Netzwelt & Zeugs
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Ein Blog 2009 | Reflexion und Ausblick

Nun sitze ich hier und überlege, wie es wohl nach 5 Jahren Blog weiter gehen soll. Wie war es früher, wie ist jetzt. Hat sich in den letzten 5 Jahren die bloggende Landschaft verändert? Zum Guten oder zum Schlechten? Zum Jahresende die gute Gelegenheit,  kurz inne zu halten und sich zu fragen, wie geht es weiter?  Mit der Radiosendung wie bisher, die Sache mit dem Net-Label muss wohl überlegt werden, Konzerte wird es auch wieder geben, aber dieses verdammte Blog macht mir leichte Kopfzerbrechen. Nicht, das ich jetzt auch den grossen Blog-Blues anstimmen möchte. Aber irgend etwas stört mich. Dabei könnte ich durchaus zufrieden sein. Ich habe dieses Jahr wieder ein paar richtig nette Menschen  kennengelernt. Virtuell und leibhaftig. Erfreuliche Nebenwirkungen gibt es auch. Mein schönes Hobby Musik und das Bloggen wird mir durch mehr Promo-CD’s versüsst, als ich hören kann. Selektion ist das Zauberwort. Sogar einen kleinen, aber feinen, monatlichen  Betrag durch Werbeeinnahmen konnte ich dieses Jahr erzielen, der in mein Konzertprojekt geflossen ist. Besucht werde ich von 600-700 Besuchern täglich, pi mal Daumen 300 RSS-Lesern und es gibt  im Schnitt 150 Kommentare pro Monat. Mehr ist im Grunde nicht drin. Dafür ist der Themenbereich zu speziell. Zwar habe ich mich dieses Jahr vorsichtig und eher unbeholfen daran versucht, das Spektrum zu erweitern, aber im Grunde ist dies hier ein Musikblog (siehe weiter unten). Musikalisch nicht massenkompatibel, keine tägliche Linkschleuderei, keine täglichen  YouTube-Filmchen, kein Igel-Hase Wettrennen. Wer ist der Schnellste im ganzen Land.

Vermutlich wären mehr möglich. Aber ich müsste mich wohl ein wenig verbiegen und das ist nicht gut für den Rücken. Höhere Chartpositionen in den vermaledeiten Blogparaden und mehr Leser?  Mehr Leser, mehr Verlinkungen, grössere Relevanz bei Google, höhere Positionen beim ewigem  Schwanzvergleich? Ganz einfach.  Der Textumfang der Beiträge auf beängstigenden Twitter-Niveau runterschrauben, eine elende Litanei von  Linksammlungen ohne nennenswertem eigenen Content (am besten mehrmals am Tag)  sowie eine Menge kopierter YouTube-Filmchen und Mp3-Dateien. Schnellstmöglich das RSS Futter aus Übersee in seinem Blog verbraten. Schneller, höher, weiter. Dazu noch, künstlerischen Anspruch suggerierend, täglich diverse grossformatige  Fotos (das spart den eigenen Textbeitrag), besser noch Serien von Fotografien  (gerne aus den Bereich Mode, Streetwear und Erotik), selbstredend aus fremder Quelle. Und siehe da, ich habe den bloggende Aggregator, den Meister aller Klassen. Wollen wir das? Natürlich nicht. Fazit: Ende der Fahnenstange und dann gibt es ja noch Twitter.

Wenn ich mir so die Blogparaden und Charts bei Wikio, Bloggerei oder Blogoscoop  anschaue, sieht es für dieses Blog eher mau aus. Und  warum ist das so. Nur eine Idee, aber Schallgrenzen.de ist nicht Teil der sich kanibalisierenden, sich selbst fressenden, verlinkenen sogenannten „Oberklasse“ der Blogsphäre, die sich mit  Themen ums schönere Leben und Wohnen heimelig eingerichtet hat. Was ist mir lieber?  Relevanz in einer scheinbar elitären Blogumgebung oder viele Leser?  Die Algorrythmen der diversen Blogcharts  verstehe ich zwar bis heute nicht, aber an Wikio lässt sich vielleicht eines der Probleme erkennen, warum die ganze Verlinkungskultur, deren Niedergang allerorts beklagt wird,  (zu Recht) den Bach runtergeht.

