![]()
Die besten 500 Alben: 21-40 | 41-60 | 61-80 | 81-100
Ob 50 oder 5000, eine Plattensammlung ist etwas besonderes und jeder sollte eine besitzen. So auch Schallgrenzen. Dass Peter eine hat, das wissen wir seit seinem Outing über die Zeit im Plattenladen und im Club, dass ich ein habe, könnte man sich denken. Öffnen wir also unsere Schränke und Herzen und zeigen sie euch. Unsere, oder was wir wenigstens dafür halten, besten 500 Alben der jüngeren Rock- und Pophistorie.
Aber was sind die besten Alben? Warum ist Platte besser als die andere? Wegen einer tatsächlich besonderen musikalischen Güte? Oder ist es vielleicht einfach, weil wir sie erstmalig im richtigen Augenblick am richtigen Ort gehört haben, bei Kerzenschein in Patchouli geschwängerter Luft unserer heimlich Angebeteten dabei tief in die Augen blicken durften? Oder, weil wir beim ersten Hören dieser Platte hier eine tiefe Verwunderung im Herzen verspürten, die wir nie wieder los wurden? Weil wir bei jener hier erstmalig ahnen durften, dass es doch mehr im Leben geben muss als das, was sich bisher auf unserem Plattenteller drehen durfte und seitdem alles bisherige ungemein schal klang? Oder ist diese hier, die jahrelang verkannt, ein Schattendasein in den Reihen der profanen anderen Kameraden führen durfte und uns dann, viel zu spät, die galaktische Güte dieser Scheibe wie Schuppen aus den Ohren viel. Alle haben wir diese magischen Momente erlebt bei der sich wie selbstverständlich Musik mit Leidenschaft verbindet und somit eine Platte die Ehre zuteil wurde, eine der BESTEN, unserer Besten, sein zu dürfen. Und genau diese Momente sind auch der einzige Grund, warum wir alle hier sitzen und unsere Zeit mit dem Schreiben und dem Lesen dieses und all der anderen Blogs hier vertun. Es ist Leidenschaft!
So, erinnert euch selbst. Hier sind unsere Erinnerungen und in anarchischer Reihenfolge die ersten 20 unserer kleinen Schätze:
Mogwai – Young Team (1997)
… gebührt wohl zu Recht die Ehre den illustren Reigen eröffnen zu dürfen. Die Empfindung des erstmaligen Hörens war, na nennen wir es mal bescheiden, perfekt, überwältigend und dabei zutiefst vertraut. Das gilt übrigens durchaus auch für alle weiteren Alben der sympathischen Schotten… (B)
Tuxedomoon – Desire (1981)
Desire? Ja! Von vorne bis hinten Leidenschaft, Poesie und musikalische Avantgarde. (B)
V/A – Hicks from the Sticks (1980)
Ein kleiner Schatz! Bekam ich ‘80 von meinem Vater und nur Gott weiß, wie er vollkommen unbeleckt an diese Platte kam. Randvoll mit Postpunkdiamanten aus der englischen Provinz. Modern Eon, Wah Heat!, Expelaires (mit Adam Craig von den Sisters of Mercy und Wolfenden von Red Lorry Yellow Lorry!), Clock DVA und so weiter. Gibt’s nicht mehr, wohl dem der es als Vinyl im Schrank hat. (B)
Ich habe die Schallplatte gehabt und nun nicht mehr. Verkauft auf dem Flohmarkt. Das war damals, als ich die gleiche Frisur wie David Sylvian hatte. Zwei Fehler. (P)
John Cale – Music for a new Society (1982)
Vielleicht das privateste, empfindsamste und unterschätztestes Album des Granden. Große weitsichtige Musik. (B)
Adorable – Against Perfection (1993)
Anbetungswürdig und extrem perfekt! Das ist und bleibt mein Highlight des melodiösen Gazerocks der frühen 90er, nahezu unübertroffen und wirklich zeitlos. (B)
Ich bete zwar nicht, verbeuge mich aber tief. Zeitlos schön. (P)
The Stooges – S/T (1969)
.. weil es 1969 langsam dringend Zeit für das wurde, was wir später Punk nannten und weil “I wanna be your dog” mich immer noch jedes mal mit dem (fast) allen Gliedern und Hirnanhangsdrüsen zucken läß! (B)
Birthday Party – Mutiny (1983)
Böse Schreie aus dem Sumpfland! Extrem klasse, zeigt beeindruckend wo es mit später mit Nick Cave hingehen wird und ohne dabei zu negieren aus was für dunklen, bösen Ecken er schliesslich mit der Party gekommen ist. (B)
Zoot Woman – Living in Magazine (2001)
Die Mutter des 80er Revivals! Einen Tick zu früh um wirklichen Erfolg ernten zu dürfen, haben hier Stuart Price und die Blake Brüder sich das Denkmal perfekten Elektropopalbums im Stile der Human League/ABC/Kraftwerk gesetzt. Der Erfolg kam bekanntermaßen ganz woanders… (B)
Gravenhurst – Fires in distant Buildings (2005)
2005 ganz weit oben auf meiner Bestenliste besticht dieses Debüt durch den diskreten Charme der unaufdringlichen Brillanz. Wunderbar, unbedingt hören. (B)
