![]()
Die besten 500 Alben: 01-20 | 21-40 | 61-80
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eines dieser Alben, über das man nie etwas Schlechtes zu hören bekommen wird. Schon fast unheimlich und fast etwas peinlich seinem Zauber öffentlich erlegen zu sein. Habe jetzt wirklich und ernsthaft versucht etwas Schlechtes zu finden und bin dabei gescheitert. Ich finde nichts… ausser Kratzer auf durchgenudeltem Vinyl. Und darunter jede Menge Leichtigkeit und Zauber. (B)
Dead Kennedys – Fresh Fruit for rotting Vegetables (1980)
Die ganze Schönheit ist manchmal nur schwer zu ertragen, deshalb sollte man gelegentlich auch mal etwas Böses tun, wie z.B. den Vermieter erhängen, die Post der Anderen klauen, Arme töten, Kinder töten und dann nach dem ganzen Stress zur Entspannung Urlaub in Kambodscha machen. Das die Jungs sich hinterher nur noch gestritten haben, war irgendwie klar. Klassiker allemal! (B)
Ich war damals auch ein ziemlich böser Junge. Ihr müsst Euch das so vorstellen: Motorrad-Lederjacke, Nietengürtel, Stinkefinger und dann habe ich nie die Zahnpasttube zugemacht. (P)
Eels – Beautiful Freak (1996)
Glückstage in der Hölle: Vater tot, Drogen, Mutter Krebs, Schwester Psychose und Suizid und dann noch eine Cousine im Flieger, der am 11.9. 2001 unplanmäßig im Pentagon landet. Puh! Was bleibt einem da schon übrig als begabter, empfindsamer Mensch seine Welt in der Musik neu zu errichten. Novocain for the Soul. Er hat sie gefunden, ergreifend beginnend mit Beautiful Freak… und wir haben ihn gefunden. (B)
Der Mann hätte wohl einen Psychiater dringend nötig gehabt. Aber statt es sich auf dem Sofa bequem zu machen, schrieb er bewegende Songs, die das Herz öffnen. Ein unbedingter Klassiker (P)
Pink Floyd – Wish you were here (1975)
Wer nach den dunklen Seite des Mondes Neuigkeiten erwartete, musste zwangsläufig enttäuscht werden. Ein großes Dankeschön hierfür, denn Wish you were here ist der perfekte introvertierte, melancholische Höhepunkt der psychedelischen Progrockära geworden. Was konnte danach musikalisch noch kommen ausser Punk und Heimwerkermusik (s.u.). Besser war halt nicht drin. Neue Ufer waren in Sichtweite, allerdings nicht für Pink Floyd, die sind bereits auf der Insel der Seligen. (B)
Ich kam etwas später im Pink Floyd’schen Uniersum an. Trug meine Haare aber noch länger und sah ziemlich oft rote Elefanten, grüne Elefanten, blaue Elefanten, gelbe Elefanten, rosa Elefanten, magenta-farbende Elefanten, gepunktete Elefanten…. (P)
Einstürzende Neubauten – 1/2 Mensch (1985)
So, an den neuen Ufern gibts was auf die Finger. Auf jeden Fall was für Heimwerker. Typisch deutsch reissen wir Korridore auf und vergessen diese dann auch für Hanswurst und Karl Heinz begehbar und somit nutzbar zu machen. Wie das geht, zeigen uns dann die Engländer. So geschehen mit Can, Neu! und den Neubauten. Vielleicht waren O.T. und die Strategien konsequenter, 1/2 Mensch ist allerdings das beste und das wirklich hörbarste Album aus der Hochzeit der Neubauten. “Ich bin das letzte Biest am Himmel…” (B)
The Notwist – Neon Golden (2002)
… in dem ab jetzt auch Platz für goldenen Zaunkönige ist! Wir können es doch, das Ding mit dem anspruchsvollen Pop. Bester Beweis aus dem Jahr 2002: Neon Golden. Ein nahezu perfektes Indietronica Album, dem seine deutschen Ursprung dank consolidierter Clicks, Cuts und anderer Knirpsprzzgeräusche durchaus anzuhören ist. Überwältigend daran sind die wunderbar unaufdringlichen eindringlichen Popsongs des kreativen Archersongwritings. In einem Wort: Schönheit! (B)
