
Es hat mich immer schon interessiert, wie Musiker im Bezug auf Kritiker ticken. Das Verhältnis zwischen Kunstschaffende, ob Musiker, Literaten oder Filmschaffenden war immer von Spannungen, Abhängikeitein und Hassliebe geprägt. Wie ist das Verhältnis zwischen Musikern und der schreibenen Zunft, den Musikjournalisten und Bloggern? Fühlt man sich unverstanden und ungerecht behandelt? Oder muss akzeptiert werden, das Musik in seiner unfassbaren Vielfalt auch bei jeden Einzelnen unterschiedliche Gefühle auslöst? Gibt es gegenseitigen Respekt und Freundschaftsbekundugen, oder gelten diese nur bei positiver Berichterstattung? Sicher, man könnte sagen, gute Musik ist gute Musik und damit Basta. Aber so einfach ist das heutzutage nicht. Bei gefühlt Tausenden von neuen Veröffentlichungen pro Jahr gibt es bei uns Bloggern Selektion. Über was ich hier nicht schreibe, das kenne ich entweder nicht, habe nicht die Zeit dafür oder finde die Musik doof. Verrisse von eher unbekannten Musikern aus dem Indie-Bereich ist meine Sache nicht.
Via Facebook las ich einen Beitrag von Markus Baltes, der als Musiker mit Sidewaytown, Autumnblaze und Scarlet Youth eine Menge heisser Eisen im Feuer hat. Nun ist es so, das ich die Musik des Herrn Baltes definitiv mag, aber gelinde gesagt etwas erstaunt war, wie er seine Kritiker bzw. diejenigen, die nicht über seine Musik schreiben, sieht. Das man als Musiker seine Musik mit Herzblut verteidigt und etwaige Kritik nicht gerade freudig erregt entgegen nimmt, ist mehr als natürlich. Aber irgendetwas hat mich an seiner Beschreibung der schreibenen Zunft nicht nur irritiert, sondern auch ein wenig zornig gemacht. Musik gefällt oder gefällt nicht. Daraus Jemanden einen Strick zu drehen, finde ich irgendwie unflott. Zwar habe ich mich nicht persönich angesprochen gefühlt und wasche meine Hände in Unschuld, aber ich war schon sehr erstaunt.
Hier ungekürzt der Hinweis von Markus Baltes auf eine Plattenkritik auf Laut.de zu dem Album “Years in the wall” von Sidewaytown inklusive eine einleitende Betrachtung über Musikkritiker. Lasse ich jetzt so stehen ohne meine Einlassungen und Erwiderungen auf Facebook. Ich muss vorausschicken, das ich, seit ich denken kann, Musik höre und mit ihr lebe. Selbst allerdings gänzlich unmusikalisch bin. Das ist auch gut so und soll so bleiben.
“Cd Kritiken sind ja meistens nicht so nah dran am Geschehen: Miesgelaunte, gelangweilte, aufgedunsene Gehirnrollstuhlfahrer sitzen mit krummen Rücken und geschwollenen Fingernägeln an ihren PC’s und hören nebenbei (nein, natürlich mittendrin) den Xten Verdruss irgendeines künstlerisch Berufenen… Was dabei rauskommt: …Meist ein dünnhäutiger Wurm voller Selbstmitleid und externer Wunschverarbeitung (ach könnte ich doch nur selbst ein Instrument spielen)… Ausnahmen gibt es immer wieder – Der Link zeigt es.”
Weitere Infos hier im Blog:
Sidewaytown – Years In The Wall | Scarlet Youth – Deutsch-finnische Freundschaft
Aufruf an Musiker
An eurer Meinung, insbesonderer der Musiker unter Euch, bin ich sehr interessiert. Über Eure Sicht der Dinge als Musiker möchte ich mehr erfahren. Ist das Verhältnis zwischen Euch und der schreiben Zunft der Musikblogger und Jounalisten ebenfalls von Spannungen, Missverständnissen und Vorurteilen gekennzeichnet? Gibt es Unterschiede zwischen der kommerziellen Presse und den eher Fan-mässigen Blogs? Schreibt mir eure Meinung, eure Kritik und Eure Erwartungen, Eure guten und schlechten Erfahrungen mit der schreibenen Zunft. Gerne auch ausführlicher als Mail an peter at schallgrenzen.de zur etwaigen Veröffentlichung als Gastbeitrag.
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