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Ich bin ein grosser Anhänger der britischen Band Talk Talk. Nicht unbedingt der Talk Talk der ersten drei Alben, sondern der Band während ihrer Postrock-Phase. Was sich bereits auf dem Album “The Colour Of Spring” abzeichnete, war auf Spirit Of Eden in Vollendung zu hören. Jede Anbiederung an gängige Popstrukturen wurden fallengelassen. Songs von 20 Minute Länge, Pianotupfer, Ruhe, verzerrte Mundharmonika und ein Wechsel zwischen Stille und Lärm. Für die Plattenfirma war die Band natürlich durch und der Rest ist Geschichte.
Lange Rede, kurzer Sinn. Postrock ist immer ein Aufbrechen bestehender Strukturen, und ähnlich klingt für mich die Musik von Dakota Suite. Das Album “Waiting For The Dawn To Crawl Through And Take Away your Life” ist ähnlich wie Spirit Of Eden kein wirklicher Spass. Man wird musikalisch durch ein Jammertal geführt, das weniger standfeste Charaktere schon mal den Weg zum Schrank mit den bunten Pillen suchen lässt.
Dakota Suite, das ist Chris Hooson. Fröhliche Musik, das ist nicht sein Ding. Als bekennender Fan des FC Everton, eines Fussballclubs, der ins Bodenlose gefallen ist, ist für gute Laune auch kein Platz. Die Musik auf “Waiting For The Dawn To Crawl Through And Take Away your Life” ist abgrundtief traurig, monumentale Hingabe zu Melancholie und Schmerz. Chris Hooson hat einen Selbstmordversuch hinter sich, das mag erahnen, welche tiefen Wunden das Leben in seine Seele geschlagen hat. Diese Seelenpein, die sich seid fast 10 Jahren in der Musik von Dakota Suite wiederspiegelt, kann nicht allein durch den Abstieg des FC Everton erklärt werden. Trotz oder gerade deswegen berührt die Musik ungemein und baut einen auf, anstatt hinunterzuziehen. Und da schliesst sich der Kreis zu Mark Hollies und Spirit Of Eden.
Bewertung: 8/10
Homepage: Dakota Suite | MySpace
Album kaufen: Waiting for the Dawn to Crawl Through and Take Away your Life (CD + DVD)

[...] Musik wie nicht von dieser Welt. Zwischen der selbstmörderischen Traurigkeit eines Chris Hooson (Dakota Suite) und der jenseitigen Melancholie eines Mark Hollis versucht Her Name Is Calla mit großem Orchester [...]