Hurricane 2011: British Seapower, Monster Magnet, Friendly Fires, I Blame Coco und doch keine Vaccines

18 Jun

British Seapower, die britischen Post-Punker geben alles auf der BlueStage. Dicke Gitarrenwände und das treibende Schlagzeug halten die Menge in Bewegung. Eine Festivalband, wie man sie sich wünscht. Leider bleibt mir nicht viel Zeit die positive Energie zu tanken, denn ich will auf jeden Fall die Frage klären “What did you expect from the vaccines?” und mache mich auf den kurzen Weg ins RedStage-Zelt, um zu sehen ob die Londoner Newcomer die Power ihres Debut-Albums auch auf die Bühne transportieren können.

Im Redstage angekommen dauert es nicht lang bis ein nervöser junger Mann auf die Bühne tritt und verkündet, er hätte eine unangenehme Nachricht zu überbringen. Die Vaccines haben leider ihr Flugzeug verpasst und sind jetzt erst in Hamburg angekommen. Ihr Auftritt sei auf jeden Fall noch geplant, würde sich aber verzögern. Da ich weiß, das das unwahrscheinlich ist,  verlasse ich leicht frustriert das Zelt. Naja, kann man niemandem vorwerfen, höchstens der Band selbst. Dumm so eine Gelegenheit wie einen Auftritt auf diesem Festival zu verpassen. Ich hoffe ich kann euch noch nachreichen wie es dazu kam.

Dadurch habe ich Gelegenheit mir mehr von Dave Wyndorf und seinen Monster Magnet anzuhören. Der in die Jahre gekommene Altrocker hat es immernoch drauf mich in die 90er zurückzukatapultieren, als Alternative Rock und Grunge abgefeiert wurden und Monster Magnet mit ihrem stadiontauglichen Psychedelic Rock die Massen begeisterten. Irgendwie wirkt das ganze sehr routiniert, Dave ist seit seinem letzten Auftritt 2008 hier auf dem Hurricane deutlich schlanker geworden. Die Rockstar-Posen sind die selben wie vor zwei Jahren und irgendwie werd ich das Gefühl nicht los das sich auch an der Setlist nicht viel verändert hat. Natürlich rockt er immer noch, natürlich gehen die Fans immer noch dazu ab, natürlich rollen die Gitarrenwände nach wie vor unaufhaltsam über das Gelände, aber irgendwie rockt es mich nicht mehr so wie früher.

Also weiter zu Friendly Fires. Die drei Briten haben sich für ihr Liveset Verstärkung auf die Bühne geholt, der Saxophonist hat wirklich was drauf. Die Musik der jungen Slacker changiert zwischen gut gelauntem Indiepop und elektronisch angehauchtem Shoegazing. Natürlich spielen sie ihre Hits “Blue Cassette” vom aktuellen Album genauso wie die älteren Songs wie “Jump in the Pool” oder “Kiss of Life”. Während ihres Gigs fängt tatsächlich die Wolkendecke an aufzureissen und die Sonne bricht zu uns durch. Gut gelaunt genieße ich die beschwingten Klänge und freue mich über die Entschädigung für die verpassten Vaccines.

Nachdem ich mir einen Abendsnack gegönnt habe mache ich mich auf den Weg zum RedStage Zelt. I blame Coco, die Band der Tochter von Sting, Eliot Pauline “Coco” Sumner gibt sich dort grad die Ehre. Ich bin überrascht zu sehen wie selbstsicher und auch musikalisch übereugend die erst 21 jährige auf der Bühne rüberkommt. Zwar klammert sie sich etwas zu sehr an den Satz “How do you feel”, den sie das Publikum zwischen jedem Stück fragt, aber das sei ihr verziehen. Irgendwie muss man als Newcomer ja seine Nervosität überspielen und sich durch den durch den Satz erzeugten Jubel tragen lassen. Ihr Sound hat schon Ähnlichkeiten zu dem ihres Vaters, das lässt sich auch auf dem Album nicht abstreiten. Aber das macht die Musik nicht schlechter, Im Gegenteil, trotz aller Ähnlichkeit gelingt es ihr doch eigenständig und erwachsen zu klingen. Eine ziemlich beeindruckende Leistung für eine Musikerin am Anfang ihrer Karriere. Ich bin gespannt wie sie sich über die Jahre wohl entwickeln wird und genieße die letzten Songs ihres Gigs.

Die dicken Namen des Tages stehen schon in den Startlöchern und ich freue mich auf Kasabian, Incubus und My Chemical Romance, die just in diesem Moment durch die Wände des Pressezeltes dröhnen. Wenn ich mich beeile bekomme ich auch noch einen Teil des Two Door Cinema Club Gigs mit, dafür muss ich mich aber beeilen. Also los. Bis später.

 

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Eine Antwort zu “Hurricane 2011: British Seapower, Monster Magnet, Friendly Fires, I Blame Coco und doch keine Vaccines”

  1. Carina 19. Jun, 2011 at 15:21 #

    coco <3

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