Diese Band dürfen wir nicht verpassen. Ich hasse zwar diese Heisse-Scheiss-Dinger, die regelmässig von der Insel über uns niederprasseln, aber was soll man machen. Die meinungsmachenden Gazetten drehten schon im Vorfeld am Rad und bescheinigen den Briten eine grosse Zukunft. Normalerweise gehe ich bei diesen Hypes sofort auf Tauchstation und höre mir eine behäbige Post-Rock Scheibe an. Aber bei Delphic aus Manchester muss ich eine Ausnahme machen.

Delphic, das sind Rick, Matt Cocksedge und James Cook (und Dan Hadley) aus Manchester. Ihr Debütalbum “Acolyte” , das ist Indie-Elektro immer auf die Zwölf. Schnurrende Beats, elektronische Geklimper, tanzbarer Pop der zumindest mir eine Menge Spass macht. Das ist zwar wohl so ein neu-altmodischer Rave-Techno-Trance-hypnotisch-zittriger-Echo-Synthie-sequenzerhafter Tanzkram, von dem ich weniger Ahnung habe als vom Kinder kriegen. Aber Scheiss drauf, mir gefällt`s. Man hört jedenfalls die Manchester Schule und die besseren Zeiten der Achtziger. Stichwort: New Order.
Unbedingt sehens- und hörenswert ist das Video zu “This Momentary” (leider nicht zu embeede. Das Film ist eine ziemlich gruselige, ernsthafte Angelegenheit, die das Thema Tschernobyl thematisiert. Bedenkenswert und tanzbar.
Video: Delphic – This Momentary
Das beste zum Schluss. Delphic verschenkt 4 Songs. Mehr als eure Mailadresse wollen die Jungs für die 4 musikalischen Leckerlis nicht haben:
01. Delphic – Sanctuary
02. Phoenix – Fences (Delphic Remix)
03. Everything Everything – My Keys, Your Boyfriend (Delphic Remix)
04. Delphic – This Momentary (Extended Version)
Free MP3 Download : Delphic Package
weitere Infos: Homepage | MySpace
Album via Amazon: Acolyte
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Ich weiß jetzt eigentlich nicht was an der Band so besonders sein soll … und Bands, die meinen so klingen zu wollen wie New Order es vielleicht nach deren Meinung tun sollte, die mag ich sowieso kaum bis gar nicht. Es sei sie bringen mal was Neues mit rein. Das hier klingt irgendwie wie schon mal gehört … irgendwann. Radiotauglich.
Da find ich die neue Get Well Soon aber um tausend Ecken besser, aber die wird ja gehyped, gelle?
Haha… Get Well Soon zu hassen wäre eigentlich Pflicht für jeden “real Indie Snob”… so was von ge- und über-hyped, aber leider sehr gut. Hab mich an “We Are Free” festgesaugt und komm’ nicht mehr los…. unrettbar verloren….
Als super Besserwisser-Indie-Snob muss ich hier auch einwenden, dass man erbsenzählerisch Delphic dann doch in die Madchester-Schublade stecken sollte. Mich macht die zappelige Musik eher nervös… war aber auch nie ein rießen Fan von New Order, diese ganze 80ies-Aufwascherei sollte eh ein Ende haben.
Na, da habt ihr es mir aber ordentlich gegeben.
ja, genug “innovatives” 80s-Revival, genügend Aufgüsse und Retorten
Es war damals einmalig und ich habe auch gar nichts gegen gewisse 80er-Indie-Tendenzen, im Gegenteil. Aber es reicht wirklich langsam, wir haben alles gehört…
Ihr haut mich ja regelrecht in die Pfanne. Gibt es den Niemanden dort draussen, der Delphic auch gut findet?
Oh, bin spät dran, aber die Kavallerie naht. Will jetzt nicht opportunistisch erscheinen, aber…
… ich kann mich dem Reiz der Delphianer ebenfalls nicht entziehen, womit ich mich natürlich als Plepstrottelunterindie Snob hier oute. Delphic sind alles andere als neu und innovativ, mischen gut Bekanntes aus der jungen Pophsitorie und klingen einfach nett und gut. Somit hast du Recht.