Umso mehr Links, umso besser in der Blogszene vernetzt, um so höher im Ranking. Und, so der zwingend erscheinende Schluss, um so höhere Besucherzahlen. Eine irrige Annahmen, wie ich an dem Beispiel eines erstaunten Bloggers aufzeigen möchte. Sein Blog ist laut diversen Charts unwahrscheinlich relevant, aber tatsächlich hat er nicht wirklich mehr Leser, als dieses bescheidene Blog, welches einenvergleichweise  mageren Verlinkungswert aufweist. Und dies bei einem Tagesschnitt laut ChCounter von 600-700, laut dem bösen Google Analytics von 600 Besucher.  Komisch? Nicht unbedingt. Bei Wikio geht es für den Blogger im Ranking nach oben, wenn viele Links von ausserhalb auf seinen Blogbeitrag verweisen. Die Leserzahlen sind eher zweitrangig. Gegenseitige Verlinkung, sozusagen Inzucht in der Familie der sogenannten A-Blogger lässt die Herrschaften  in noch hellerem Licht erstrahlen.  Somit ein ewiges  sich im Kreis drehen und gegenseitiges Verlinken, ein  Referenzieren  in den oberen Etagen. Und so wird der gleiche  Murks mehrmals verspeist, ausgespuckt und weitergereicht. Zu guter Letzt wird dann  von devoten  B, C- und D-Bloggern (spätere Brotkrumen erhoffend) verlinkt auf Teufel komm raus. Erhofft wird ein Trackback, aber da  hüte uns „No Follow“ vor. Gehofft wird auf  die kleinste Erwähnung in Form ( „na kommt Leute, stellt Euch nicht so an  und begebt  euch hinab in die Niederungen) eines klitzekleinen Linkchen.  Wollen wir das?  Zum Teufel nein. Aber trotz alledem mag ich das Wesen der Blogs und will kein Magazin sein.

Und überhaupt. Haben Blogs nicht schon längst ihren Zenit überschritten? Blogs? Es gibt in Deutschland wahrscheinlich hunderttausende Blogs, die meisten sind dann aber wohl eher Karteileichen. Vielleicht gibt es tatsächlich nur ein paar Hundert, auf denen regelmässig und halbweg professionell Beiträge verfasst werden.  Die Netzzeitung macht sich lustig und fragt, ob Blogs jetzt nicht grausam sterben müssen. Kokelores. Basic Thinking, keinen Deut besser oder schlechter als vor dem Verkauf, bietet dem depressiven Blogger seelsorgerischen Beistand. Von vielen Bloggern wird darüber hinaus die Ansicht vertreten, allein Schuldiger des Absturz vieler Blogs in die Bedeutungslosigkeit sei Twitter. Zur Erinnerung, Twitter ist dieses alberne Micro-Blogging-Ding, das die Welt auf lächerliche 140 Zeichen reduziert. Und dieses technische Wunderding der Verkürzung und Substraktion, der Allgemeinplätze und infantilen Alberheiten, dieses analpabetische Aqvivalent  zum Unterschichtenfernsehen soll einen ausführlichen, liebevoll formulierten Artikel ersetzen? Wohl nicht.

