Hurricane 2011: Kaiser Chiefs, Hercules and Love Affair, Bright Eyes
19 Jun

Katerstimmung. Das nervige Trommeln von Regentropfen auf meinem Zelt zieht mich aus dem Schlaf. Die Nacht war kalt und außerhalb meines Zeltes auch reichlich feucht. Und da ich nach den letzten Konzerten hier auf dem Crew-Camping auch noch einige alte Freunde wieder traf auch fröhlich. Aua, mein Kopf. Egal, das ist Rock ‘n’ Roll, ich quäle mich aus meinem warmen Schlafsack und mache mich auf den Weg zu den Sanitäranlagen. Der Regen scheint so bald nicht gehen zu wollen, es frischt immer mal wieder auf, mal regnet es mehr, mal weniger, außerdem ist es im Vergleich zu gestern viel kälter geworden. Also die dicke Motorradjacke anziehen und darüber noch die Regenjacke. Hurricane ich komme.
Hercules and Love Affair – Blind
Resümieren wir mal die letzten Konzerte der gestrigen Nacht. Kaum war ich nach meinem letzten Bericht gestern aus dem Pressezelt rausgestolpert, zog es mich zur White Stage, wo Hercules and Love Affair ihren house-eigenen Elektrobeats mit Livegesang brachten. Das Zelt war im Vergleich zu Frittenbude vorher nur halb gefüllt, was das Konzert aber nur umso angenehmer machte. Auch musikalisch kann ich der Band einiges mehr abgewinnen als den Partyorientierten leicht pubertären Texten von Frittenbude. Die Gesangsparts bei Hercules wurde diesmal nicht von Anthony Heggarty intoniert, er hat die Band inzwischen verlassen. Auch die hübsche Nomi Ruiz war diesmal leider nicht mit von der Partie. Dafür war der farbige Sänger Shaun Wright am Start, der mit seiner souligen basslastigen Stimme den Songs eine tanzbare Farbe gab. Die weiblichen Stimmen wurden von der zierlichen, aber stimmgewaltigen Kim Ann Foxman übernommen. Die beiden bildeten die Front der Band. Polarisierende quere Eletro-House Musik findet allerdings auf dem Hurricane keinen so großen Anklang. Kaum verwunderlich, die Mehrzahl der Besucher kann mit solcher Musik offensichtlich nicht viel anfangen. Dafür tanzen die wenigen Fans im Zelt umso ausgelassener.
Kaiser Chiefs – I Predict A Riot! (Joel Kolltveit Remix)
Die Kaiserchiefs, die sich inzwischen neben Incubus zum zweiten Headliner des Samstag Abends gemausert haben rockten die blaue Bühne. Zu dem Zeitpunkt waren die Temperaturen auch schon weit unter die 15 Grad gefallen. Alle Fans, die noch in ihrem bewährten T-Shirt und Jeans Outfit unterwegs waren mussten sich warmtanzen. Das geht ja zu den Chiefs ganz gut, Britrock in alt bewährter Qualität, der Moshpit vor der Bühne stand das ganze Konzert über nicht still. Keine Ahnung wo die Kids die Energie hernehmen, ich hatte nach diesem langen Tag viel zu schwere Knochen, um noch groß abtanzen zu können. Also Kopfnicken und Fußwippen zu “Ruby”, “Oh My God” und vielen anderen großartigen Britrock-Hymnen. Angenehm.

Danach nochmal schnell zu Bright Eyes ins Red Stage Zelt. Connor Oberst, der heimliche King of Singer-Songwriters ist zurecht der Headliner am heutigen Abend auf der Club ähnlichen Bühne der Red Stage. Mit seinen emotionalen und oft melancholischen Texten und seinen ruhigen aber wundervoll zerbrechlich komponierten Songs zaubert er schnell eine ganz eigene Atmosphäre ins Zelt. Gut, das er hier spielt und nicht auf einer der großen Bühnen. Zwar steht der inzwischen schon fast zur Daueranzeige gewordenen Satz “Bitte habt Verständnis dafür, das wir aus Sicherheitsgründen keine Gäste mehr zulassen können” auf der vor dem Zelt angebrachten Leinwand auf der zumindest das optische Geschehen verfolgt werden kann. So richtig trösten kann das die draußen gebliebenen allerdings nicht. Wenigstens sind die Zeltwände geöffnet worden, so dass man draußen wenigstens einen ungefähren Eindruck davon bekommt wie es drinnen wohl klingt. Bis zum letzten Song harre ich im Zelt aus und freue mich über die gute Akustik hier. Im Vergleich zu dem Open Air Sound der großen Bühnen wirklich eine Wohltat, die für vieles entschädigt.
William Fitzsimmons – Psychasthenia
Danach ab auf den Campingplatz und auf den Sonntag freuen. Ich bin gespannt, ob es bei William Fitzsimmons hier im Red Stage Zelt ähnlich heimelig wird wie mit Bright Eyes. Und natürlich freue ich mich auf die Foo Fighters. Von denen werde ich aber sicher erst Montag berichten können, da das Pressezelt vor Beginn des Konzertes schließen wird.
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Der Herr Oberst heisst mit Vornamen Conor, nicht Connor
Jawohl Herr General Konna, schlage die Haken zusammen und bitte im Namen von Herrn Henner und Herrn Oberst um Entschuldigung.
… mir war so, als hätte ich im allgemeinen Plan auch von Bands gelesen, die mir auch gefallen hätten …
(ich weiß ich weiß, die Geschmäcker … nicht ernst nehmen)