Die Augsburger Band, deren Debütalbum ich hier dem Schalltest unterziehen soll, sind ziemlich altmodisch. Allein das, was Deep Frying Pan nicht tun, ist super. Sie spielen keinen Reggae und keinen Hip-Hop. Das gibt schon mal einen Punkt. Sie versuchen es mit einer altmodischen Musikrichtung, die zur Zeit nicht angesagt ist. Gibt einen Punkt. Musikalisch geht es um Grunge, nennt sich heute folgerichtig Post-Grunge, ist vielleicht das nächste große Ding. Wer weiss das schon?
Erinnert sich einer von Euch noch an Grunge? Dieser leicht angeschmuldelte Alternative-Rock, der durch Nirvana bekannt wurde und so illustre Bands wie Pearl Jam, Stone Temple Pilots oder Creed hervorgebracht hat. Und es wurde im Grunge immer so gesungen, als hätte der Sänger eine nasse, heisse Kartoffel im Mund. Es war ein herrliches Röhren, Pressen und Knödeln, welches von Scott Stapp inklusive melodramatischen, pseudo-christlichen Schnickschnack zur Vollendung gebracht wurde. Ich mag Creed. Und halte Weathered von 2001 immer noch für eines der besten Rockscheiben ever und somit für Referenz. So, wo war ich stehen gebleiben?
Die Jungs von Deep Frying Pan wissen wahrscheinlich selber, es gibt `ne Menge Zeug von Damals, das besser ist, als das, was die Fünf hier auf ihrem Debüt abgeliefert haben. Aber es ist das Debüt einer Band, die ihr Handwerk versteht, mit einigen schmucken, druckvollen Songs aufwarten kann und in Zukunft noch einiges verbessern wird. Dafür gibt es einen Punkt. Sie nennen sich “Brannpfanne mit hohem Rand zum Fritieren von fettigen Sachen” Für den Mut, diesen Namen gewählt zu haben, gibt es wiederum einen Punkt. Ach ja, Deep Frying Pan machen das schon ganz gut. Der Sänger hat die entsprechende, gepresste röhrende Stimmlage, Gitarre und Bass geben ordentlich Gas, das Schlagzeug macht Druck und Live geht der Fünfer wahrscheinlch ab wie Bolle.
Album und Hörproben via MySpace.:
Wertung: 5.5/10





