Das dritte Album der Band Githead erscheint diese Tage. Bei diesem knappen Statement möchte ich es aber nicht belassen. Immerhin handelt es sich bei den Mitgliedern von Githead um Zeitzeugen der goldenen Achtziger. Githead, das sind Colin Newman, Malka Spigel, Robin Rimbaud und Max Franken. Und Colin Newmann war immerhin, der Kenner rennt zum Plattenschrank und zückt seine bereits leicht lädierten Vinyl-Schätze “Chairs Missing” und “154″, Sänger und Gitarrist der britischen Punk-Rocker Wire. Der Stolz des Besitzers auf seine Schätze ist nicht unbegründet, gelten doch Wire als zart-bittere Pioniere und Referenz des Post-Punks der frühen Achtziger. Der Spagatt zwischen rauen, wütenden Punk und New Wave gelangte den Briten zumindest auf den beiden genannten Alben ohne Fehl und Tadel. Da schnalzt der Kenner noch heute geniesserisch mit der Zunge und Co-Autor Benedikt wählte “154″ von 1979 in die Liste der besten 500 Alben aller Zeiten. Wer erinnert sich nicht gerne und mit Wehmut an “I Should Have Known Better”. Der stammt aber von Graham Lewis, dem zweiten Frontmann Wires und nicht von Colins Newman.

Weitere Mitglieder von Githead sind Malka Spigel (mit der Colin Newmann verheiratet ist) und Max Franken sowie Robin Rimbaud. Die erstgenannten, da schliesst sich der Kreis, waren oder sind (so genau weiss man das nicht) Mitglieder der israelischen Band Minimal Compact. In den 1980ern galten Minimal Compact in interessierten Kreisen als ziemlich cool und angesagt. Mit einer Mischung aus Weltmusik, Funk und New Wave veröffentlichten sie einige fulminante Hits für die Tanzflächen. Musikalisch vergleichbar mit den damals ebenfalls recht erfolgreichen Shriekback oder The Danse Society.
Githead – Option Paralysis (from Profile) | mp3
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Wire und auch Minimal Compact liegen zur Zeit im Halbschlaf, die vier Musiker scheinen sich auf Githead zu konzentrieren. Das Nebenprojekt Githead (zu deutsch Schwachkopf) wurde 2004 gegründet. Mit “Landing” ist immerhin schon das vierte Album erschienen. Auf Initiative von Robin Rimbaud, der seit 1992 mit elektronischer Musik unter dem Namen Scanner seine Zeit vertreibt und schon länger mit Newmann und Spigel befreundet war, entstand die Idee einer Zusammenarbeit.
Githead – Drop (from Art Pop)
Colin Newman (Wire, Githead) – Not To
Zunächst als einmaliges Projekt geplant, kann man nach 5 Jahren schon von einer gefestigten Zusammenarbeit reden. Kommen die Musiker aus unterschiedlichen Sparten wie Indie-Rock, Post-Punk und Electronica, so haben sich Githead nicht mehr und nicht weniger als Popmusik auf die Fahnen geschrieben. Allerdings keinen Pop für Schwachköpfe, sondern intelligent zubereit mit feinen Zitaten aus New Wave und Shoegaze. Musik mit durchaus hypnotischer Wirkung, eine feines Gespür für eingängiger Melodie und aufs wesentliche reduziert. Wie gesagt, Popmusik die alles andere als schwachsinnig ist.
Label: Swim | Homepage Githead
Album via Amazon: Landing

Githead sind Klasse!
Ich frag mich nur was Lewis so nebenbei macht. Seit He Said ist da irgendwie nicht so viel zu mir durchgedrungen …
Die letzte Wire (Object 47) kam übrigens 2008 raus, da würd ich nicht von Halbschlaf reden.
27 11 http://www.myspace.com/twentyseveneleven