Vielleicht macht  Twitter als  Kommunikationsmittel  für mobile Endgeräte Sinn. Tatsächlich hat Twitter aber bei der Verlinkung der Blogs die Führungsrolle übernommen. Verlinkung und somit Stärkung der Blogosphäre ist nicht mehr angesagt. Schön zu sehen bei Rivva. Relevante Blogbeiträge werden via Twitter und nicht mehr via Blogs durchs Netz katapultiert.  Da hat sich ganz offensichtlich eine Menge geändert. Soll so sein und macht auch nichts. Den elenden Video-Blogs geht es an den Kragen, Twitter verschleudert die Links viel effizenter. Das Verschleudern von Links via Twitter macht nämlich nur Sinn, wenn hinter den Links auch Inhalt steht. Mag sein, das es einigen reicht, in 140 Zeichen die Welt erklärt zu bekommen. Dem an Inhalt und Substanz  interessierten Leser darf und wird das nicht reichen. Relevanz ist das nicht und so glaube ich, das sich auch 2010 gute Blogs behaupten können. Twitter als Linkschleuder und zum Verfassen von grenzdebilen Zweizeilern wird  es wohl weiterhin  geben. Und in 5 Jahren wird von diesem Twitter-Dingsbums  keine Rede mehr sein wird. Amen.

Nicht zu vergessen, da gibt es noch the real world. Das ist der Ort,  wo wir atmen, schlafen und träumen, essen, trinken, reden und lieben. Viele Bekannte und Freunde,  durchaus moderner Kommunikationsmittel zugänglich und Reisende im Web, kennen weder Twitter noch wissen was Facebook oder ein Blog ist. Wieso ein Blog? Ich dachte, du hast eine Webseite, auf der du Musik vorstellst? Wieso dann Blog? Und der Unterschied? Naja, auf einem Blog kannst du die Beiträge kommentieren und bist mit anderen Blogs verlinkt! Eine Art Gemeinschaft, die vernetzt ist.Ich kann mich noch gut erinnern, wie es hier vor 5 Jahren anfing. Wunderbare neue Netzwelt, Verlinkung der Blogsphäre, Austausch von Meinungen, das gegenseitige Kommentieren. Welch schöne neue Welt. Und was ist daraus geworden. Pustekuchen und Scheibenkleister. Das grosse Fragezeichen. Von der „Gemeinschaft“ ist heute nichts mehr zu spüren. Viele Musikblogs sind ohne Blogroll, nennen sich  Fanzine oder ähnlich und meiden das Wort Blog wie der Teufel das Weihwasser. Die Printmedien halten Blogger immer noch für Content-klauende Exoten die, fragwürdig im Umgang mit der Muttersprache, zeilenschindener Weise Unsinn verzapfen und der Journaille das Butter vom Brot nehmen. Tja, früher war alles besser. Nach anfänglicher Euphorie hat dann irgendwann die Realität Einzug gehalten. Jeder ist seinen eigenen Glückes Schmied, Professionalisierung und Abgrenzung ist das Zauberwort.  Anders, so scheint die einhellige Meinung, ist ein Überleben im virtuellem Haifischbecken  nicht möglich. Soll doch das Fussvolk  meine Seite in ihr Blogroll pappen und auf Beiträge  verlinken (ist gut für die Relevanz bei Google), ich halte lieber die Bein still und erfreue mich im hellem Lichte meiner Grossartigkeit. Einmal im Jahr gibt es eine hochgradig bescheuerte Aktion, nennt sich Ein Herz für Blogger. Dann haben sich alle lieb (ich habe da auch mitgemacht), verlinken als würde die Welt morgen untergehen, und der Initiator, ein sogenannter Premium-Blogger, lacht sich ins Fäustchen. Da wäre man doch gerne Autist.

Ein Musikblog. Marius von Maingold hat schon recht. Ein Blog, welches sich spezialisiert, lässt sich nicht nur besser managen, es lässt sich auch besser vermarkten. Wobei vermarkten auch Geld verdienen bedeutet. Doch so einfach ist das mit dem Geld verdienen wohl nicht. Mein eher halbherzig und aus Neugierde auf drei Monate angesetzte Experiment mit AdSense verlief ja eher entäuschend. So einfach kommt man also nicht an’s grosse Geld. AdSense sieht zudem Scheisse aus und  Werbebanner via TradeDoubler und Co erscheinen in ihrer Aufmachung auch ziemlich billig.   Die Abrechnungsmodelle sind für den Blogger eher ungünstig und bevor da eine Mahlzeit bei McDoof zusammen kommt, fliesst viel Wasser die heimische Innerste hinunter. Wie dem auch sei, ich muss keinen Pfennig mit diesem Blog verdienen, habe aber grundsätzlich keine Probleme mit Blogs, soweit die Werbung dezent, ansprechend und im Kontex erscheint.Ich würde  auch nicht nein sagen, wenn ein reicher Mäzen Kohle bei mir abladen will. Wäre für einen guten Zweck.