Slint – Spiderland (1991)
Manchmal erfasst man die wirkliche Größe eines Albums erst beim Wiederhören nach Jahren. So hier im Land der Spinnen. Wenn experimenteller Postrock eine Bezugsgröße haben sollte, dann bitte diese hier. Messerscharf, kühl und sehr dunkel haben Slint hier eigentlich alles schon gesagt, worüber Mogwai und Konsorten sich in den späten 90ern mit uns fleissig unterhalten haben. Konsequenz? Maul halten und Band auflösen. (B)
65DaysofStatic – The Fall of Math (2004)
Die andere Seite der Macht. Zutiefst verstörend, muss der geneigte Hörer sich zunächst von den üblichen musikalischen Engrammen lösen. Dann aber Hallo! Lässt man die punktgenaue, exzessive Drums ‘n’ Bass, Click’s n’ Cuts Rhythmikflut gewähren und erwartet nichts Gewohntes, wird man spätestens beim Einsetzten des analogen Lärminstrumentariums auf eine Höhe gehoben, von der man ab dann sehr, sehr weit sehen kann. (B)
Emily Haines and the Soft Sceleton (2007)
Was ist die Steigerung weicher Knie? Weiche Knochen! Zauberhaft beklemmende Schönheit, die sich durch jede Pore dringend im Körper ausbreitet, diffundiert und letztendlich dir deiner verkalkten Stützen beraubt. Knochenerweichung. Warum Metric, wenn es Emily alleine viel ergreifender kann? (B)
The Jam – All Mod Cons (1978)
Ich liebe diese schrecklichen Cover. Drei etwas peinlich Typen, eine total peinliche Frisur, weisse Socken und eine belanglose verschimmelten Wohnungsecke und doch der Beginn einer wunderbaren Albumtrilogie. Punk riecht schon komisch, Postpunk ist da und mittendrin beginnen die Jam mit Paul Weller über den Tellerrand der Musikwelt zu schauen, was man da so alles mit Punk, 60’s Beat und Soul tolles anstellen kann. (B)
Paul Weller ist ein Gentleman und Genie (P)
Depeche Mode – Songs of Faith and Devotion (1993)
Da könnt ihr zettern, soviel ihr wollt. Für mich das beste Album der begnadeten Synthie-Popper aus Basildon. Härter, düsterer und dramatischer als vor- und nachher und sogar mit Gitarre. (P)
The Sound – From The Lions Mouth (1981)
Das Überwältigenste, was der unsterbliche Adrian Borland und seine Mannen erschaffen haben. Von düster, trauriger Schönheit bis zur letzten Sekunde. Sie hätten es schaffen sollen und können. Bis hinauf auf den Gipfel, zum Zenit. Verblieben ist ein Leben im düsteren Tal. Zu kompromisslos der Weg, den die Band einschlug. Und das Ende, das traurig-schreckliche Ende macht die Sache auch nicht besser. (P)
… und bei der Musik fühlen wir uns wie  staunende Löwen zu Daniels Füßen (B)
U 2 – The Joshua Tree (1987)
Grossspuriger, pathetischer Messiahs-Rock. Soviel Gotteslicht kann`s gar nicht geben, um Gutmensch Bono und die Seinen ins richtige Licht zu setzen. Zumindest auf diesem Album. (P)
… ist das jetzt Ironie? (B)
Marillion – Anoraknophobia (2001)
Den Albumtitel kann ich bis heute nicht richtig aussprechen. Von allen Alben aus der Hogarth’schen Phase ist mir dieses am liebsten. (P)
Japan – Tin Drum (1981)
Meine Verehrung für dieses Album ging soweit, das ich mich damals nicht entblödete, mir die Haare blond zu färben und mir eine alberne Popperfrisur zuzulegen. (P)