The Beach Boys – Pet Sounds (1966)
Ha Ha! Ist nur ein Spaß an die Adresse von Some Vapour Trails…
(B)
King Crimson – In the Court of the Crimson King (1969)
Mit einem Paukenschlag hat sich der Progressive-Rock sein Recht verschafft. Meilenstein und Referenz. Danach hätte sich Robert Fripp anderen Hobbies widmen können. Hat er aber nicht. (P)
Recht, hast du. Haupthobby anschliessend: King Crimson gefühlte 10x erfolgreich neu zu definieren. (B)
Cocteau Twins – Garlands
Von allen Alben ist mir ihr erstes Werk Garland am liebsten. Kalt wie Eis schneiden sich die Songs ins Herz. Bis heute. (P)
.. um dann dort in uns sehr viel Wärme entstehen zu lassen. (B)
Kitty Wu: Knives And Daggers (2005)
Vom ersten bis zum letzten Ton todtraurig. Jeder Song Tristesse pur und ich bin dennoch froh beim Hören. Ein Widerspruch, der nicht aufgeklärt werden muss. (P)
Led Zeppelin – Led Zeppelin II (1969)
Sein erstes Album vergisst man wohl nie. Ich habe gleich zwei bekommen. Mein erstes Heavy-Metal Album, und ich find’s immer noch grossartig. (P)
Meines erstes willst du nicht wissen… (B)
Aereogramme – My Heart Has A Wish That You Would Not Go (2006)
Kurz vor der Insolvenz schenken uns die Schotten noch ein kleines Meisterwerk. Zeitlos. (P)
… und sehr, sehr schade! Wir verneigen uns und danken für wunderbare Musik. (B)
Deftones – White Pony (2000)
Immer dann, wenn`s etwas gröber zugehen soll, das aber bitte mit Niveau, greife ich zum wuchtigen Dark-Metal von Deftones. Abgesehen davon haben sie den besten Schlagzeugsound aller Welten. (P)
Gentle Giant – In A Glasshouse (1973)
Bahnbrechendes Werk zwischen den Fronten. Mit bis zu 30 Instrumenten wurde eine abwitzige Mischung aus Progressive-Rock, Klassik und Jazz zelebriert. (P)
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Zwar ihr kommerziell erfolgreichstes Album, aber dennoch ihr bestes und über die Jahre betrachtet, nachhaltigstes Werk (P)
… war in die verliebt (heimlich) (B)
The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars (1972)
Ich krame das Album immer wieder hervor. Glamouröser Rock mit operettenhafter Attidüde und eine Menge verdammt guter Songs. (P)
Genesis – Foxtrot (1972)
Mein zweites erstes Album. Vergiss man nicht. Bis heute. Und dann gibt es noch 23 Minuten Supper’s Ready. Ein Klassiker. (P)
Zusammengestellt von: (P) Peter & (B) Benedikt
Die besten 500 Alben: 21-40 | 41-60 | 61-80 | 81-100





















Die erste Liste gefällt mir sehr gut.
“Immer dann, wenn`s etwas gröber zugehen soll, das aber bitte mit Niveau, greife ich zum wuchtigen Dark-Metal von Deftones. Abgesehen davon haben sie den besten Schlagzeugsound aller Welten.”
Das unterschreibe ich zu gerne.
Hicks from the Sticks! Ich bin begeistert und spende stehende Ovationen!
Nightmares in Wax wurden später zu Dead or Alive, Section 25 eine der der besseren Factory Bands, der Sänger von Medium Medium gründete C Cat Trance. Grandioser Sampler! Trotzdem erstaunlich, daß er auch in Deutschland erschien.
Genesis, Gentle Giant, Mogwai und John Cale kann ich unterschreiben… bei Kate Bush bevorzuge ich The Dreaming.
Hounds of Love ist mir zu ruhig.
(Ich wünschte, mit meinen ersten CDs könnte ich auch noch angeben.)
Und King Crimson läuft gerade erst in der (musikalisch) vierten Generation. Nicht immer gleich übertreiben. *g*
War auf der Gravenhurst-Scheibe außer “Velvet Cell” noch was brauchbares drauf? Vor ‘n paar Jahren mal interessiert konsumiert, Velvet Cell behalten, Rest vergessen.
Ihr habt ihr die neue Scheibe von Hansi Hinterseer vergessen. Ähnlich spannend wie die Pet Sounds!
Ja, aber der Sänger nervt nicht so. ;o)
@ SVT: Warte mal, da kommen noch 480…
Schöne Liste, dennoch eine kleine Korrektur: “Fires in distant buildings” ist nicht Gravenhursts Debüt. Man beachte bitte auch “Flashlight seasons”, “Black holes in the sand” und “Internal travels” ;)
wobei du Recht hast…
Für mich ist “Pet Sounds” übrigens wirklich eines der besten Alben überhaupt
. Natürlich neben “A Trick Of The Tail”, “The Lamb Lies Down On Broadway” (beide Genesis), Abbey Road (Beatles) und “Lizard” (King Crimson).
Genesis ist so nen Thema für sich, aber tolles Ranking sonst. War nie der Fan von Peter Gabriel, vor allem nicht in der Zeit von Genesis. Bevorzuge dann doch eher Duke oder And Then There Were Three.