Astreiner Postrock und Metal mit jakeL, ein grauenhaftes Musical und ein guter Tatort
6 Feb

Ein etwas ausführlicher Tagesbericht der mit einem musikalischen Albtraum in schönster Kulisse beginnt. Mein erstes Musical. Am Sonntag habe ich zunächst einen schnatterkalter Abend in der St. Michael Kirche verbracht. Und zwar begab ich mich mit meiner Frau Mama in das sanierten Weltkulturerbe um ein sogenanntes Pop-Oratorium – Die 10 Gebote zu “geniessen”. Es sollte wohl so eine Art Musical sein. Ich hatte keine rechte Vorstellung, der angehängte Begriff “Musical” ließ jedenfalls Böses erahnen; ich war neugierig. Laut Begleitheft sollte eine Interpretation der 10 Gebote mittels orchestraler Pop-Musik und fettem Chor geboten werden. Die Geschichte der Israeliten vom ersten Treffen Mose mit seiner späteren Frau Zipporah über die Zehn Plagen und dem Auszug aus Ägypten bis hin zur Stiftung der 10 Gebote durch Gott. An für sich eine nette Ideen, weil fette Story. Und so harrten wir im überfüllten Gotteshaus bibbernd der Dinge.
Soviel vorweg, es war grauenhaft. Ich bin ja mittels unfreiwilliger Beschallung durchs Küchenradio so einiges gewohnt, das hier war allerdings war Horror pur. Musikalisches Waterbording der übelsten Art. Zu einfältiger Pop und Schlagermusik wurde getanzt und gesungen, hin und wieder jubelte ein Chor. Das durchaus interessante Thema wurde mit grenzdebilen Texten, nahe am Niveau einer Kindergartenvorführung, niedergemacht. Reime auf Teufel komm raus, dargeboten von einer trällernden Truppe kostümierter Möchtegernschauspieler. Ab und an gab Gott mit der Stimme von Otto Sander drohende Anweisungen, worauf der der mit enormen Kopfhörer behelmte Dirigent irre zu zappeln anfing. Und so folgt in der Musical-Schmonzette ein Akt dem anderen. Ich fand den Chor ganz gut, den Rest allerdings unter aller Sau. Unglaublich aber wahr, der Scheiß ist regelmässig ausverkauft, das Publikum begeistert. Und meine Mama auch.
JakeL als Rettung. Nachdem ich mein Frau Mama zu Hause abgeliefert hatte, fand ich Gott sei Dank für die Rückfahrt auf dem USB-Stick die EP “Shelter”. JakeL ist das Pseudonym eines mir unbekannten kanadischen Musikers. Ich weiß nur, das er aus Montreal stammt und die EP im Eigenvertrieb bereits im September letzten Jahres veröffentlicht wurde. Der unbekannte Bursche hat die Ep komplett selbst eingespielt und pruduziert. Ich hatte die beinharte metallene Gitarrenriffs und das Post-Rock Gewitter bereits in meiner Radiosendung und drüben auf meiner Facebook-Page vorgestellt. Kein störender Gesang sondern fünf wirklich großartige Songs. Ich empfehle einen unbedingten Hördurchgang. Bei Gefallen kann die EP in bester Qualität via Bandcamp kostenlos (Name your Price) heruntergeladen werden.
Der Abend endete dann noch versöhnlich mit Rinderroulade, Semmelknödel und Rotkohl ( übriggeblieben vom Vortag) und einem blutrünstigen Tatort ohne Happy End. Die Tatorte mit dem Wiener Inspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) sind mir mit die liebsten. Ich mag den Mann. Er ist Sozialdemokrat (das ist nicht zwingend ein Nachteil) und in seiner grummeligen Art sympatisch. In Folge “Kein Entkommen” gab es einen Menge grippaler Infekte, Tote ohne Ende ( so an die 15 Stücker) und eine beinharte und spannende Jagd auf gnadenlose Killer.
Danach ging es mit Ebby noch einmal in die Eiseskälte, noch ein paar Seiten in Ian Rankins “Im Namen der Toten” und dann gute Nacht.
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Wenn ich das höre, muss ich (noch ein einziges Mal, man sehe mir das nach) die ebenfalls instrumentale Musik von Cloudkicker empfehlen, und zwar [url=http://cloudkicker.bandcamp.com/album/beacons]Beacons[/url] als die metallene Seite und [url=http://cloudkicker.bandcamp.com/album/let-yourself-be-huge]Let Yourself Be Huge[/url] als das ruhige Pendant.