Als angehender Veranstalter (welcher Teufel hat mich da geritten, es kann nur die Liebe zur Musik sein) muss man strikt nach seinem Spickzettel vorgehen. Die Bands sind gebucht, die Verträge sind verschickt und jetzt könnte man bis zum 15. Dezember die Däumchen drehen. Halt! Was steht in meinem kleinem Ratgeber “Wie wird man Veranstalter”? Starten sie frühzeitig Promotion für das Event. Vorzugsweise im Internet. Okay, das Internet kenne ich. Ich habe also den Termin bei verschiedenen Festival und Konzertplanern eingetragen, auf meiner MySpaceseite einen fetten Flyer eingestellt und sogar eigens eine Festivalseite zusammengebastelt. Dazu wurden noch ein paar Mails verschickt, und siehe da, langsam kommt Butter an die Fische.
Die dänische Botschaft weist auf den Termin hin. In der Blogszene gibt es auch ein paar Freunde des vorwiegend dänischen Linups. Zum Beispiel hier, hier, hier und hier. Danke für den Support und ich hoffe wir sehen uns in Hildesheim zu einem tollen musikalischen Event.
Bisher habe ich Musik immer aus der Sicht des Konsumenten, des Fans gesehen. Aber als Veranstalter ist natürlich auch Einfühlungsvermögen verlangt. Aufgeschlossenheit für die Wünsche, Erwartungen und Bedürfnisse der Künstler. Wird den feinen Herren aus Dänemark die einfache deutsche Kost munden. Sind die Betten, die nach anstrengendem Gig auf die müden Häupter meiner Lieben warten, weich genug.? Mögen Dänen deutsches Bier? Fragen über Fragen, die mir schlaflose Nächte bereiten.
Windermere – Save You
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Wie ist die Denke eines Musikers überhaupt? Was treibt ihn bei einem Konzert wirklich um? Das musste ich unbedingt erfahren. Und was drängt sich da als Wissensquelle förmlich auf? Natürlich das Internet, genauer gesagt ein Forum. Ein Forum, wo Musiker sich austauschen, ihre Wünsche und Ängste artikulieren. Ich habe mir das Musiker-Board herausgesucht und dort die Rubrik Live On Stage. Mir standen zunächst die Haare zu Berge, ob vielen Sorgen, Befürchtungen und Fragen, die einen Musiker während des Auftritts beschäftigen können. Sollte man zum Beispiel auf der Bühne das Publikum mit Sprüchen von sich oder berühmten Kollegen traktieren. Sollte man vielleicht Playback spiele? Da gebe ich schon mal die Antwort: Nein! Von schrecklicher Ereignissen wird berichtet: Veranstalter kürzt Gage nach Auftritt. Welche Gage? Es werden Geschichten von richtig versauten Gigs erzählt. Fragen von existentieller Bedeutung werden behandelt. Zum Beispiel, was macht der Sänger beim Gitarrensolo oder Überlegungen des Sängers, ob er mit freien Oberkörper performen sollte. Oh, hah. Oder auch, ob der Sänger seinen Text auswendig lernen sollte? Besser ist das.
Da fragen sich Musiker, wie sich sich bei Panikattacken auf der Bühne verhalten sollen. Das sollte in Hildesheim kein Problem darstellen.Ich denke mal, wenn einer eine Attacke bekommt, sei es eine Herz- oder Panikattacke oder besser beide, dann bin ich das. Man sieht also, als Veranstalter hat man sein Horizont zu erweitern, mit widrigen Umständen zu rechnen und einen Crashkurs in Psychologie zu absolvieren.
Weitere Infos: Schallgrenzen Festival | Kulturfabrik Löseke
I. Indie Festival | Hildesheim – Umfrage
II. Schallgrenzen Festival | Chilli oder Spagetti
IV.Schallgrenzen Festival – Von Flyern, einer Verlosung und Posträubern





