Dear John Letter – kein Ende der Beziehung
20 Feb

Dear John Letter ist ein englisches Synonym für einen Brief, mit dem eine Liebesbeziehung beendet wird. Nun geht es hier aber nicht um Liebe, sondern um musikalische Freundschaft. Augsburg, die Stadt des Handels hat mir bisher nicht viel gesagt. Da gibt es die Augsburger Puppenkiste, wo Holzstücke an Bändern bewegt, die Kinderherzen erwärmten. Ach ja, Unicova machen Indiepop und kamen ja auch aus Augsburg. Die haben auf dem 2jährigen Geburttag unseres Radio ein schönes Konzert abgeliefert. Soll ausserdem eine schöne Stadt sein und in Bayern liegen.
Aber dann hat mir eine Band die Tür meiner Zweitwohnung eingetreten. Sie heisst Dear John Letter , der Sänger Martin hat bei mir eine CD abgegriffen, weil er in der letzten Sendung das schöne Cover erraten hat. Und jetzt kommt`s noch besser.
Dear John Letter machen Musik. Und zwar ganz hervorragende. Die Band, das sind Martin Fischer ( Gesang, Gitarre), Maximilian Nieberle, (Gitarre, Synth, Gesang), David Grüner (Bass), Dominik Baur (Gitarre, Gesang) und Jakob Mader (Schlagzeug). Keine Popmusik, sondern Musik mit Hammer und Meißel bzw. mit viel Gitarre, Rythmus und Rabatz. Mit einer Mischung aus Ambient, Progressive, Noise und Spacerock wird aufgebaut und eingerissen, langsam aber stetig entsteht eines schönes Gebäude, das aber auch durch unvorhergesehene Breaks gerne wieder eingeäschert wird. Die vier Songs, oder vielmehr sind es eher Stücke, die auch schon mal länger sein dürfen, sind allesamt ganz grosses Kino. Irgendwo einzuordnen zwischen der Musik der unterbewertesten Band auf diesem Planeten Amplifier und den üblichen Verdächtigen Isis, Oceansize und Mogwai.
Auf ihrer Homepage gibt es die Songs zum downloaden. Insbesondere “Devils In Details” und “Seaborne” sind zu empfehlen. Das sind sogenannte “Hammersongs”.
Update:
Der Sänger Martin hat mir gerade noch sehr interessante Informationen zukommen lassen. “Der Track “Martin the Shepherd” ist eigentlich nur eine Songskizze, die auf der Shepardschen Tonleiter basiert (das ist eine Tonleiter, die immer so wirkt, als ginge sie beständig nach unten, weil sich Töne aus vier Oktaven überlagern und von oben ein- und unten dann ausgefaded werden. Mittlerweile ist das Ganze schon in ein Instrumentalstück mit kompletter Instrumentierung verwandelt worden und nach einer Sekte im Buch “snowcrash” von Neal Stephenson benannt worden. Der neue Name ist also “Reverend Waynes Pearly Gates”. Leider haben wirs aber noch nicht aufgenommen. Ein anderer Song namens “Laika” wurde aber neulich fertig abgemischt und vielleicht schaffen wirs, den heute oder morgen noch auf unsere Seite zu stellen. vielleicht gefällt er dir ja.”
Ich liebe solche Insiderinformationen und Danke für das Feedback.
Homepage: Dear John Letter | MySpace






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