Daytrotter – Perlen am Wegesrand
4 Mai
Unglaublich, da war der Spiegel mal schneller als wir! Respekt und Schande über mich. Zwar habe ich auch schon gelegentlich im last Pop Song mal einen Link auf die Daytrotter Sessions gesetzt, aber diesem Konzept gehört hier wirklich mal ein eigener Artikel und Ehrenpfosten gesetzt. Also, wer weiß wo Rock Island liegt? Kein Witz, den Ort gibt es wirklich. Liegt irgendwo im Nirgendwo von Illinois. Was macht man in Rock Island? Klar, Rock hören oder Rock machen. Was sonst. Langweilen kann man sich überall sonst auch. So dachte sich das der Journalist Sean Möller das auch, machte es aber nicht selbst, sondern lud durchfahrende Musikanten ein, in seinem Studio Pause und Musik zu machen.
Jeden Tag eine Band, 4 Songs. Auf geliehenen Instrumenten, improvisiert, anlog aufgenommen, live, ambitioniert, nie kalkuliert, nicht groß ausgesteuert, vollkommen unbearbeitet. Perlen des Vergänglichen somit. Soweit so gut, denkt sich der geneigte Leser, wer wird da schon spielen. Eine Highschool Weezercoverband, eine verträumte gitarrenbegleitete Folkchansonette oder Karlheinzpenner, der immer schon mal Kurt Cobain sein wollte. Nix da!
Schon mal was von Death Cab for Cutie, The National, Glasvegas, Wire, Of Montreal, Fleet Foxes, …and you will know us by the Trail of Dead, Holy Fuck, A Place to bury Strangers, Malajube oder Vampire Weekend gehört? Die Liste ist lang und wird jeden Tag länger (z.zt. 558 Sessions mal 4 Songs, das macht 2232 Lieder). Und damit alle was davon haben und nicht nur die Jungs in Rock Island, gibt es natürlich die kompletten Sessions auf der Webseite zum freien Download. Genial! Die Qualität der Perlen am Wegesrand ist durchweg gut und spricht für die Klasse und ungezwungene Atmosphäre bei den Daytrottern. Viel Spaß beim stöbern und sammeln.







Das uns jetzt nicht nur der Spiegel sondern wahrscheinlich eine Menge gleichgesinnter Blogs überrannt haben, ist allein mein Verdienst. Seit Freitag liegt der Artikel fix und fertig vor und ich hab`s verpeilt. Mea Culpe und Asche auf mein Haupt.
Schneller als der Spiegel war auch TV Spielfilm… kaum zu glauben – aber deren Musikredaktion berichtet über so einige wenig bekannt Bands u. Webangebote, die noch nicht Indie-Mainstream genug für Spex, Visions & Co sind…
Ich hab mir bisher nie die Mühe gemacht, hinten im Heft die kleinen Schnipsel durchzulesen, bis mich SomeVapourTrails letztens auf einen Bericht über ne Band aufmerksam machte, die gerademal 705 Myspace Freunde hat:
http://www.myspace.com/toarmsetc
Im aktuellen Heft findet dann auch Daytrotter Erwähnung. SomeVapourTrails war natürlich noch schneller und hat schon einige Sessions bei uns vorgestellt
TV Spielfilm, das ist schon harter Tobak und trifft schon ziemlich tief…
Was lernen wir daraus? Underground und Alternativen gibt es schon lange nicht mehr wirklich. Leben wir nur das Gefühl der Nostalgie in uns? Die Halbwertzeit alternativer und innovativer Kulturgestaltung geht mittlerweile gegen null. Aufgesaugt vom allesbestimmenden Mainstreammerchandising. Doch verzagt nicht, ihr lieben Blogger, Passionisten, und haltet es hoch, schützt es und tragt es ewig weiter, … das Licht der der blauen Blume in uns allen…
Schnief!
Das hast Du aber schön gesagt, Bendikt. Ich putz mir dann auch mal das Näschen.