Die besten 500 Alben: 01-20 | 21-40 | 41-60 | 61-80 | 81-100

The Comsat Angels – Sleep No More (1981)
Dieses Album bedeutet mir einfach zuviel, als das ich es Erbschleichern überlassen würde. Ihr könnt alles haben, aber dieses Stück Vinyl soll verdammt noch mal als geschreddertes Plastik mit in die Urne gekippt werden. Aber noch ist es nicht so weit. Noch höre ich Songs wie “Our Secet” oder “Dark Parade”. Düsterer und kraftvoller als alles, was die unterbewerteste, beste Band der Welt jemals in Vinyl hat ritzen lassen. Mein Album für die Unendlichkeit. We will never give it up. (P)
Kommentar meinerseits unter Indipendence Day (B)

Tears For Fear – The Hurting (1983)
Zwar längst nicht so erfolgreich wie “Songs from the Big Chair” ist mir “The Hurting” aus sentimentalen Gründen wichtiger. Und Songs wie Mad World, Pale Shelter oder Change funktionieren heute noch immer. (P)
… wobei unter Vernachlässigung der ehrenvollen nostalgischen Empfindungen das wirkliche großartige (stimmliche und musikalische) Potential erst später die wahren Früchte tragen sollte. Â Hurting war trotzdem klasse. (B)

Tenhi – Maaäet (2006)
Neo-Folk aus Finnland. Ein bisschen düster, ein bisschen unheimlich aber auch sehr poetisch. Folklore, die sehr erdverbunden und heimelig wirkt. Das Album wird immer mal wieder herausgesucht und zur nötigen Entschleunigung eingesetzt. (P)

The Comsat Angels – Waiting For A Miracle (1980)
Gleich zu Anfang der langgezogene, bedrohliche Ton. Dann setzt das Schlagzeug. Langsam, schleppend steigt der Bass ein, eine klagende Gitarre und der unverechselbare Gesang. Wir warten auf ein Wunder, aber letztendlich warten wir vergebens. Dunkler, düsterer und klagender wurde es dann auf dem zweiten Album. Das Debüt der besten Band der Welt. (P)
Mit dem besten Debüt der Welt! Haben wir nicht alle auf solche Wunder gewartet? Das geniales Album lässt die elegante, erhabene Melancholie der späteren kleinen Wunder und die unzähligen Schauer auf der Rückenhaut ahnen. Gute Wahl, Big P! (B)
Jo! (B)

The Decemberists – The Crane Wife (2006)
Ein Album zum Heulen schön. Da wir Männer das aber nicht machen, geniessen wir dieses wunderbare Album ergriffen mit gefalteten Händen. It was a cold night andnd the snow lay around….. (P)
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Isis – Panopticon (2004)
Pantoptisch, alles rundherum einsehen zu können. Panopticom ist wie ein Blick in eine nebelverhangende Welt. Ich sehe alles, doch nichts ist greifbar. Monumentaler Noise-Rock, zerrissen zwischen Perfektion, Minimalismus und Komplexität. Widerspruch der sich in Grossem manifestiert. Was soll ich anderes tun, als in Rätseln sprechen. (P)
… Musik einfach laut stellen (B)

Madrugada – Industrial Silence (1999)
Der düstere Indie-Rock aus Norwegen, dieses sektsame Mischung aus Americana und melacholischem Rock. Zwischen Nick Cave und den guten, alten Doors haben es sich Madrugada heimelig gemacht. Das erste und für mich beste Album der Nordländer. (P)

Creed – My Own Prison (1997)
Man möge mich erschlagen, aber mit diesem Album begann meine heimliche Liebe zu Creed. Neo-Grunge und Alternative, ein Gesang, als hätte der Sänger Schwierigkeiten beim Stuhlgang, missionarischer Eifer a`la Bono und eine Menge toller Songs und viel Spass. (P)
Das mit dem verhinderten Stuhlgang hat was, zeigt ja auch das Cover. (B)

Russian Circles – Station (2008)
Das zweite Album des Trios ist und bleibt der Hammer. Wem es bei post-rock`schen, mit weichen Pinsel gemalten Landschaftsmalereien dröge wird, der wird bei den Amerikanern fündig. Zwar werden auch die Stilmittel der instrumentalen Rockmusik genutzt, das beständige Wechselspiel, die Laut-Leise Abteilung, das Aufbauen und Einreissen wird bei Russian Circles wohl genutzt, allerdings kerniger, mit mehr Biss als bei der Konkurrenz. (P)