Achja, wie soll es weitergehen im Jahr 2010? Ein Musikblog. Ja, aber bitte auch ein wenig mehr. Die Welt dort draussen hat noch einen Menge mehr zu bieten.Ein Blog ist nach meinem Verständnis auch eine persönliche Angelegenheit. Also soll es auch weiter kleine, banale Geschichten aus meinem bescheidenen Universum geben. Als Thema soll alles gelten, was bedenkenswert erscheint. Und das ist eine ganze Menge. Ich könnte mir auch vorstellen, dieses Blog als Plattform für Musiker und Leser zu öffnen. Wir haben zwar die Kommentarfunktion, aber manchmal mag diese Form für den grossen Gedanken wie ein Korsett wirken. Vorstellen könnte ich mir eine Rubrik, in der ihr in Form eines Essays über eure Musik, Gott, die Welt und das Netz schreibt. Insbesondere von Musiker, und ich weiss, das auch Musiker dieses Blog besuchen,  würde ich hier gerne etwas lesen. Mit ihrer Sicht auf die Dinge, vielleicht einem Tour-Tagebuch, einem Beitrag  über die Arbeit im Studio oder einer Reflexion über die Musikszene könnte es eine echte Bereicherung geben. Was auch immer und traut Euch. Dies ist ein Blog und kein Magazin und ich mache weiter, bis meine klamme, kalte Hand von der Tastatur rutscht.

So, und jetzt sehe ich mir vier Stunden „Menschen 2009“ im gleichgeschalteten Staatsfernsehen (ZDF) an und werde mich danach übergeben.

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15 Kommentare

  1. Ohje. Vielleicht wäre es gut für deine Nerven, wenn du dich wie bspw. Felix Schwenzel (Link zum Verständnis: http://fwd4.me/7EW – sofern er durch den Filter kommt) als jemanden betrachten würdest, der einfach ins Internet reinschreibt, statt als „Blogger“. „Blogger“ ist so ein Ausdruck der Beliebigkeit. „Blogger“ ist man, sobald man es hinbekommt, seine E-Mail-Adresse bei einem dieser Anbieter zu hinterlegen, und dann schmiert man da „hallo Welt“ rein und wird stinksauer, wenn das keine Sau interessiert.

    Schallgrenzen.de ist mehr als nur eins dieser Dutzendblogs, die „irgendwas mit Musik“ machen und wo bloß die neuesten Meldungen aus den üblichen Aggregatoren zusammenfließen. Du steckst deine Ansprüche nicht bei irgendwelchen „Rankings“, die unterhalb von Platz 3 ohnehin keiner überhaupt zur Kenntnis nimmt, du schreibst für dich und für die elitären paar hundert Leute im Monat, die sich täglich wieder darauf freuen, dass du sie an deiner Welt teilhaben lässt.

    Pfeif doch auf die Schmarotzer. Die meisten „A-Blogger“ sülzen nur von ihrer Selbstherrlichkeit. Wenn ich das zu Unrecht gut besuchte Blog F!XMBR lese, kriege ich regelmäßig Brechreiz. Da sitzt so ein fröhlich grinsender Spinner ohne soziale Kontakte vor seiner Nutzungsstatistik und schreibt erst mal einen Artikel darüber, wie toll er sich doch findet. Auch dieses ominöse Nerdcore besuche ich höchstens sporadisch. Bilder- und Filmchensammlungen aus Dutzendarchiven sind einfach nicht meine Welt.

