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El Presidente Gauck: Der Spalter der Nation

Zugegeben, ich kann nichts Abschließendes zu Gauck sagen. Ich kenne weder die speziellen ostdeutschen Befindlichkeiten ihm gegenüber, noch habe ich mir alle seine Redemanuskripte durchgelesen. Nur soviel, einiger seiner Äußerungen unterschreibe ich dann mal, andere eben nicht.

Laut Wikipedia ist ein Spalter ein Sezessionist, ein politischer Abweichler. Womöglich mit Ecken und Kanten. Jedenfalls nicht unbedingt ein Weichei. Unser Kandidat für eines der unwichtigsten politischen Ämter heißt Gauck. Ehemaliger evangelisch-lutherischer Pastor der sich in der Zone durchgewurschtelt hat. Und unsere Mutti mag ihn wohl nicht besonders. Und die Linke erst recht nicht. Das sind doch eigentlich ganz gute Voraussetzungen. Und gerade die linksgedrehten, verstrahlten Gutmenschen dort Draußen (fast alles politisch hoch motivierte Netzaktivisten und Internetbewohner) mögen Gauck ausdrücklich nicht. Komisch. Da wird gejammert, getobt und gezetert. Da wird das Sarrazin-Gespenst aus der Kiste geholt, Fremdenfeinlichkeit und schrecklich ungerechten Dinge wie Harz IV sowie  soziale Kälte (der Mann ist Ex-Pfaffe!) diagnostiziert. Und dann hat der Mann auch noch Verständnis für  mögliche Vorratsdatenspeicherung.  Scheiterhaufen. Und schlussendlich wird die Holcaust-Keule aus dem Schrank geholt. Selbstverständlich alles mit korrekten  Zitaten unterfüttert. Natürlich. Sind die alle bescheuert?

Und so hackt die linke Bande auf dem alten Gauck herum. Nur lustigerweise geht`s  dem Mann scheinbar am Arsch vorbei. Der Mann ist Teflon. Und gerade die taz, ein Gruselblatt fast gleichauf der Springer-Produkte, hat sich ja regelrecht auf ihn eingeschossen. Da hat ein Stinkstiefel unter der Überschrift  “Ein Stinkstiefel namens Gauck” eine Fuhre Polemik ausgegossen. Manno Mann. Die einen sind auf dem rechten Augen blind, die anderen auf dem Linken.

Und noch einmal die taz. Gauck spaltet und grenzt aus. Sagt wer? Eine türkische Studentin stört sich an Gaucks Einlassungen der Gefahr der Überfremdung. Das grenzt Migranten aus. Und überhaupt, der gläubige Muslim steht dem Christ viel näher als etwa der Atheist. Dabei dachte ich immer, unsereins wäre so oder so ein Ungläubiger. Ja Himmel, Herrgott, Sakrament, sind jetzt alle verrückt geworden?

Aber was rede ich da. Schon der Amtsvorgänger und Sylturlauber hat es erkannt. Der Islam gehört zu Deutschland. Ich bin froh das Gauck ein Spalter ist.

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5 Kommentare

  1. Netzaktivisten mögen nur die, die sich ihnen heftig andienen. Immigranten- bzw. Minderheitenverbände schätzen Lippenbekenntnisse, auch wenn sie einer Person wie Wulff von den Lippen kommen, der lange genug im politischen Establishment tätig war, um die Verfestigung von Parallelgesellschaften zu verhindern. Die taz ist leider wirklich ein Ärgernis, weil sie diffuse Ideologien über Vernunft stellt und Protest über Konstruktivität stellt.

    Gauck will salbungsvoll weise sein, aufgrund seiner Biographie immer unangepasst im Denken. Der Unbequeme ist unbequem, weil er nicht auf Applaus sondern auf die Wahrheit schielt. Doch gerade seine “Problem-Zitate” sind vor allem eines: oft richtig, manchmal verkürzend, zugleich selten auf den Punkt gebracht. Das jedoch macht ihn nicht zu einem schlechten Präsidenten. Sofern man eine ordentliche Portion Bürgerlichkeit mag, wird man ihn wohl durchaus mögen.

  2. Wie viel Kontext braucht ein Zitat, um nicht mehr widerwärtig zu sein? Gauck ist ein neokonservativer Schwätzer und somit so ungefähr das, was wir zzt. am wenigsten brauchen.

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