Scott Walker – The Drift (2006)
Der Mann ist ein unerklärliches Mysterium. Walkers Alterswerk ist einfacher Kost nicht. Ein paranoides Versteckspiel. Musik, die einen den Boden unter den Füssen wegzieht. Unerforschliches, unerklärliches. Musik, die einen auf dem Zahnfleisch gehen lässt. Meisterlich. (P)

Ian Dury  - New Boots and Panties (1977)
Nix Klassenclown! Was das uns der liebenswerte, Polio-geschädigte  Blockhead aus Essex an musikalisch bitterschönen Songs aus den Tiefen des zutiefst Cockney-sprechenden englischen Herzens geschenkt hat, ist wirklich beeindruckend funky und rockte nachhaltig Charts als auch Punks. Hinter der burlesken, durchaus kultivierten, bizarren Oberfläche dieses Künstlers schimmert immer wieder die künstlerische Empfindsamkeit strahlend hervor. Und im Himmel gibt es keine zu kurzen Beine, da wacht man einfach auf und es wird geliebt! (B)

Swervedriver – Raise (1991)
Raise oder Mezcal Head? Oh Gott, beide MÜSSEN in jede ernstzunehmende Sammlung. Lassen wir Raise den Vortritt. Nicht weil das Album besser ist. Ist es eigentlich nicht. Ist aber das Debüt und hat diese Kraft in sich, die gelegentlich den Nachfolgern ein wenig am Ende fehlt. Der leicht dumpfe Sound der Orginalversion verschleiert zwar diskret die Kraft  und Güte dieser Band, doch kann man klar erkennen das es sich hier um einen kleinen Juwel handelt. Rave Down ist die Essenz dieser ungemein bratzenden Melodiösität und lässt die ein oder anderen Shoegazerkameraden noch blasser erscheinen, als sie wirklich waren. Geschliffen wird der Juwel dann auf Mezcal Head. Dieser unbeschreiblich, unwiederbringlich fettschöne Swervedriversound!  (B)

Death Cab for Cutie – Transatlanticism (2003)
Habe ich (unentschuldbar) das Photo Album noch verpasst, wurde ich dank des Transatlantischen Gefühlesausbruches infiziert und erkrankte fulminant und schließlich chronisch (bis vor kurzem nahezu unheilbar) an dieser komischen Erkrankung namens Death Cab for Cutiecism. Was hier etwas prahlerisch mit dem neuem Jahr beginnt ist ein Kaleidoskop musikalischer Perlen, kleiner Juwelen und dezenter Gesten von überraschender Schönheit. Wer spätestens bei Transatlanticism nicht eine Träne im Innenwinkel purer Ergriffenheit verdrücken musste, den brauche ich nichts mehr erzählen. (B)

Verve – Urban Hymns (1997)
Was ein Beginn. Auch wenn ein wenig Diebstahl mit dabei ist, ist die bittersüsse Symphonie eine wunderbare Ikone britpoppenden späten 90er. Wo sich Radiohead langsam mehr und mehr der Implementierung des elektronisch Experimentellen auf künstlerisches gewagtes Terrain wagt, setzten sich Verve auf die Wiese und zaubern klassische Gitarrensongs allererster Güte aus den Ärmeln. Selten hat man Richard Ashcroft so ausdrucksvoll vernommen. Eine gelungene Symbiose orchestraler Schönheit, klassischen Songwritings, psychedelischen Geschrubbels und authentischer Innerlichkeit. (B)
Grosskotziger, angeberischer britischer Scheisskerl mit grosser Fresse. Alles was hassenwert an den musikalischen Luftpumpen, diesen jämmerlichen Eintagsfliegen von der Insel ist, verbinde ich auch mit Richard Ashcroft. Lange Rede, kurzer Sinn: ein ganz wunderbares Album. (P)
Hi hi (B)

Joy Division – Closer (1980)
Musste ja irgendwann kommen. Trau mich fast nicht, doch es wird Zeit. Ohne in Plattitüden abgleiten zu wollen, ohne in posthume Mystifizierungen aufgehen zu wollen, ohne Stereotypen und Erwartungshaltungen bedienen zu wollen, eines der Alben, die mich irgendwie (dis)sozialisiert haben. Nostalgischer, sentimentaler Quatsch halt. Nicht so frisch, so unbedarft neu, so kräftig wie Unknown Pleasures, aber näher an dem wohin die Reise der Vier hätte gehen können. Ian’s Reise ist leidlich bekannt. Die der anderen drei Kameraden ebenfalls. (B)
Fang du ruhig an. Für mich bedeuteten die Klangwelten von Joy Division eher Stimmung als gute Songs. Bin mir ihrer Bedeutung bewusst, aber kann eher etwas mit der vertonten Verzweiflung eines Adrian Borlands anfangen können. (P)