    Gegen Twitter kommt man prima an, wenn man es nur nutzt, um sich über es lustig zu machen. Ansonsten kann man es auch ignorieren. Twitter bietet keinen Mehrwert. Wer wirklich glaubt, dass es die Welt interessiert, dass er gerade kacken war, irrt sich.

    Schallgrenzen.de ist was besonderes, sonst würde es vermutlich niemanden interessieren. Orientier dich nicht an den falschen. Wer die Masse bedient, wird von ihr erdrückt.

  2. Dass du mit deinem Blog weiter machst, ja sogar an neue inhaltliche Experimente denkst, ist eine gute Nachricht. Ich habe mir schon Sorgen gemacht.
    Aber ich weiß auch, dass es Musikblogs nicht so leicht haben, wenn es um das Thema Vermarktung geht. Musikblogs sind eben keine dieser oft zitierten Nischen, mit welchen man angeblich Geld verdienen können soll. Meistens verdienen sowieso nur diejenigen daran, die Programme zum Geld verdienen mit Nischenblogs im Internet verkaufen.

    Wie du auch schon geschrieben hast, reicht Google Adsense bei Blogs dieser Größenordnung für ein bis zwei Hefeweizen im Monat. Also eigentlich keine Option zum Geld verdienen. Vielleicht könntest du etwas im Bereich Direktvermarktung machen, eventuell mit Konzertveranstaltern oder kleineren Labels, aber reich werden wir mit unseren Blogs trotzdem nicht. Das war aber wahrscheinlich weder bei dir noch bei vielen anderen Bloggern jemals das erklärte Ziel.

    Ich finde das ein wenig schade, denn wenn man wie du, seit vielen Jahren wirklich tollen Content liefert, wenn man viel Herzblut investiert, dann fände ich es grundsätzlich absolut in Ordnung, wenn man damit ein wenig Nebeneinkommen generieren könnte.
    Für mich sind Musikblogs sehr viel mehr wert, als jede Musikzeitschrift, die ja auch nicht kostenlos am Kiosk ausliegt, und in der auf jeder zweiten Seite Werbung ins Auge springt.

    Ich habe es kürzlich mal mit einem so genannten Fachblog versucht, und dieses Experiment ist grandios gescheitert. Und zwar an meiner Lust. Ein Blog muss Spaß machen, und das macht es mir persönlich nur dann, wenn ich thematisch nicht zu stark eingeschränkt bin. Wenn man aber viele verschiedene Themen abdeckt, dann wird es wieder mit der Vermarktung schwierig. Ein Teufelskreis, der einem eigentlich egal sein sollte.
    Blogs kann man sowieso nicht künstlich aufs Geldverdienen auslegen, wer das tut, wird damit längerfristig scheitern. Bei einigen anderen kommt es manchmal ganz von alleine.
    Aber jetzt habe ich wohl schon viel zu viel über das liebe Geld geschrieben, es wird Zeit für Musik.

  3. Ahoi. Frust raus lassen tut gut. Dennoch wäre ich dir dankbar, wenn du ein bisschen genauer hinsehen würdest.
    „ein sogenannter Premium-Blogger“ – sagt wer?
    „Von vielen Bloggern wird darüber hinaus die Ansicht vertreten, allein Schuldiger des Absturz vieler Blogs in die Bedeutungslosigkeit sei Twitter.“ Habe ich wo geschrieben? Jedenfalls nicht in dem von dir verlinkten Beitrag.
    „Einmal im Jahr gibt es eine hochgradig bescheuerte Aktion, nennt sich Ein Herz für Blogger.“
    Die Aktion hieß ein wenig anders, und es gab sie im Abstand von etwa 6 Monaten.
    „Gab sie“ deswegen, weil „lacht sich ins Fäustchen“ hier nicht wirklich der Wahrheit entspricht, und ich sie nicht weiter führe, was ich ausführlich erklärt habe.

    Danke.

