Der Mann ist zwar noch relativ frisch an Jahren, klingt aber verdächtig nach den alten Zauselbären Neil Young, Tom Waits, Nick Cave oder Bob Dylan. Besonders Bob, dem alten Halunken klingt Eamon McGrath auf “13 Songs Of Whiskey And Light” verblüffend ähnlich. Will sagen, der Kanadier sieht zwar besser aus als die Genannten, klingt aber, als würde er Morgens nach dem Zähneputzen mit Whiskey gurgeln, Rauchen wie ein Schlot und den Rest der Zeit in einen alten Pickup von einer Kneipe in die anderen fahren und dort mit seiner Klampfe dem Broterwerb nachgehen. Sympatisch.

Das Album schmorrt schon ein paar Tage auf meinem Schreibtisch, aber nachdem Brigitte von Lie In The Sound ob Eamon McGrath regelrecht am Rad drehte (wahrscheinlich hat sie sich verknallt), wird der Mann einem strengem Schalltest unterzogen. Das Album “13 Songs Of Whiskey And Light” ist im Grunde ein Best-Of seiner gesammelten Werke. Und das sind immerhin 18 Alben. In Eigenproduktion auf seinen Label Cassettes Records veröffentlicht. Die Soundqualität ist dementsprechen ein wenig schwankend. Zwar gibt es einige Lieder, die ein wenig Aua bereiten ( Welcome To The Heart) aber das Positive (Machine Gun Cowboy ist ein toller Song) überwiegt. Im direkten Vergleich mit Paul Armfield, der ähnliche Musik veröffentlicht hat, sieht der Kanadier allerdings keinen Stich. Wer schunkeligen, bluesigen, whiskeygeschwängerten, verrauchten Folk mag, greift aber beherzt zu, sattelt seinen Ackergaul und reitet gen Sonnenuntergang.
Weitere Infos bei Lie In The Sound: Ausführliche Rezension | Interview
Free Downloads: New Shit | Zebra
Wertung: 6.5/10
ähnliche Musik: Bob Dylan | Neil Young | Tusks | Leonard Cohen | Arlo Guthrie
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Peter, ich widerspreche ungern, aber du verkennst sein Potential. Schunkelig ist am Werk nichts, eher drängt sich das Wort Rage auf. Die von dir als Referenz genannten Namen sind freilich tatsächlich die Größen, mit welchen McGrath in einigen Jahren auf einer Stufe stehen wird. Kompositorisch ist der Herr eine Wucht, textlich eine Offenbarung und im Vortrag mit genialer Intensität geschlagen.
Du siehst schon, nicht ich, sondern mein Co-Blogger hat sich hier verliebt. Ich mag die Musik von Eamon schon auch, aber nicht so sehr wie der werte Herr VapourTrails.
Sorry Chris. Da habe ich nicht drauf geachtet. Ist ja eigentlich auch Männermusik. Aber tatsächlich wirkt das Album ein wenig nach Kudelmuddel, will sagen mir fehlt die durchgehnde Qualität. Aber das ist sicher bei einer Compilation verzeihlich. Einige Songs finde ich wirklich toll, aber halt nur einige. Und Brigitte hat sich wahrscheinlich anderweilig verknallt und vor dem Lastwagen mit Robbie (Hampelmann) Williams die Beine abgefroren
“Neil Young, Tom Waits, Nick Cave oder Bob Dylan”? Du hast ernsthaft die Chuzpe, Nick Cave mit albernen Katzenmusikern wie Tom Waits zu vergleichen? Pah!
Tom Waits albern? Herr, lass Hirn regnen. Und der Regenschirm bleibt zu, tux.
So, so – Leute, die Tom Waits nicht mögen, sind also hirnlos?
Ich bin begeistert von dieser Haltung.
Klar darfst du Tom Waits nicht mögen. Ihn aber albern zu nennen, das zeugt von Hirnlosigkeit. Das wäre so, wie wenn du den Dalai Lama oberflächlich schimpfst.
Ist das ein Grund, direkt beleidigend zu werden?
Schön und gut, wenn du Tom Waits magst. Deswegen sind aber noch längst nicht alle, die anders darüber denken, “hirnlos”.
Schade, ich hatte dich für einen vernünftigen Menschen gehalten.
Halt mal, du verunglimpfst einen seit über 30 Jahren auf höchstem Niveau arbeitenden, seriösen wie anerkannten Musiker mit den Worten “alberne Katzenmusik”. Nun kann die rohe Stimme des Herren nicht mögen, seine radikalen Schilderungen von Außernseitertum gering erachten, aber Waits als Katzenmusiker flapsig abzutun und bei einer entsprechenden Erwiderung dann noch verschnupft zu reagieren, das ist dann doch kindisch – und schlicht und ergreifend dumm.
Ich verunglimpfe seine Musik, gegen den Menschen habe ich nichts, vermutlich würde ich mit ihm sogar ein Bier trinken gehen. Mir deswegen aber persönlich Hirnlosigkeit und jetzt sogar Dummheit zu unterstellen, ist vollkommen unangemessen!
Ich verbitte mir das.
Genau, du verunglimpfst. Und dass man verunglimpfenden Zeitgenossen Hirnlosigkeit attestieren muss, ist eine valide Diagnose. Meinung braucht immer auch ein Fundament, Meinung ohne diesen Unterbau ist Geschwätz – und das wiederum verbitte ich mir.
Nichtsdestotrotz sei ein Friedensangebot unterbreitet. Du magst das musikalische Werk von Tom Waits nicht. Okay. Damit wird er leben können. Diese Meinung steht dir auch frei. Und wenn du dies genau so sagst, werde ich dir sicher keine Hirnlosigkeit unterstellen.
Das habe ich oben ungefähr so geschrieben, ja.
Warum nicht erst nachfragen und dann beleidigen?
Auf ein Friedenspfeifchen!
So Leute, jetzt vertragt Euch mal wieder. Über Geschmack lässt sich vortrefflich streiten. Tom Waits macht sicherlich keine einfache Musik, hat mehr Kanten als Rundungen und mag für die meisten Hören “befremdlich” klingen. Aber Katzenmusik? Wir reden hier doch nicht von Xavier Naidoo