Sinn und Unsinn
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Elektronischer Verweis vom 06.12.2010

Der Überfall. Ein bewegender Erfahrungsbericht von Susanne Leinemann über die erschreckende Verrohung und Gewalt in diesen Zeiten. Ihre Erfahrungen und Gedanken als Opfer, die eigene Machtlosigkeit und Angst, der Versuch zu Begreifen hat mich sehr berührt. Lesenswert.

Weltfremder Staatsvertrag. Der Schallgrenzen Blog wird zum Ende des Jahre geschlossen. Bis dahin noch viel Spass. Schuld ist der von Offline-Bürokraten ausgeheckte verfickte neue Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV). Barer Unsinn,  der die etablierten Medien schützt, der Pornoszene hilft und der  Blogszene Knüppel zwischen die Beine wirft. Soll ab nächstes Jahr gelten. Aber was meine minderjährigen Kinder sehen oder nicht sehen dürfen,  das hat weder der Staat, noch irgend ein vertrottelten Politiker oder Bürokraten zu entscheiden, sondern nur ich als Papa.  Die Verantwortung  liegt nach meinem Verständnis allein  bei den Erziehungsberechtigten. Auf Jugendschutzbeauftragten im Impressum, abmahnenden Trollen und einer riskante  freiwilligen Alterskennzeichnung habe ich keinen Bock. Alternativ könnte ich natürlich die Schallgrenzen auch nur von 20 bis 6 Uhr öffnen. Aber das geht nun wirklich nicht.

Mal was anderes. Selten beim Lesen so gegrinst. Spiegel Online stellt den Porsche Sportwagen 918 Spyder vor, der in drei Jaren Furore machen wird. Die Eckdaten sind aber auch wirklich Hammer: 320 km/h Spitze und nur drei Liter auf 100 Verbrauch. Allerdings nicht gleichzeitig. Das Zauberwort ist Hybridtechnik und der Clou: „Das Reglement der europäischen Straßenzulassung erlaubt Plug-in-Hybriden eben die Verbrauchsabnahme im Batteriemodus.“ Noch lustiger die Begründung des Porscheentwicklers: „Es gehe schlicht darum, den Porsche-Kunden für die Zukunft ein sorgenfreies Leben zu sichern“. Aua.

Was Assange durch Wikileaks ins Werk gesetzt hat, dürfte der wohl wirkungsvollste Akt der „Propaganda der Tat“ seit nahezu hundert Jahren sein, vielleicht sogar der potentiell folgenreichste überhaupt. Die Süddeutsche geht den Phänomen Wikileaks und seinem Gründer Julian Assange auf den Grund. Der wird zur Zeit weltweit gejagt. Könnte sich um eine Verschwörung handeln, muss aber nicht.  Und das Empire schlägt zurück. Das war für die Amis dann wohl doch zuviel. Weltweite Peinlichkeiten und Gesichtverlust, das schreit nach Blut. Amazon ist in Knie gegangen, Ebay bzw Paypal ebenso.  Und natürlich gibt es bereits den ersten Boykottaufruf und auch nicht. Wikileak soll dem Erdboden gleich gemacht werden. Zur Zeit ist WikiLeaks im Internet (fast) verschwunden. Die Adressen Wikileaks.org und wikileaks.ch sind weg. Aber so einfach geht das nicht. Web-Aktivisten bringen WikiLeaks in Sicherheit.

Härtere Maßnahmen gegen Filesharing. Google geht gegen illegale Angebote im Netz rigoroser vor. Innerhalb von 24 Stunden sollen Beschwerden von Rechteinhabern bearbeitet werden. Will sagen, Suchergebnisse die sich auf illegalen Content beziehen, werden aus den Suchergebnissen verschwinden. Zudem soll Google Instant (Autovervollständigungsfunktion) künftig keine Begriffe mehr enthalten, „die eng mit Urheberrechtsverletzungen in Verbindung stehen“. Ich bin zwar kein Freund von illegalen Filesharing, aber das ist nicht mehr und nicht weniger als Zensur.

Postscriptum. So schnell schiessen die Preussen nicht. Der Shitstorm im Netz hat sich die Tage ein wenig beruhigt. Es wird eben nie so heiss gegessen, wie wegekocht wird. Alternativ kann ich dieses Blog immer noch mit Katzenbildern befüllen.

Besonders schön wären natürlich Filme mit Langzeitbelichtung und Lichtmalerei. Mit Hündchen. So wie dieses sehenswerte Exemplar.

[vimeo 17087679 nolink]

Zum Schluss noch etwas Musikalisches. Erinnern möchte ich Euch an den klingende Adventskalender bei Lie In The Sound. Schaut doch mal vorbei. Da gibt es jeden Tag ein Lied zum freien Download. Und ein paar Songs sind wirklich dufte.

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4 Kommentare

  1. Juliane sagt

    „Der Schallgrenzen Blog wird zum Ende des Jahre geschlossen.“

    Heute ist Nikolaus und nicht der 1. April ?!? 🙁

  2. „Der Schallgrenzen Blog wird zum Ende des Jahre geschlossen“

    NEEEIIIN!!! Mach lieber einen P18 Pöppel ran, aber lass dieses Blog nicht sterben. Riskant ist an dieser Kennzeichnung dann nichts mehr. Nur irgendwelche dubiose Filtersoftware würde darauf reagieren.

    Außerdem, würden wir alle unsere Webseiten schließen, hätten „Sie“ doch gewonnen… 🙁

  3. Peter sagt

    Bingo, Gerrit. Keine Panik, Leute. Ich höre auf, wenn es keine gute Musik mehr gibt. So, und jetzt geht’s zum Zahnarzt. Ich habe Angst.

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