  4. tux hat sehr kluge Worte gesprochen: „Wer die Masse bedient, wird von ihr erdrückt.“ Dies trifft vor allem dann zu, wenn man selbst nie Teil der Masse ist bzw. sein will.

    Wer Professionalität vorgaukeln will, meidet das Wort Blog. Dies bleibt dennoch Augenauswischerei, vielleicht einfach auch Geltungssucht. Wer dem Mainstream das Wort redet oder einfach nur die Provokation sucht, wird mehr Klickzahlen haben als dein Blog. Aber gerade solch Seiten sind doch meist nur oberflächlich, ohne begründete Meinung. Und das eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Musik immer nur eine begrenzte Zahl von Leuten erreicht, darf ja wohl nicht verwundern, wenn man Charts beobachtet. Musik ist ein Konsumprodukt, das erfolgreicher ist, je glattgebügelter es dargereicht wird. Weshalb sollte dein Blog also enorme Besucherzahlen haben?

    Warum soll die Ellbogengesellschaft, die wir heute allerorts erfahren, sich nicht auch im Internet widerspiegeln? Und so sehe ich auch die Vorgehensweise mancher Blogger. Aber auch hier sehe ich kein wirkliches Problem. Jene Blogger kann man meist ignorieren.

    Ich würde an deiner Stelle nicht viel ändern und deine Authentizität auch weiterhin als Trumpfkarte ausspielen. Oder willst du wirklich wie WhiteTapes werden?

  5. Da brauch ich ja zwei Tage um mir das durchzulesen. Und nach dem ersten Absatz erscheint mir das mühevoll. Da schau ich doch lieber erstmal Dittsche…sach ma, aber jetzt…
    Naja, ich versuch es morgen nochmal.

  6. Justy sagt

    @SomeVapourTrails die WhiteTapes scheinen dich ja arg zu stören, so oft, wie du die als negativbeispiel bringst. was’n so schlimm an denen?

  7. Juhu, jetzt geht auch Schallgrenzen in die Zukunft-Für-Blogs-Fragezeichen-Gedankenwelt ein. Ich bin vielleicht nicht lange dabei und mach das ganze Ding auch nicht professionell, aber ich kapier die meisten Leutchen nicht, die Angst um ihre Blogger-Zukunft haben.

    Nur eines: Bitte bleib deinem Thema treu. Verbieg dich nicht. Zieh dein Ding durch. Ich lese Schallgrezen gerade deswegen so gerne, weil er unkonventionell ist.Und werde keine Prostituierte des Internetsystems.

  8. Peter sagt

    Ich sehe den Begriff „Blog“ eben nicht als Schimpfwort sondern als Medium, um meine tägliche Spinnerei zu Papier zu bringen.
    @ Axel Haha.Tut mir leid. Und Ditsche mit seinen magnetischen Tannebaum war mal wieder richtig luschtich.
    @ Zu Wenig Zeit Verbiegen geht gar nicht. Dafür bin ich zu unsportlich
    @SomeVapourTrails Ich hatte mich ja in diesem Puff beim tschechischen Bier kurz mit Brigitte über White Tapes unterhalten. Hast Du wohl nicht mitgekriegt. Ich will nicht wie White Tapes werden, aber ich meinte damals, das ich das, was dort gemacht wird, für ziemlich intelligent und gut gemacht halte. Ist halt ein Magazin-Ding mit überwiegenden Konzertankündigungen bei dem wohl auch mal kohlemässig was rumkommen soll. Ist nicht meine Welt, aber das muss es ja auch nicht. Schau da eher selten vorbei, aber die Interview-Serie finde ich z.B. gut gemacht und lesenswert.