Recht hat die andere dunkle Seit der Macht allerdings auch (ein wenig). Die sind ja auch Übergripsosupermegaindie Snobs.
Danke Benedikt. Du hast mir den Arsch gerettet
John Wayne schiesst zurück! Um mein Image in Berlin vollkommen zu zerstören hier die Popsong Geheimwaffe: Phoenix gemixt von Delphic! Ha, Plepdoofindoiepoppig kaum zu toppen. Jetzt seit ihr dran… (wenn ihr vom Klo zurück kommt)
Phoenix – Fences (Delphic Remix)
… und dies
Wenn die 80er wirklich so ne tolle Zeit waren, warum sind dann überhaupt zu Ende gegangen? Eine geplatzte Bratwurst beim Metzger meines Vertrauens halte ich mit Verlaub für weitaus aufregender als Delphic. Sorry, aber das muss so klar gesagt werden.
“Wenn die 80er wirklich so ne tolle Zeit waren, warum sind dann überhaupt zu Ende gegangen?”
Was ist den das für eine blöde Frage? Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also im Gegensatz zu anderen physikalischen Größen eine eindeutige Richtung. Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Gestern war gestern und heute ist heute. Siehe Wikipedia. Abgesehen davon ändert das nichts daran, das die beste Musik in den 80ern entstanden ist. Wird im allgemeinen Post-Punk genannt. So ca. 1979 -1987. In Vinyl gepresste Edelstein von denen Du mit Sicherheit noch nie was gehört hast. Das hat aber nichts mit deinen geplatzen Würsten zu tun. Und mit Delphic erst Recht nicht. Eher mit deiner Unwissenheit bezgl. der 80er.
Hui, John Wayne kann es noch! “… warum sind sie dann zu Ende gegangen?” Sind sie ja nicht, hört man doch!
Jungs, vergesst die geplatzten Würste der 8oer und den ranzigen Aufschnitt der Jetztzeit. Erlaubt ist was gefällt, auch wenn es eine Berliner Formvorderfleischersatzbulette sein muss.
Dies ist ein:
Man muss sich einfach mal vor Augen halten, wieviele, nahezu unzählige neuzeitlche Bands ihren musikalischen Nektar aus den 80ern ziehen. Dann wird die immense Bedeutung dieser Zeit des Umbruchs nach Ende der Punk-Ära umso deutlicher.
Für Post-Punk und so Kram, der seinen Ursprung irgendwie in schwarz gestrichenen, nebeldurchfluteten Kellerdiscos hat, bin ich zu ständig und betreffende Töne und Klänge werden regelmäßig vom SomeVapourTrails mit Stirnrunzeln quittiert. Der Liebste schleckt den Necktar der 60er und deren reminiszierenden Vertreter. Wirklich schlimm zur Zeit ist nicht das, was musikalisch aus den 80er verfrachtet, sondern die Modesünden, die schon damals Augenkrebs verursachten. Vielleicht hab ich aber auch Unrecht und sollte mir schnellstens wieder einen perlmutfarbenen Lippenstift, Lila-Lidschatten und nen neon pinken Pullover zulegen, wobei, solange niemand nen Fotobeweis vorlegt, streite ich solche Geschmacksverfehlungen ab, hab ich nur so gesehen, aber nie selbst getragen
Ich hab mich natürlich nur in cooles Schwarz gewandet. Dann war da noch diese Post-Hippie-Phase…. aber das ist wieder eine andere Geschichte. Ich glaube wir haben hier eh nen Generationskonfllikt, für die wirklich coolen 80er-Umbruchphase waren wir halt noch zu jung. Die 80er generll begannen für mich furchtbar, mit Beginn des Jahrzehnts wurde ich eingeschult und der Ernst des Lebens begann.
Naja. Modisch mag das damals eine hochnotpeinlich Angelegenheit gewesen sein, aber mann muss zu seinen Sünden stehen. Ich habe mich leider damals nicht auf Schwarz beschränkt, sondern rannte ziemlich unmöglich herum. Wer ein wenig in den tiefen dieses Blogs suchen würde, fände diesen älteren Beitrag. Man achte auf die grauen Schuhe. So etwas geht gar nicht.