New Order – Power, Corruption and Lies (1981)
Drei Kameraden überlegen, probieren, frickeln, sequenzieren, blicken nur einmal ein Album lang etwas verschüchtert nach hinten, tauschen schliesslich Silber gegen Kodachrome und treten mutig ins Rampenlicht eines neuen Jahrzehntes. Leicht geblendet von den Farben des gleissenden Lichtes, leicht überfordert, breitet sich ein Lächeln um die Mundwinkel der drei Knaben aus und verbleibt als Dauergrinsen für Jahrzehnte unübersehbar, unüberhörbar im Gesicht des Pops zu erblicken. Selten mit so limitierten musikalischen Möglichkeiten (Singen ist gar nicht so einfach) so Großes erreicht. Selten so unbedarft und selbstverständlich Fröhlichkeit und Traurigkeit in Einklang gebracht und etwas Neues geschaffen. So schön das Cover, so elegant sind New Order. Pop! (B)
Ich habe New Order zu jener Zeit wirklich gemocht. Wichtiger Musik einer für mich wichtigen Zeit. Und New Order waren gerade ob ihrer musikalischen Mittelmässigkeit aber dem richtigen Beats zur richtigen Zeit auch für die gespiegelten Tanzflächen jener Zeit wie geschaffen. (P)

I am Kloot – s/t (2003)
Klasse Songwriting, klasse Stimme und zwei unbedingte Lieblingssongs. Reduziert auf das Wesentliche, kein anbiedernder Schnickschnack, prägnanter als der schöne Erstling. Wie das Cover, so der Inhalt. Einfach gut. (B)
Ich mag es den wohl auch, dieses Album. (P)

The Chameleons – Script of the Bridge (1983)
Knirsch, knirpsel, spring. “Don’t fall…” und so weiter. Anhand des Rauschfaktors der Vinyl ist es leicht zu erraten, das Script of the Bridge eine meiner unbedingten Dauerrotatorenscheibe war. Totgeliebt. Und das trotz dieses unsäglich bescheuerten Covers. Das die leicht unbedarfte übertriebene Weinerlichkeit des Covers seine Fortsetzung in den Texten findet, war anzunehmen und wurde allerdings großzügig in Kauf genommen. Dieser grandios melancholische, leidende, elegische, gitarrengetriebene Postpunk ist und bleibt unerreichbar gut. Ein Highlight nach dem anderem, dabei wunderbar homogen. Kaum eine Seele, die sich dieser Platte entziehen kann. Und danach? Tod, Streit, Zersetzung, 1000 unnötige Compilations und Liveplatten und schließlich zogen U2 unaufhaltsam an dieser Band vorbei. Was hätte alles passieren können… (B)
Das Cover ist wirklich ziemlich albern. Liess auf eine verkopfte Art-Rock Band schliessen. Und die Texte? Wenn hat das interessiert? Es war dieses wunderbare, düster-melancholische Zusammenspiel aus klagenden Gitarre, die nebelige, leicht dumpfe Produktion, der unverwechselbaren Gesang und schlussendlich ein paar Songs für die Ewigkeit. Nie mehr gab es bessere Chameleons. Referenz für fast alles, was heute unter Post-Punk läuft. (P)

Failure – Magnified (1994)
Spacerock’o'Gunge. Welch Intensität sich aus den Boxen im Raum breitmacht, sich aufdringlich ausdehnt und unsere Glieder konvulsiv zucken lässt. Powerchord orientierte, bassgetriebene Dynamik. Leider nur für kurze Zeit auf der Bühne und ein Album lang gut. Aber so ist das halt. Unterschätzte Frösche mit Eiern dran. Ich trink ein Bier auf Failure! (B)
Zusammengestellt von:Â Peter (P) und Benedikt (B)
Die besten 500 Alben: 01-20 | 21-40 | 41-60 | 61-80 | 81-100

Kenne ich leider erschreckend wenig von. Seltsam eigentlich. The Verve: Unvermeidlich. Großes Album einer Band, deren Reunionstonträger zu Recht keine Sau juckt.
meine güte, gebt ihr euch viel mühe. wieder eine schöne auswahl! ich werde wohl nie verstehen, weshalb “closer” von joy division meist so hochgelobt wird. die platzierung hier bei euch ist okay – “unknown pleasures” finde ich wesentlich besser
Wieder viele meiner Lieblinge in eurer Liste. “Maaäet” war mir damals erst zu düster, heute kann die einen echt umhauen.