  9. Grüß dich!
    Also ich bin ja noch nicht sehr lange dabei in der Blog-Szene und ich lese regelmäßig deinen (euren) Blog, auch wenn wir musikmäßig oft weit auseinander liegen. Aber eines brauche ich nicht, nämlich solches Geheule, dass alles nur noch scheiße ist und früher alles besser war und auch twitter scheiße ist und verlinkungen sowieso und die ach so liebe Werbung ja auch nur den Premium-Bloggern was bringt. Meine Güte, was is denn hier los? Ich dachte ein Blog ist dazu da, dass man seinen „Scheiß“ ins Netz schreibt und sich freut, wenn einer sich für den Kram interessiert, den man da von sich gibt, weil einem im richtigen Leben in seiner Sparte, wo man sich (so hofft man zumindest selbst) auskennt, sonst kein Schwein zuhört. Und das ist es doch auch schon, oder? Ich für meinen Teil habe riesige Freude, Sachen zu posten, von denen ich mir sicher bin, dass sie MIR gefallen. Umso schöner, wenn es ein paar andere gibt, die auch so denken. Nach drei Monaten recht intensiven Bloggen und 150-300 Lesern am Tag, habe ich zunehmend mehr Spaß an der Sache, das stimmt schon. Aber mir hat das Bloggen auch schon riesigen Spaß gemacht, als ich am Tag keine 30 Leser hatte. Man, ich war sogar stolz, dass sich 30 Menschen meinen Krimskrams durchlesen, den ich Tag für Tag schreibe.
    Wo will ich hin damit? Neija, ich kann wirklich nicht mitreden mit euch, da ich großen Respekt habe, dass ihr schon 5 Jahre schreibt, aber was machst du dir solche Sorgen, schreib doch einfach weiter deinen qualifizierten Beitrag, Tag für Tag und mach dir keinen Kopf um irgendwen anders. Bleib einfach dem Spaß an der Sache treu und lach über Prostitutions-Blogger für die Verlinkungen mehr bedeuten als ein Leser, der sich freut, dass du wieder postest.
    Ich für meine Teil habe beschlossen, dass ich, solange ich schreibe (und es durchaus sein, dass mir das Ganze irgendwann zeitmäßig zu stressig wird und ich aufhöre) niemals Werbung schalten würde, für was? Ich brauche keine Werbung für mich! Wenns jemanden interessiert, findet er mich irgendwann (wenn nicht, dann auch ok). Wo ist da das große Problem an der Sache?
    Und zur Blogroll, ich halte es persönlich so, dass ich qualifizierte Blogs aufnehme, die entweder meine Interessen in ähnlicher Form vertreten, oder die einfach nette Menschen sind und gut bloggen, oder die einem vormachen, wie es geht. Und da scheiß ich drauf, ob die mich rückverlinken, schließlich will ich demjenigen, der mich liest, eine Möglichkeit geben, dass er auf anderen Seiten interessanten Inhalt findet. Mehr nicht. So, und da kann ich echt deine ganzen Sorgen und das pessimistische „Alles Scheiße und überhaupt“ nicht vertragen, sorry – denn für Rumgeheule, dafür sind Blogs ganz sicher nicht da.

    Einen schönen Abend und – nicht verzagen 😉
    -orange (Sebastian)

    Ein Herz für Blogger – lol, selber Schuld, wer daran teilnimmt

  10. Peter sagt

    @ Heyheyhey Ich heule doch nicht!. Und natürlich kann man einfach so sein „Scheiss“ ins Netz stellen und gut ist. Aber ich darf mir doch bitte einmal im Jahr , so kurz vor Weihnachten, ein paar Gedanken machen und damit erreichen, das Du diesen wunderbaren, lesenswerten Kommentar geschrieben hat, der wiederrum von usw usv.
    Und mit einer Sache, das habe ich in meinem letzten Satz (den mit der kalten Hand) sagen wollen, hast du unbedingt recht.Ohne Spass und Freude geht gar nichts. Immer dann, wenn man meint, man „müsse“ und bekommt Stress, sofort eine Pause einlegen!
    Und die Sache hiess „Ein Herz für Blogs“ und btw, schöne reduzierte Seite hast Du. Singer-Songwriter und Folk-Zeug. Höre ich auch, aber nicht nur.

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