
Schon der Besuch der Homepage von Estuar zeigt ein geschmackvoll eingerichtet Universum. Ein animiertes Panoptikum aus Phantasiefiguren, Skurillitäten und schrägen Ideen. Hat man in Zeiten von MySpace und Co selten. Estuar aus Hamburg, 2003 gegründet, veröffentlichen die Tage ihr Debüt-Album “Felicium”. Das schöne Artwork, sehr stilvoll in Szene gesetzt, erscheint ebenfalls überaus elegant. Dazu die Hamburger Band, bestehend aus vier Herrschaften im feinem Zwirn und einer Dame, dazu viel Tüll und Stola. Diese visuellen Fixpunkte versprechen eher gepflegte Unterhaltung den groben Rock`n`Roll.
Und siehe da, Erwartungen erfüllt. Die musikalische Umsetzung der visuellen Fixpunkte erfolgt ziemlich souverän. Tatsächlich gibt es auf dem Debüt-Album “Felicium” eine Menge eleganter, leicht plüschelig-glamouröser Musik zwischen Indie-Pop, Jazz, Barmusik, Folk und Chanson zu entdecken. Estuar selbst nennen ihre Musik “Shycore”, ein Kunstwort, das an Rotlichtmileu und verrauchten Bars erinnert. Aber im Grunde ist das, was Estuar hier abgeliefert haben, Pop pur. Über allem schwebt als laszive Diva Sängerin Helena de Pablos, die in den englisch gesungenen Songs auch französiche (La Folie De La Vie) und spanische Texte (Snow Fall) einfliessen lässt.
Das den Songs hin und wieder die Luft ausgeht und die alleinige Hoheit über das Mikrofon bei Helena de Pablos liegen sollte, wären meine einzigen Kritikpunkte. Mein Fazit: Das Album ist Erholung pur, die perfekte Musik, um dabei meinen Drambuie auf Eis zu schlürfen.
Label: popup records | MySpace: Estuar
Wertung: 8/10
Anspieltipps: Did I Fall | Snow Falls | Sixteen Times
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