Abgesehen vom Fremdschämen ob der Friseurkunst. Wenn du dann auch so singen kannst, will ich auch ein Kind von dir.. Â (B)
Slade – Alive! (1972)
Ich weiss nicht, wie ich zu diesen Ding kam. Der Mann mit den Wahnsinnskotletten und der Reibeisenstimme ging komplett an mir vorbei. Dieses Live-Album aber nicht. Ist aber auch der schlichte Wahnsinn. Nach den ganzen Gassenhauern gab es hier nur eine Devise: “Born To Be Wild”. (P)
Simple Minds – Sons And Fascination / Sister Feelings Call (1981)
Ein zweifaches, stimmige Monument aus düsteren, elegischen Wave, repitativen Rhythmen und einer Menge Trance As Mission. Bevor sie mit Gassenhauern die Welt eroberten, gabe es hier Athmospäre pur. (P)
… Recht gebe ich dir. Uneingeschränkt.(B)
Tenhi – Maaäet (2006)
Immer dann, wenn ich zu hibbelig bin, lege ich diese CD in den Player. Neo-Folk aus Finnland der beruhigt und mich ganz dösig macht. (P)
Windermere – No One Wins ( 2006)
Wo soll ich anfangen? Ein wunderbares, stimmiges Album. Dream-Pop und Shoegaze vom Allerfeinsten. Die Wenigsten haben es mitbekommen. Ich hab sie Live und in Farbe erlebt, stand mit den Dänen auf der Bühne und habe zu einer genialen Version von “White Chrismas” die Marakas geschüttelt. (P)
Antimatter – Saviour (2002)
Musik aus der Unterwelt. Man muss schon einigermassen gefestigt sein, um nicht in tiefste Depression zu verfallen. Kein Licht weit und breit. Neo-Folk und Trip-Hop aus einem Schattenreich. (P)
Die besten 500 Alben: 01-20 | 21-40 | 61-80





















Es mag unfreundlich klingen, aber bei der Musik, die Eels so produziert, wäre es mir persönlich lieber gewesen, er würde seine Depressionen anders verarbeiten, bspw. auf der Couch.
Der Meinung bezüglich Anoraknophobia schließe ich mich aber an. Die Babyblauen Seiten zerreißen es quasi, ich find’s klasse. “If my heart were a ball…” – Hogarth ist ideal hierfür.
“Wish you were here” ist grandios überbewertet, aber immerhin anhörbar (anders als Depeche Mode, uah…). Finde ich.
Bezüglich Japan – Tin Drum. Bei der von Benedikt angedrohten Kindmacherei wären noch einige biologischen Schwierigkeiten zu überwinden. Und ja, ich habe Songs von David Sylvian heimlich mitgesungen. Und es klang geil
@ Tux: Ist aber auch wirklich manchmal schwer mit dir…
War nicht meine Absicht.
Ich bin ja froh, dass ihr die Alben zusammenstellt – und nicht tux. Eels sind natürlich die richtige Wahl, wer Herrn E nicht mag, hat von Musik wenig Ahnung. Und da befindet sich tux leider in schlechter Gesellschaft mit den Ignoranten von pitchfork.
Vielleicht habe ich auch einfach nur einen besseren Geschmack als du? ;)
Ich hoffe die restlichen Alben von The Sound finden auch noch Erwähnung. Dann verzeihe ich euch vielleich das Depeche Mode Disaster ;)
Das “Disaster” nehme ich auf meine Kappe.
Welches Disaster? Hatten wir nicht im Vorwort der 500 Besten was von “… Öffnen wir also unsere Schränke und Herzen (sic!)…” geschrieben? Diese Liste ist eine Operation am offenen Bloggerherz, bitte etwas mehr Respekt! Auch und gerade, wenn das arme Herzchen an einer chronischen Depechitis moderatus oder gar einem akutem Eelius leidet. Beides leider kaum heilbar aber im Grunde nicht schlimm.
Peter hat mit “Songs Of Faith And Devotion” uneingeschränkt recht: Diese Platte ist ein Monster, “Higher Love” der endgültige Ritterschlag. Und Ahnung haben wir doch alle – oder etwa nicht?? Ich mag Eels auch nicht besonders…