zwei Songs, der eine Wanderung zu beschreiben versucht. Ob ins Licht oder ins Dunkel, das bleibt wohl dem Hörer überlassen. Den das hier ist unbedingt auch Kopfmusik, und bei jedem einzelnen Hörer wird ein anderer Film ablaufen.
Gegen das Trio Kodiak aus dem Ruhrpott wirken Pelican fast schon wie Speedy Gonzales. Langsam wälzt sich “Beginning” voran. Unterstützt durch Emelie Molin von der schwedischen Band Audrey, die mit ihrem Cello für eine todtraurige, zutiefst durchs pessimistische, ambiente Stimmung der Band verstärkt. Laaangsam kriecht der Song voran, dröhnt und weint sich durch den Verstand. Mit dem sich über 21 Minuten quälend langsam dahin schleppenden End wird noch einer draufgesetzt. Beide Songs gbt es zum freien Download. Entweder hier oder hier.
Kodiak – Beginning | mp3
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Foto: Harry Clarke


Mich macht dieses Doom-Zeug eher aggressiv.
Vor ein paar Jahren mal versucht, die letzten paar Alben von Bohren & der Club of Gore durchzuhören. Nee, du. Nix für mich.
Die machen natürlich auch Doomjazz, keine Drones. Drones hat Lou Reed ja seinerzeit auf Metal Machine Music nahezu perfektioniert.
Pelican habe ich neulich kennen gelernt, über ihre Split-EP mit Mono. Gefallen mir schon deutlich besser.
Hey, klasse schön strange! Audrey sind es sowieso. Kennst du übrigens Nadja? Die spielen sich bei 30 min gerade mal warm und produzieren an die 30 gefühlten Platten/Jahr. Sind ein schräges Päarchen und hier zu finden: http://206.123.101.29/~coldsnap/aidan/nadja.htm