Wie soll ich es jemals schaffen, den riesigen Berg an CD`s auf meinem Schreibtisch “abzuarbeiten”. Also muss ich “Outsourcen”. Das Album “Suburban Grace” von Everlaunch habe ich während der Fahrt in die Südheide gehört. Wir hatten uns dort dem Wagnis eine Kanufahrt auf der Örtze ausgesetzt. Schon nach kurzer Zeit fragte meine liebe Frau, wär das den sei. Ein gutes Zeichen, den meistens ist bei meinen Post-Rock Eskapaden nur düsteres Schweigen zu vernehmen.
Und so hörten wir schwungvollem Indie-Rock mit eindeutig britischen Verweisen, der ohne Luftblasen auskommt. Musikalisch erinnert die Musik auf “Suburban Grace” an Blackmail (R.I.P.) und diverse britische Vorbilder. Nach meiner Erinnerung, ich hatte Everlaunch vor ewigen Zeiten mal als Support von Blackmail gesehen, wissen die Rotenburger auch Live zu überzeugen.
Und so folgte während der Autofahrt zwar nicht wirklich Neues aber ein guter Sobng nach dem anderen. Und als meine Beifahrerin auch noch nach dem CD-Cover verlangte und interessiert im Booklet blätterte, hatten Everlaunch schon gewonnen.
Auf der Rückfahrt hatten wir “Suburban Grace” ein zweites Mal gehört. Der Eindruck verfestigt sich. Eine melodische Mischung aus Alternative und Indie-Rock, teilweise gepimpt mit fetten Streichern. Brit-Pop aus der norddeutschen Flachebene mit viel Sonne und ein wenig Schatten (die alberne Dreingabe eine Bohemian Groove Mixes von Gravity hätte man sich sparen können), den der wirkt wie ein Fremdkörper in einem ansonsten sehr stimmigen Werk.
Wertung: 8/10
Anspieltipps: Gravity | Run Run Run | Talk Through Your Hat
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