Es ist schon eine Weile her, seit ich das erste Mal einen Artikel auf Schallgrenzen las. Und nun schreibe ich hier selber meinen ersten Beitrag. Was es nicht alles gibt.
Bislang habe ich immer Empfehlungen ausgesprochen, die dem Post-Punk zuzuordnen waren. Mein erster Artikel ist aber nun ein Bericht über meine Reise nach New York. In erster Linie bin ich Plattensammler, der sich Post-Punk, Cold Wave, EBM und dem sogenannten Minimal-Synth verschrieben hat. Durch das Plattensammeln habe ich auch Pieter kennengelernt. Pieter ist eigentlich Künstler, aber auch DJ und Initiator der wöchentlichen Partyreihe WIERD, die in einer Kneipe namens Home Sweet Home in China Town stattfindet. Außerdem ist er Betreiber des gleichnamigen Labels WIERD Records. Sowohl Party als auch Label haben sich in erster Linie dem Minimal-Synth und verschrieben. Aber auch die Post-Punker Blacklist werden ihr Debut Album auf WIERD Records herausbringen. Und der Pieter meinte, nachdem ich ihm einige Male CD-R-Sampler aus meinen Plattenbeständen zugeschickt habe, ich müßte unbedingt mal bei ihm auf der Party auflegen.
So bin ich dann in New York gelandet. Der erste Tag meines Aufenthalts in New York war der Party gewidmet. Das Besondere an den Partys ist, daß nach Mitternacht immer eine Band auftritt. An diesem Tag Frank (just Frank) aus Frankreich. Die knapp über 20-Jährigen Bengels machen Musik wie sie in den 80ern nur in Frankreich gemacht wurde. Cold-Wave Bands wie die frühen Little Nemo oder Resistance können als Referenz herangezogen werden. Das Lustige ist, die Jungs kannten diese Sachen gar nicht, bis wir ihnen in Pieter’s Wohnung mal einige Songs vorgespielt haben. Der Auftritt jedenfalls passte zur Party. Und das Publikum war auch ziemlich begeistert. Meine CD-Wechslerei kam auch überraschend gut an. Die Party ging bis vier und es waren über den Abend verteilt mehr als 300 Gäste anwesend (unter anderem eine gewisse Sasha Grey). In Deutschland kenne ich keine Party mit ähnlichem Schwerpunkt, die sich an einem Samstag über soviel Gäste freuen kann.
Fotos: LIVE at WIERD Photos by Naomi Ramirez | Flickr Diashow
Donnerstagabend bin ich dann zufällig beim Throbbing Gristle Konzert gelandet. Glenn, der Schlagzeuger von Blacklist, hatte noch eine Karte übrig und da hab ich dann zugeschlagen. Das Konzert war in drei Teile aufgeteilt. Den ersten hab ich leider verpasst. Da haben Throbbing Gristle einen Soundtrack aus Anfang der 80er aus In the Shadow of the Sun gespielt. Anschliessend baten die Herrschaften zur Autogramm-Stunde. Bier gab es übrigens für 6 Dollar aus 0,5 Liter Dosen. Kam aus Polen und war ziemlich lecker. Der zweite Teil des Abends wurde von einem Künstler bestritten, der mit drei 16mm Projektoren und einigen Effektgeräten Sounds erzeugte.
Wie das genau funktionierte hat eine mit ihm befreundete Künstlerin mir ein paar Tage später zu erklären versucht, ich habe es aber leider nicht richtig verstanden. Jedenfalls waren die Filme irgendwie markiert und diese Markierungen habe die Sounds erzeugt und wohl auch die Bilder, die an die Wand geworfen wurden. Leider mit 45 Minuten arg lang und eintönig. Danach kamen TG auf die Bühne und spielten ihr Set bei voller Deckenbeleuchtung. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt.
Mich enttäuschte vor allem, daß Chris Carter und Peter Christopherson nur mit Laptops arbeiteten. Hatte da irgendwie mehr Equipment erwartet. Ansonsten hat es mich auch nicht wirklich vom Hocker gehauen. Vor 30 Jahren sicherlich bahnbrechend, hat sich seitdem in der Musiklandschaft viel getan. Und so habe ich das, was Throbbing Gristle boten, von anderen Bands schon besser gesehen.
Anschiessend ging es noch ins Wreck Room in Williamsburg. Riesige Kneipe, die noch ein Hinterzimmer für Live Konzerte hatte. Da treten wohl in erster Linie Hardcore Bands auf. Aber das Bier war angenehm günstig.
2. Teil mit Sean McBride und Blacklist
Headerfoto: peasap




Hi Marc! Blacklist sind wirklich klasse… und Plattensammeln natürlich auch!
Hi Benedikt! Plattensammeln ist wirklich klasse. Da hat man immer tolle Musik im Haus
… und es wird unaufhaltsam und langsam aber sicher immer mehr und mehr und mehr…
… und das mit meinem bisschen Studentenkohle. :))