Die Schuhe sind doch ganz ok. Da gab es eindeutig schlimmeres. Auch das sonstig erkennbare Outfit ist eher dezent. Der Hund ist eher im Stil der 40er Jahre (
) gehalten. Warum du mit deinem Kumpel allerdings die unschuldigen Damen mit Blicken so italomässig anguckst, bleibt dein Geheimnis.
Ok, wir haben hier anscheinend ein Kommunikationsproblem auf dem Boden einer unterschiedlichen musikalischen Sozialisationsphase beruht. DifferntStars war da mal gerade aus dem Hanni und Nanni Raumzeitkontinuum entkommen, Peter befand sich fleissig in der Balz- und Kontaktaufnahmephase zu den Wesen mit langen Haaren und zwei X Chromosomen unter Zuhilfenahme von imposanten und gefährlichen Hunden und ich… Ich, ach Gottchen, sah 83 total ungekünstelt und uninszeniert ungefähr so aus: http://thelastpopsong.blogspot.com/2010/01/1983.html
Noch Fragen, warum wir bei Delphic nicht das Grausen noch irgendeine Fleischvergiftung bekommen?
Ohhhh wie süß!
PS: Hanni und Nanni hab ich nie gelesen, hat die damals mit Emanzipaiton beschäftigte Mama verhindert, zu dieser Zeit Emma-Leserin der ersten Stunde. Über ein Jahrzehnt später (und zu spät) als die Mama ihren indischen Guru fand, legte ich schnell die Hippie-Kleidung ab und gab mich den 80er New Wave-Klängen hin.
Woher meine Obsession für merkwürdige, stark geschminkte Zwerge aka Madonna u. Brian Molko kommt, ich weiss es noch nicht, ist aber auch bestimmt die Mama schuld :-D
Süß? Nee! Peinlich eher. Auf die emanzipierte Mutter hätte ich irgendwie kommen können. Das erklärt vielleicht Madonna, aber den Molko bekomme ich da noch nicht unter. Wie groß war eigentlich der Guru? Ich meine rein Gesamtkörpergrößlich.
hm… wenn man diese Frage googelt bekommt man lauter Partner-Suchanzeigen von seinen Single-Anhängerinnen, die ihre Körpergröße angeben. Keine Ahnung. Unendlich groß, seit dem er seinen Körper verlassen hat (so der Fachteminus, nicht tot)… hm… falsche Fährte glaub ich, sonst müsste ich auf Michael Jackson und Elvis stehen. Hab aber mal das Grab von Jim Morrison besucht. Glaub brauch ich einen Musikhistorien orientierten Psychoanalytiker.
Blos nicht. Ganz heisse Kiste.
An des Lederhosenträgersgrab hab auch mal probiert traurig zu sein. Hat aber irgendwie nicht geklappt. War alles so liederlich unspektakulär da. Ausserdem saßen da schon ein Haufen Ziemlichtrauriger. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich danach meinen Musikstil gewechselt. Jetzt höre ich aber auf, sonst meldet sich wirklich noch ein Psychodingsbums. Ist ja alles quasi öffentlich hier. Wo bleibt eigentlich der Tuxkommentar?!
Das war nicht mein Kumpel sondern der Chef von dem laden. Und dem gehörte die Nazi-Tölle.

Und dein Foto ist cool. Wie lange hat den die Fotografen-Sitzung gedauert?
ca. 5x von der Kamera mit Selbstauslöser hinter die Bettlaken rennen, dabei möglichst blöd und geheimnisvoll aus dem Fenster gucken und hoffen das alles richtig geklappt hat und das Bettlaken an der Wand nicht vorher runterfällt…
Was man nicht alles macht, Tz, Tz…
Herrlich. Ich hatte auch mal so`ne Selbstauslöser-Phase. Mit blondierter Popperfrisur, Weichzeichner und Überbelichtung habe ich auch versucht, mich als New Wave Sensibelchen abzulichten. Ging so in Richtung durchgeistigter David Sylvian wärend der Tin Drum-Phase.
Schon wieder ein Generationskonflikt – ich gehöre zur Generation Fotoautomat-Sessions
[...] sich auf den Schallgrenzen die super Indie-Musik-Snobs über die Bedeutung der 80er in musikalischer Sicht streiten, die [...]