Der Mann hat mich früher mit seiner Wahnsinnstolle und seiner Kultband Japan begeistert. Die Rede ist von David Sylvian. Begonnen hat Japan mit flauschigen New Romantic. Die letzten Alben “Gentlemen takes Polaroid” (1980)und “Tin Drums” (1981) begeisterten durch feine Verschmelzung von Pop und orientalischer Musik. Beide Alben höre ich übrigends heute noch gerne. Nach der Auflösung von Japan und dem missglückten Versuch einer Reunion unter dem Namen Rain Tree Crow (übrigend ein tolles Album) machte David Sylvian alleine weiter.
Und der Mann ist fleissig. Bisher hat Sylivian 20 Alben ( Rain Tree Crow und Nine Horses mitgerechnet) veröffentlicht. Das ganze Portfolio wird über das eigene Label Samadhi Sound vertrieben. Die Musik? Schwer zu beschreiben. Elegante Mischung aus Ambient, Experimental, fernöstlichen Soundeinflüssen, Singer-Songwriter, Folk, Jazz, Downbeat und Pop. Anders ausgedrückt, der Mann ist auf der Suche nach der absoluten, allumfassenden Schönheit und Reinheit in der Musik.
Und er wurde fündig. Als Beispiele für Grossartiges möchte ich nur an Gone to Earth (1986), Dead Bees on a Cake (1999) und Blemish (2003) erinnern. Die beiden unter dem Namen Nine Horses ( mit seinem Bruder Steve Jansen und Burnt Friedman) veröffentlichten Alben Snow Borne Sorrow (2005) und Money For All (2007) waren zwar, wie so ziemlich alles von David Sylvian, kommerziell erfolglos, aber immerhin beispiellose und elegante Popmusik. Sein aktuelles Album heisst “Manafon”. Ich hab`s noch nicht gehört, aber vermutlich wird klingen wie die 19 Alben davor.
David Sylvian – Jacqueline (Demo) | mp3
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Foto: © Donald Milne


‘Manafon’ ist sehr sehr eigen … das Album kommt fast gänzlich ohne Rhythmus aus. Wenn dann höchstens aus dem Gesang heraus. Soweit ich mitbekommen habe, wurde die ‘Musik’ von drei Experimentalkünstlern ‘erstellt’, unabhängig voneinander. Und David Sylvian hat das Ganze dann zusammengefügt und ‘Songs’ daraus gemacht.
Ich nenne das Album mein eigen und ich finde es auch sehr schön. Allerdings ist es absolut ‘Alltagsuntauglich’ und mehr was für die Herbststunden, in denen es draußen stürmt und regnet.
“vermutlich wird klingen wie die 19 Alben davor” – das klingt nicht einladend, sondern tierisch öde. Ist das Absicht?
Lass stecken, Tux. David Sylvian ist keine Musik für Dich.
die 19 Alben davor ähneln ja auch nicht wirklich wie ein Ei dem Anderen.
Ich weiß, Peter.